Kein Kausalzusammenhang zwischen Zuwanderung und Kriminalität

migration_crimeDas Vorurteil, mit vermehrter Zuwanderung sei zwangsläufig ein Anstieg der Kriminalitätsrate verbunden, hält sich hartnäckig, obwohl empirische Untersuchungen diese These bisher nicht belegen konnten. Auch ein aktuelles IZA-Diskussionspapier von Luca Nunziata untersucht diese Thematik anhand von Daten zu Kriminalität und subjektiver Kriminalitätswahrnehmung in Europa.

Das Ergebnis: Obwohl sich durch die Zuwanderungswellen des letzten Jahrzehnts die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verbrechens zu werden, in den Zielländern nicht erhöht hat, empfinden die Menschen subjektiv einen Anstieg der Kriminalität. Als mögliche Erklärung für diese Fehlwahrnehmung nennt Nunziata politischen Opportunismus und eine selektive mediale Berichterstattung über Straftäter mit Migrationshintergrund.

Auch würden Vorurteile beispielsweise durch die Beobachtung geschürt, dass Stadtviertel mit hohem Migrantenteil häufig eine höhere Kriminalitätsrate aufweisen. Dabei werde jedoch nicht zwischen Ursache und Wirkung differenziert, so Nunziata. Für eine solche Korrelation könnten andere Faktoren maßgeblich sein. Der Studie zufolge lässt sich jedenfalls kein direkter Effekt von Zuwanderung auf die Verbrechenshäufigkeit nachweisen.

Lesen Sie die englischsprachige Studie im Volltext [PDF].

photo credit: Chris Loneragan via Shutterstock

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