Religiöse und kulturelle Traditionen beeinflussen die Kindergesundheit

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Xi Chen

Frühkindliche Ernährung und Gesundheit haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die späteren Bildungs- und Arbeitsmarktchancen. Der Grundstein für die gesundheitliche Entwicklung wird bereits vor der Geburt gelegt: In zwei IZA Discussion Papers zeigt der Yale-Ökonom Xi Chen, dass Ernährungsdefizite der Mütter aufgrund religiöser und kultureller Traditionen langfristige negative Folgen für die Kinder haben.

Fasten während der Schwangerschaft

Beispielsweise leiden Kinder, die im Mutterleib mit Nährstoffen unterversorgt waren, weil die entscheidende Phase der Schwangerschaft in den Fastenmonat Ramadan fiel, im späteren Leben häufiger an Nierenerkrankungen, Diabetes, Herzproblemen sowie Fettleibigkeit. Chen erklärt den Befund damit, dass der Stoffwechsel mangelernährter Säuglinge auf das kurzfristige Überleben ausgerichtet ist und sich nur unzureichend an eine spätere Normalisierung der Ernährung anpasst.

Geschenke auf Kosten der Ernährung

Für eine weitere Analyse nutzt Chen die chinesische Tradition, anlässlich von Festivitäten wie Geburtstagen, Hochzeiten und Beerdigungen kostspielige Geschenke zu machen. Wer sich nicht an diesen Brauch hält, riskiert die gesellschaftliche Isolation. Da sich in den ländlichen Regionen Chinas viele Familien die teuren Geschenke kaum leisten können, investieren sie in Jahren mit einer Häufung von Festen zu wenig in die eigene Ernährung. Das führt zu langfristigen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Kinder.

Chen plädiert daher dafür, das Bewusstsein für die Langzeitfolgen von Mangelernährung bereits während der Schwangerschaft zu schärfen und die Erkenntnisse zu den kulturellen Faktoren in Aufklärungskampagnen und Gesundheitsprogramme einfließen zu lassen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema im englischen Newsroom.

Download der Studien:

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