Deutschland braucht in Zukunft jährlich mindestens 500.000 Zuwanderer

Bundesrepublik DeutschlandAnlässlich der Verabschiedung des neuen Migrationsberichts durch das Bundeskabinett am 15. Januar 2014 warnt IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann, die aktuelle deutsche Debatte über Sozialtourismus schade dem Wirtschaftsstandort. Vielmehr müsse Deutschland sich aktiver um qualifizierte Zuwanderung bemühen. „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Deutschland eine offensive Zuwanderungsstrategie braucht. Im europäischen Vergleich der Zuwanderungsbilanz schneidet es deutlich schlechter ab als andere wichtige Länder und ist für die demografiebedingten Herausforderungen insbesondere des Arbeitsmarktes in den kommenden Jahren nur unzureichend vorbereitet“, erklärt Zimmermann.

Bis 2025 würden nach Expertenschätzungen rund 1,5 Millionen zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland gebraucht. „Im Jahr 2013 sind zwar fast 400.000 Menschen mehr nach Deutschland zu- als weggezogen, doch das ist immer noch deutlich zu wenig, um die mittelfristig zu erwartenden personellen Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu lösen. Deutschland braucht angesichts seiner demografischen Entwicklung jährlich ein Zuwanderungsplus in einer Größenordnung von mehr als 500.000 Menschen“, so der Migrationsexperte. Um dieses Ziel zu realisieren, sei Osteuropa für den deutschen Arbeitsmarkt die wichtigste Ressource an Humankapital. Der aktuelle Migrationsbericht sei ein Aufruf, dass sich Deutschland generell mehr für den internationalen Wettbewerb um Fachkräfte öffnen müsse.

Die derzeit geführte Debatte über einen angeblich massenhaften Sozialmissbrauch durch Migranten  bewirke jedoch das Gegenteil. Sie führt nach Auffassung des IZA-Direktors zu einem schweren Imageschaden für den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Diese Art der Diskussion, die die Fakten auf den Kopf stellt, wirkt geradezu abschreckend und schadet den vitalen Interessen Deutschlands. Wenn wir in diesem Stil weiterdiskutieren, dürfen wir uns nicht wundern, wenn die deutschen  Unternehmen beim weltweiten Werben um die besten Köpfe den Kürzeren ziehen,“ mahnte Zimmermann.

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