Bleibt die Demokalypse aus?

Alexander Spermann

Alexander Spermann

Deutschland mutiert zum Land der Optimisten, wenn es um das Thema Demografie geht. Beschwipst von der im europäischen Vergleich hervorragenden Performance des deutschen Arbeitsmarkts, werden aus Untergangsszenarien und tödlichen Gefahren plötzlich zu bewältigende Herausforderungen. Richtig so!

Vor über zehn Jahren titelte DER SPIEGEL noch mit „Der letzte Deutsche – Auf dem Weg zur Greisenrepublik“, in dieser Woche endet eine vierteilige Serie mit dem Titel: „Die Demokalypse bleibt aus“.

Stichwort Fachkräftemangel: Ja, es gibt Engpässe in einzelnen technischen Berufsfeldern sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen, wie die Analysen der Bundesagentur für Arbeit belegen, aber keinen flächendeckenden Fachkräftemangel.

Ja, es gibt Fortschritte auf den Sicherungspfaden, wie der vor kurzem erschienene Fortschrittsbericht 2014 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung zeigt. So steigen die Erwerbstätigenquoten für Frauen und Ältere, zahlreiche Initiativen unterstützen das lebenslange Lernen, und die Rahmenbedingungen für die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt verbessern sich.

Dennoch ziehen dunkle Wolken am rosigen Himmel auf: Zwar ist die Diagnose partieller Fachkräftemangel und die gängige Therapie der Bundesregierung bestens bekannt, doch der Patient erweist sich nicht immer einsichtig. Bestes Beispiel: Das vor knapp einem Jahr beschlossene Rentenpaket hat zu 255.000 Anträgen auf Rente mit 63 geführt, so dass die Steigerung der Beschäftigungsquote der 60 bis 65-Jährigen zum Stillstand gekommen ist.

Bei ständig steigender Lebenserwartung macht es mehr Sinn, über Anreize zum Weiterarbeiten für gesunde Ältere nachzudenken, damit die Demokalypse ausbleibt.

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Bildquelle: IZA
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