IZA-Direktor Zimmermann unterstützt Öffnung der Blue Card für Asylsuchende in Europa

EuropaBei ihren heutigen Beratungen zur Flüchtlingspolitik sollten sich die Innen-und Justizminister der EU laut IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann nicht nur auf ein gerechteres Verteilsystem von Flüchtlingen beschränken. Zwar sei es unabdingbar, eine gerechtere Lastenverteilung bei der Aufnahme insbesondere für Griechenland und Italien zu finden. Faire Länderquoten, wie sie das IZA schon im letzten Jahr vorgeschlagen hatte, sollten trotz der Widerstände in Teilen Europas den Kern einer Einigung bilden.

klaus_f_zimmermann„Wir müssen aber auch so ehrlich sein zu sagen, dass viele der Flüchtlinge längerfristig ihre Zukunft in Europa suchen. Daher brauchen wir verstärkte Bemühungen um eine bessere Integration jener, die bereit und qualifiziert sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu finanzieren. Dazu muss vor allem die bisher geltende „Blue Card“-Regelung zur Anwerbung von Fachkräften außerhalb der Europäischen Union reformiert werden. Diese Bestimmungen sollten künftig für jene bei uns bereits lebenden und anerkannten Flüchtlinge unbürokratisch geöffnet werden, die auf unserem Arbeitsmarkt gefragt sind. Das sollte auch die Arbeitsmobilität zwischen den EU-Ländern stärken.“

Nach Zimmermanns Einschätzung haben sich die seit 2012 in Deutschland geltenden Blue-Card-Regelungen ohnehin als zu eng erwiesen, um unseren Arbeitsmarkt angesichts des wachsenden Fachkräftemangels weltweit für Bewerber attraktiv genug zu machen und unsere Mobilitätsbedarfe zu erfüllen. Bis Ende des vergangenen Jahres wurden lediglich rund 20.000 solcher Karten verteilt. Die Mehrzahl ging an Menschen, die bereits in Deutschland lebten. Die Bundesregierung, so Klaus F. Zimmermann, solle daher noch in dieser Legislaturperiode sowohl in Brüssel für eine generelle EU-weite Reform der Richtlinie aktiv werben als auch die nationalen Regelungen erweitern. Nach geltendem Recht können Flüchtlinge, die bereits in Deutschland sind, bislang keine Blue Card beantragen, sondern müssen zunächst zurück in ihr Heimatland, um dort ein entsprechendes Visum zu beantragen.

Der IZA-Direktor unterstützt damit einen aktuellen Vorstoß aus der Bundesagentur für Arbeit. Nach einem Vorschlag ihres Vorstands Raimund Becker sollen Flüchtlinge mit ihren Familien aus dem Asylverfahren herausgehen können und über die Blue Card den Status der zugewanderten Fachkraft erlangen.

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Bildquelle: pixabay & IZA
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