Freiwillig arbeiten bis 70?

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Alexander Spermann zur Rente mit 63 bei mdr aktuell

„Die Anreize für ältere Arbeitnehmer, länger zu arbeiten, und die Anreize für Arbeitgeber, Ältere einzustellen, sollten wesentlich verbessert werden“, sagte Alexander Spermann, IZA-Direktor Arbeitsmarktpolitik Deutschland auf einer Veranstaltung des Sozialinstituts Kommende gestern in Dortmund.

Da die Rentenbezugsdauer von derzeit 19 Jahren bei steigender Lebenserwartung zunimmt, macht es Sinn, finanzielle Anreize für längeres Arbeiten in das Rentensystem zu integrieren. Insbesondere das System der Rentenzuschläge könnte ausgebaut werden. Wenn ein Durchschnittsrentner den Renteneintritt um ein Jahr hinauszögert und in dieser Zeit sozialversicherungspflichtig tätig ist, erhöht sich seine Rente um immerhin 77 Euro je Monat. Höhere Rentenzuschläge, aber auch höhere Rentenabschläge bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt, erhöhen die Anreize im Alter vermehrt erwerbstätig zu sein.

Derzeit würden Arbeitgeber jedoch vornehmlich Rentner als Minijobber beschäftigen. Das hat insbesondere mit den Arbeitgeberbeiträgen an die Renten- und Arbeitslosenversicherung zu tun. Sie erhöhen die Kosten der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von Rentnern, ohne dass Rentner zusätzliche Ansprüche erwerben.

Dagegen führt die abschlagsfreie Rente mit 63 in die völlig falsche Richtung. Sie ist ein Wahlgeschenk, das bisher über 250.000 ältere Menschen dankend angenommen haben. Damit vergrößert sich die demografische Herausforderung. Mehr Anreize für längeres Arbeiten sind dagegen der richtige Weg.

Als weitere Referentin betonte Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, die Freiwilligkeit bei der Kontroverse um die Verlängerung der Lebensarbeitszeit.

Download der Präsentation von Alexander Spermann:

Lesen Sie auch seine Stellungnahme zum Thema bei ZDF heute (30.06.2015):

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