Ausländer-Rekord in Deutschland: “Wir freuen uns, dass Leute kommen”

Bundesrepublik DeutschlandMehr als 7,6 Millionen Ausländer lebten laut dem Statistischen Bundesamt Ende 2013 in Deutschland – so viele wie nie zuvor. Drei Viertel der Ausländer, die 2013 in die Bundesrepublik gezogen sind, stammten aus den EU-Mitgliedsstaaten. Im dpa-Interview sieht IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann darin vor allem eine „Reflexion der exzellenten Situation des deutschen Arbeitsmarktes“ und warnt vor unseriösen Debatten:

„Deutschland muss das Signal aussenden: Wir freuen uns, dass Leute kommen! Diese Wohlfahrtsstaatsdiskussion zu Jahresbeginn, die ja nicht von Fakten getragen war, schadet Deutschland als Aufnahmeland enorm. Die Menschen aus den neuen EU-Beitrittsländern kommen hauptsächlich zum Arbeiten nach Deutschland, und sie haben überwiegend die Absicht zurückzukehren. Das sind keine Dauerzuwanderer, selbst wenn wir das wollen. Sie nutzen die Arbeitsmöglichkeiten bei uns aus, aber sie helfen uns gleichzeitig, die Arbeit zu machen. Dies ist ein normaler Ausgleichsvorgang, der zur Europäischen Union gehört.

Wie ökonomische Beziehungen langfristig wirken können, zeigt das Beispiel Türkei. Allerdings kommen zu wenig Leute aus Südeuropa. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in den Ländern sind es viel zu wenig. Trotz der langen Integrationsgeschichte sind die Barrieren bei Sprachkenntnissen, kultureller Offenheit und Kommunikation noch nicht genügend abgebaut.“

Der dpa-Beitrag erschien am 8. März 2014 in Westdeutsche Zeitung, Weser-Kurier, Thüringische Landeszeitung u.v.a.
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