Politikforum bei IZA/Weltbank-Konferenz in Bonn: Migration, Beschäftigung und Entwicklung hängen eng zusammen

Als Gastredner der 10. IZA/Weltbank-Konferenz zu Beschäftigung und Entwicklung erläuterte BMZ-Staatssekretär Thomas Silberhorn die Entwicklungspolitik der Bundesregierung und unterstrich, dass die Förderung auskömmlicher Beschäftigung in den Entwicklungsländern ein entscheidender Baustein für eine integrative Wachstumsstrategie sei. Zugleich wies Silberhorn auf die relevanten Kernthemen hin, die Deutschland auf die Tagesordnung des G7-Gipfels gesetzt hatte – die wirtschaftliche Stärkung von Frauen sowie soziale und ökologische Standards für die gesamte Wertschöpfungskette.

IZA-Weltbank-Konferenz

Zimmermann, Silberhorn, Rasper, Thompson, Twose

Die anschließende, von Anke Rasper (Deutsche Welle) moderierte Podiumsdiskussion mit Silberhorn, Klaus F. Zimmermann (Direktor IZA), Laura Thompson (stellv. Generaldirektorin Internationale Organisation für Migration) und Nigel Twose (Direktor der Arbeitsmarktabteilung, Weltbank) vertiefte die komplexen Zusammenhänge zwischen Migration, Beschäftigung und Entwicklung. Angesichts der wachsenden internationalen Migrationsströme sei es notwendig, den ökonomischen Nutzen von Migration für Herkunfts- und Zielländer hervorzuheben und damit der negativen öffentlichen Wahrnehmung entgegenzuwirken. Die Debatte in Wirtschaft, Politik und Medien müsse sich verstärkt auf wissenschaftliche Evidenz stützen.

Nigel Twose stellte fest, dass Zuwanderung nicht verhindert werden kann, ohne der Wirtschaft eines Landes zu schaden. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass ein Dialog mit den Transitländern ebenso wie mit Diasporagemeinschaften notwendig sei. Zimmermann und Thompson argumentierten mit Blick auf den Trend zu zirkulärer Migration, dass eine restriktive Zuwanderungspolitik das Problem illegaler Zuwanderung eher verschärfe.

iza-wb-mou

Nigel Twose, Omar Arias, Klaus F. Zimmermann

Die Förderung intakter Arbeitsmärkte in Entwicklungsländern zählt zu den wichtigsten Forschungszielen des IZA auf internationaler Ebene. Zu diesem Zweck gründete das Institut im Jahr 2006 gemeinsam mit der Weltbank den Programmbereich „Beschäftigung und Entwicklung“. Die Verlängerung dieser erfolgreichen strategischen Partnerschaft wurde soeben besiegelt.

Die gemeinsame Jahreskonferenz von IZA und Weltbank bietet Forschern und Politikexperten ein Forum, um aktuelle Forschungsergebnisse zu diskutieren und Bereiche zu identifizieren, die weitere Forschung und evidenzbasierte Politikberatung erfordern.

Berichterstattung zur Konferenz:

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Bildquelle: IZA
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