IZA-Direktor Zimmermann: Deutschland muss in Europa mit einem modernen Asylrecht vorangehen

refugeesDie aktuellen Vorschläge des Bundesinnenministers für eine Verschärfung des deutschen Asylrechts werden nach Auffassung von IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann nicht nur unseren humanitären Verpflichtungen nicht gerecht, sondern verstärken zudem das Image eines reichen, aber abweisenden Landes. Deutschland könne durchaus eine höhere Zahl von Asylsuchenden verkraften, zumal es vielen dieser Menschen nicht um einen Daueraufenthalt gehe, sondern um vorübergehenden Schutz. Dies schreibt Zimmermann in einem Gastbeitrag für den Kölner Stadt-Anzeiger vom 21. Mai 2014.

Statt  den Anstoß zu geben für einen neuen Wettlauf um die schärfsten Asylbestimmungen in der EU müsse Deutschland, das sich gern als ökonomische Lokomotive des Kontinents feiern lasse, in dieser Debatte europaweit beispielhaft vorangehen.

„Letztlich schadet eine rein auf Abwehr gerichtete Politik auch unseren ökonomischen Interessen. Denn ein guter Teil dieser Flüchtlinge und Asylsuchenden ist hoch qualifiziert. Warum sollte eine solche Fachkraft nicht eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, einer bezahlten Tätigkeit nachgehen und einen davon zu finanzierenden Sprachkurs besuchen?“ fragt Zimmermann mit Blick auf den deutschen Fachkräftemangel. Diese Personen könnten außerdem mit ihren erworbenen Kenntnissen und Erfahrungen bei einer späteren Rückkehr in ihr Herkunftsland dort beim weiteren wirtschaftlichen Aufbau eine wertvolle Hilfe sein. „Eine solche Politik würde zugleich glaubwürdig den Grundsatz unterstützen, dass wir alles tun müssen, die Lebensbedingungen in dem jeweiligen Heimatländern der Flüchtlinge selbst zu verbessern“, erklärt der Migrationsexperte.

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