IZA-Direktor Zimmermann: Asylsuchende sollen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten

angle-grinderHeute trifft in Berlin erstmals eine interministerielle Arbeitsgruppe zusammen, die eine Neuausrichtung der deutschen Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik zum Ziel hat. Das Auswärtige Amt hat dazu bereits Pläne für eine grundsätzliche Neuorientierung vorgelegt. IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann unterstützt diesen Vorstoß mit Nachdruck: „Wir müssen uns endlich davon lösen, die Zuwanderungs- und Asylpolitik als separate Themenfelder zu betrachten. Nur dann kommen wir zu einem überzeugenden Zukunftskonzept.“

Zimmermann wirbt schon lange dafür, Asylsuchenden den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, wie es jetzt auch das Auswärtige Amt fordert. „Viele Menschen, die aus humanitären Gründen zu uns kommen, bringen gute berufliche Qualifikationen mit, sind flexibel und leistungsbereit. Zugleich werden Fachkräfte bei uns vielerorts dringend gesucht. Es ist daher nur folgerichtig, die Bedingungen für einen Zugang dieser Personen zu unserem Arbeitsmarkt lockern. Damit erhalten sie eine Chance, ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften, ihre fachlichen Kenntnisse zu erweitern und sich gesellschaftlich zu integrieren“, erklärt Zimmermann. „Der nächste logische Schritt ist, gut qualifizierten Asylbewerbern auch den Übergang in ein reguläres Zuwanderungsverfahren zu ermöglichen. Warum sollte etwa ein Ingenieur aus Syrien, der Asyl beantragt hat, nicht eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis bekommen, wenn er hier arbeiten will?“

Der IZA-Direktor schlägt daher vor, auf europäischer Ebene unter diesem Aspekt auch die bisherige Richtlinie zur „Blue Card“ weiter zu entwickeln. Dies würde auch dem erklärten Ziel des künftigen EU-Flüchtlingskommissars Dimitris Avramopoulos dienen, „Europa für hochqualifizierte Fachkräfte attraktiver zu machen“.

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