Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen: Ministerin Nahles auf dem richtigen Weg

IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann und Arbeitsmarktpolitikdirektor Alexander Spermann begrüßen den Vorstoß von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), die sogenannte Vorrangprüfung bei Flüchtlingen befristet auszusetzen. Damit ließe sich die bakersArbeitsmarktintegration erleichtern, während sich die Bundesagentur für Arbeit drängenderen Aufgaben widmen könnte. Die IZA-Experten hatten sich bereits mehrfach für einen offeneren, legalen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt eingesetzt und für ein Einwanderungsgesetz plädiert.

“Auf diese Weise können Migranten selbst zu ihrem Lebensunterhalt beitragen, sich weiter qualifizieren, statt zur Untätigkeit gezwungen zu werden. Dies stärkt ihre Akzeptanz in der deutschen Gesellschaft wie das Selbstbewusstsein der Zuwanderer”, so Zimmermann zur Reform der Flüchtlingspolitik.

Zudem will Nahles Bürgern aus dem Westbalkan durch “ein festes Kontingent von Arbeitsbewilligungen” einen leichteren Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ermöglichen. Für die Dauer von fünf Jahren sollten jährlich insgesamt 20.000 Beschäftigte unabhängig von ihrer Qualifikation nach Deutschland kommen dürfen, um hier zu arbeiten oder eine Ausbildung aufzunehmen, sagte die Ministerin im SPIEGEL-Interview. Damit will sie den Kreislauf von Einreise und Abschiebung durchbrechen.

Bereits vor der Zunahme der Flüchtlingsströme in den letzten Monaten hatte ein IZA-Standpunkt von Ulf Rinne und Klaus F. Zimmermann für eine Abkehr von der bisherigen Abschottungspolitik zugunsten einer gezielten Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt plädiert und einen Gestaltungsvorschlag für ein Quotensystem zur Verteilung von Flüchtlingen vorgelegt.

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Bildquelle: Pixabay
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