Daniel Hamermesh über seine Rolle als neuer Editor-in-Chief von IZA World of Labor

Heute übernehme ich die Funktion des Editor-in-Chief von IZA World of Labor (WoL). Diese Aufgabe ist für mich eine große Ehre und Ansporn zugleich. Ich habe mich über 50 Jahre der Erforschung von Arbeitsmärkten gewidmet – ein halbes Jahrhundert, in dem die Disziplin der Arbeitsökonomie zunehmend an Bedeutung gewonnen und einen immensen Wissensschatz angehäuft hat.

Dieses Wissen zu strukturieren und auf verständliche Weise frei zugänglich zu machen, ist das Ziel von IZA World of Labor. Die Verknüpfung mit politischen Fragestellungen erhöht den Nutzwert der Informationen für die praktische Anwendung im Politikbetrieb und – mindestens ebenso wichtig – sie mehrt das Hintergrundwissen der Bürger, die letztlich der Politik die Richtung vorgeben.

Jeder WoL-Artikel fasst zunächst im so genannten „elevator pitch“ die Thematik zusammen, stellt Pro und Kontra gegenüber und vermittelt die Kernbotschaft des Autors. Durch dieses einzigartige Format erfasst der Leser bereits auf der ersten Seite die wesentlichen Aspekte des Themas, die Essenz der wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie den sinnvollsten Ansatz, sich der Fragestellung zu nähern.

Wen aber meine ich überhaupt mit „Leser“? Die WoL-Artikel sind bewusst so verfasst, dass sie auch ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund zu verstehen sind und lediglich englische Sprachkenntnisse sowie eine gewisse Grundbildung voraussetzen. Damit heben sie sich von den meist deutlich technischer gehaltenen Beiträgen in den wissenschaftlichen Fachzeitschriften ab. Unsere wichtigsten Zielgruppen sind:

  1. Politische Entscheidungsträger und ihre Mitarbeiter sollten WoL zu jedem Arbeitsmarktthema auf der politischen Agenda konsultieren, um schnell und einfach an die wesentlichen Informationen und Empfehlungen zu gelangen, die zum Verständnis und idealerweise zur Lösung des Problems beitragen.
  2. Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und ihre Mitglieder müssen oft kurzfristig und rasch auf Politikvorschläge reagieren. WoL hilft ihnen dabei, weil sie hier ohne große Recherche eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung des Themas finden.
  3. Journalisten verbringen viel Zeit damit, „Experten“ als Gesprächspartner zu finden – oder sie greifen auf bewährte Ansprechpartner zurück, die jedoch nicht notwendigerweise zu den führenden Forschern auf dem betreffenden Gebiet zählen. WoL reduziert diesen Suchaufwand, denn die Artikel vermitteln nicht nur eine wissenschaftliche Einschätzung, sondern auch den Kontakt zu den Autoren, die ausgewiesene Experten für die spezifische Fragestellung sind.
  4. Interessierte Bürger und Wähler, die Arbeitsmarktpolitik verstehen und bei wichtigen Themen kompetent mitreden wollen, gelangen über die modernen Kommunikationskanäle immer leichter an Informationen. WoL bietet ihnen den Service, diese Informationen zu strukturieren und in verständlicher Form zugänglich zu machen.

Als neuer Editor-in-Chief möchte ich das thematische Spektrum von WoL noch verfeinern und bestehende Lücken schließen, indem weitere renommierte Autoren angefragt werden, Artikel zu ausgewählten Fragestellungen einzureichen. Wichtig ist mir vor allem, dass die vier genannten Zielgruppen die Bedeutung und den praktischen Nutzwert von IZA World of Labor erkennen.

— Daniel S. Hamermesh
(Editor-in-Chief, IZA World of Labor; Professor, Royal Holloway University of London)

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