Weiterbildung für Flüchtlinge per Smartphone

Das größte Hindernis für die erfolgreiche Integration der rund eine Million Flüchtlinge, die in diesem Jahr in Deutschland erwartet werden, sind mangelnde Deutschkenntnisse und unzureichende Arbeitsmarktqualifikationen. Statt jedoch Milliarden in die klassische Weiterbildungsindustrie zu stecken, schlägt Alexander Spermann (IZA-Direktor Arbeitsmarktpolitik Deutschland) eine Strategie des mobilen Online-Lernens vor.

spermann-weiterbildungGegenüber der WELT sagte Spermann, die breite Verfügbarkeit von Smartphones und WLAN böten eine ideale Chance, die Menschen schnell und ohne hohen finanziellen Aufwand mit der Sprache und dem Leben in Deutschland vertraut zu machen.

Kostenlose Online-Sprachkurse gebe es genug: „Über YouTube-Videos lässt sich heute schon Deutsch lernen.“ Über das innovative Instrument der „massive open online courses“ (MOOC) könnten Online-Tutoren zudem die Flüchtlinge jederzeit und von überall aus beim Lernen unterstützen. „Der mobile Zugang zum Internet und das relativ große Bildungsangebot erlauben uns, Weiterbildung völlig neu zu denken“, so Spermann.

Die Online-Bildungswelt könne sich für die Flüchtlinge als Segen erweisen. Dazu bedürfe es allerdings der nötigen Motivation. Ohne klares Ziel und eine realistische Perspektive werde aus Weiterbildung eine frustrierende Beschäftigungstherapie, warnt Spermann. Der erste Schritt sei daher eine Kompetenzfeststellung („Profiling“), um zu ermitteln, welche Ausbildungen und Jobs infrage kommen. Und am Ende komme es auf die Arbeitgeber an: Sie müssten die online erworbenen Kompetenzen anerkennen – und die Flüchtlinge auch einstellen.

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