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IZA – Institute of Labor Economics

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Höhe des Mindestlohns wirkt sich auf individuelle Bildungsentscheidungen aus

May 11, 2021 by Mark Fallak

Bei der Diskussion um Mindestlöhne stehen meist die Einkommens- und Beschäftigungseffekte im Vordergrund. Nicht minder relevant sind jedoch die Auswirkungen von Mindestlohnerhöhungen auf individuelle Bildungsentscheidungen, wie ein aktuelles IZA-Forschungspapier von Diana Alessandrini und Joniada Milla zeigt. Die Forscherinnen betrachten die Einschreibungsquoten an Hochschulen und stellen bei höheren Mindestlöhnen eine Verschiebung von akademischer zu berufspraktischer Ausbildung fest.

Ähnlich wie in den USA gliedert sich das kanadische Hochschulsystem in akademisch geprägte, oft mit hohen Studiengebühren verbundene Universitäten und die kostengünstigeren Community Colleges mit Schwerpunkt auf praxisorientierten Bildungsabschlüssen. Da es in Kanada besonders häufig zu regionalen Anpassungen des Mindestlohns kommt, konnten die Ökonominnen die Effekte von insgesamt 136 Mindestlohnerhöhungen auf die eingeschlagenen Bildungswege messen.

Geringere Bildungsmobilität

Der Analyse zufolge führt eine Anhebung des Mindestlohn um zehn Prozent dazu, dass die Einschreibungen an Universitäten um fünf Prozent zurückgehen, während sie an Community Colleges um sechs Prozent steigen. Insbesondere junge Menschen aus einkommensschwachen Elternhäusern mit geringerem Bildungsstand entscheiden sich bei höherem Mindestlohn häufiger gegen ein akademisches Studium, was die Bildungsungleichheit weiter verschärfen könnte.

Dass die Community Colleges zugleich mehr Zulauf verzeichnen, ist primär einer größeren Anzahl älterer Studierender geschuldet. Nach Einschätzung der Autorinnen führt der wachsende Konkurrenzdruck am unteren Ende der Lohnskala dazu, dass die Studienabbruchquoten sinken und mehr Erwerbstätige ans College zurückkehren, um ihre Arbeitsmarktchancen durch einen zusätzlichen berufspraktischen Abschluss zu verbessern.

Sinkende Bildungsrenditen

Die Erkenntnisse aus Kanada sind nicht unmittelbar auf Länder mit anderem Ausbildungssystem übertragbar, doch zeigen sich gewisse Parallelen durchaus zu Beobachtungen aus Deutschland. In einer früheren Studie hatten Terry Gregory und Ulrich Zierahn die langfristigen Mindestlohneffekte im Dachdeckergewerbe untersucht. Bei einem vergleichsweise hohen Mindestlohn stiegen die Verdienstmöglichkeiten von Gering- und Mittelqualifizierten, allerdings auf Kosten der Löhne von Hochqualifizierten. Die Folge waren eine verringerte Bildungsrendite sowie weniger hochqualifizierte Berufseinsteiger, was laut Studie den von der Branche beklagten Fachkräftemangel mitverursacht haben könnte (mehr dazu in einem Ökonomenstimme-Gastbeitrag).

Filed Under: Research Tagged With: college, education, minimum wage, university

Vollzeit, Teilzeit oder Kinderbetreuung?

May 10, 2021 by Mark Fallak

Zwar verschieben sich die Geschlechterrollen innerhalb von Familien bereits seit einiger Zeit, doch das klassische Rollenmuster mit dem Vater als Allein- oder Hauptverdiener bleibt nach wie vor verbreitet. So betrug 2019 der Anteil der Mütter mit Kindern unter sechs Jahren in Elternzeit beinahe ein Viertel, bei Männern waren es gerade mal 1,6 Prozent. Aber wovon hängt die Arbeitsentscheidung der Mutter eigentlich ab?  Und wie nehmen (potenzielle) Eltern die Vor- und Nachteile von verschieden Arbeitszeitmodellen wahr?

Diesen Fragen widmen sich Teodora Boneva, Katja Kaufmann und Christopher Rauh in einem aktuellen IZA-Forschungspapier. Sie befragten deutschlandweit rund 4.000 Erwachsene zwischen 20 und 45 Jahren zu ihren hypothetischen Entscheidungen in einer Reihe fiktiver Situationen, die sich vor allem in den Arbeitszeiten der Mutter unterschieden. Auch die Ansichten zur öffentlichen Kinderbetreuung wurden detailliert abgefragt.

Hohe Einkommensverluste erwartet

Auffällig ist zunächst, dass die Befragten zwar deutliche Einkommensverluste (bis zu 6.000 Euro im Jahr) in späteren Erwerbsleben erwarten, wenn die Mutter bis zum fünften Lebensjahr des Kindes aus dem Arbeitsmarkt aussteigt. Doch diese finanziellen Einbußen spielen für die Arbeitsentscheidung der Mutter keine nennenswerte Rolle, obwohl die Befragen sogar annahmen, auch die Väter verdienten mehr, wenn beide Elternteile arbeiten.

Ein wichtiger Faktor, der für eine zeitige Rückkehr der Mutter in Beschäftigung spricht, sind die wahrgenommenen Vorteile der gemeinschaftlichen Kinderbetreuung als stimulierendes soziales Umfeld: Die sozialen und intellektuellen Fähigkeiten von Kita-Kindern, deren Mutter in Vollzeit arbeitet, werden um bis 28 Prozentpunkte höher eingeschätzt als die Fähigkeiten vergleichbarer Kinder, die zu Hause betreut werden. Die Entscheidung für eine Teilzeit-Tätigkeit scheint vor allem darauf zu gründen, dass hier das größte Potenzial für die Zufriedenheit von Mutter und Kind gesehen wird.

Großer Einfluss sozialer und kultureller Normen

Viele Mütter lassen sich bei der Entscheidung jedoch von ihrem sozialen Umfeld beeinflussen. Glaubt die Mutter beispielsweise, dass ihre Freunde und Familie eher der traditionellen Rollenverteilung anhängen, reduziert sich dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Berufstätigkeit um 6,1 Prozentpunkte. Umgekehrt nehmen Mütter mit 12,7 Prozentpunkten höherer Wahrscheinlichkeit eine Vollzeitstelle an, wenn sie dafür in ihrem Umfeld eine hohe Zustimmung vermuten. Der starke Einfluss sozialer und kultureller  Normen zeigt sich auch daran, dass die Vollzeitarbeit für Mütter in Ostdeutschland deutlich positiver eingeschätzt wird.

Die Ergebnisse scheinen jedoch nicht deutschlandspezifisch zu sein: Eine kanadische Stichprobe mit den gleichen Fragen brachte sehr ähnliche Ergebnisse. Bemerkenswert ist außerdem, dass der sozioökonomische Hintergrund der Befragten keinen nennenswerten Einfluss auf die Antworten hatte.

Neben den gesellschaftlichen Implikationen liefert die Studie auch einen deutlichen Fingerzeig für die Politik. Befragte mit Kindern gaben die Wahrscheinlichkeit, einen öffentlichen Kita-Platz zu finden, im Schnitt mit 62 Prozent an, eine Ganztagsbetreuung mit 54 Prozent. Ein verbessertes Betreuungsangebot würde die Wahrscheinlichkeit unter den befragten Müttern, eine Teilzeit-Tätigkeit aufzunehmen, um 15 Prozentpunkte auf 59 Prozent erhöhen.

Filed Under: Research

Relative Vergleiche beeinflussen Leistung und Entscheidungen im Studium

May 5, 2021 by Mark Fallak

Entscheidungen über die Wege der eigenen Bildungskarriere sind oft mit erheblicher Unsicherheit verbunden. Bin ich ausreichend vorbereitet, um die Prüfung zu bestehen? Bin ich gut genug, um eine Hochschulausbildung zu absolvieren? Für Studierende sind solche Fragen oft nicht leicht zu beantworten.

Eine Möglichkeit zur Einordnung des eigenen Leistungspotenzials ist der Vergleich mit Bezugsgruppen wie Freunden oder Kommilitoninnen. Wer innerhalb der eigenen Gruppe überdurchschnittlich gut abschneidet, neigt zu mehr Selbstbewusstsein und schätzt die eigene Fähigkeit tendenziell höher ein als jemand, der von lauter Überfliegern umgeben ist. Dieses Phänomen wird auch als „Fischteicheffekt“ bezeichnet: Man fühlt sich wie der große Fisch im kleinen Teich (big fish in a little pond).

Insbesondere im ersten Jahr des Studiums sind solche relativen Leistungsvergleiche von großer Bedeutung. Nach vielen gemeinsamen Schuljahren mit denselben Klassenkameraden interagiert man nun mit Studierenden aus aller Welt. Die eigene Leistungsfähigkeit muss innerhalb der ungewohnten Umgebung neu bewertet werden, was zu Veränderungen des Selbstbilds führen kann.

In einem aktuellen IZA-Forschungspapier, das demnächst im Economic Journal erscheint, zeigen Benjamin Elsner, Ingo Isphording und Ulf Zölitz, wie entsprechende soziale Vergleiche die Entscheidungen und die Leistung von Erstsemestern beeinflussen.

Rangposition beeinflusst eigene Erwartungen und Leistungen

Die Autoren nutzen dabei die zufällige Einteilung von Studierenden einer niederländischen Universität in verschiedene Tutoriumsgruppen. Sie messen die relativen Fähigkeiten der Studierenden anhand des „ordinalen Rangs“ innerhalb eines Tutoriums, also ob jemand gemäß dem vorab erzielten Notendurchschnitt an erster, zweiter, dritter oder weiterer Stelle steht. Dem Fischteicheffekt zufolge nehmen sich Studierende mit höherem Rang als kompetenter wahr, aber auch Lehrer oder Mitstudierende könnten auf andere Weise mit ihnen interagieren.

Tatsächlich finden die Autoren einen ausgeprägten Effekt auf die erzielte Leistung: Wer auf der Rangliste weiter oben steht, neigt weniger zum Abbruch des Kurses und erreicht bessere Noten in standardisierten, anonym bewerteten Prüfungen. Zudem wirkt sich der Rang auf die erwarteten zukünftigen Noten aus, was dafür spricht, dass die höher eingeordneten Studierenden sich selbst für fähiger halten als ihre Kommilitonen.

Studierende reagieren nur auf „gute Nachrichten“

Der Rang eines Studenten scheint gerade zu Beginn des ersten Jahres besonders wichtig zu sein, wo die Unsicherheit in einer völlig neuen Umgebung besonders hoch ist. Entscheidend für den Einfluss auf das Verhalten ist jedoch die Veränderung des Ranges im Vergleich zur Vorperiode: Erhöht sich die eigene Position gegenüber der durchschnittlichen Position der Vorperiode, verbessert sich die Leistung signifikant, während eine Verringerung des Ranges keinen Effekt hat. Die Forscher sehen darin einen Beleg für den Good-news-bad-news-Effekt: Menschen neigen dazu, auf positive Signale zu reagieren und negative zu ignorieren.

Anhaltende Effekte

Darüber hinaus sind die Auswirkungen des Rangs im Erstsemester-Tutorium längerfristiger Natur: Studierende mit hohem Rang in einem bestimmten Erstsemesterkurs – etwa Statistik oder Marketing – wählen mit größerer Wahrscheinlichkeit einen verwandten Folgekurs und spezialisieren sich im weiteren Studium auf den Bereich, in dem sie offenbar einen komparativen Vorteil gegenüber anderen wahrnehmen.

Die Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in die Entscheidungsfindung von Studierenden. Ob jemand ein „big fish in a little pond“ ist oder nicht, hängt stark vom Zufall ab. Die daraus resultierenden sozialen Vergleiche scheinen jedoch erhebliches Gewicht bei wichtigen Karriereentscheidungen zu haben. Nach Einschätzung der Autoren könnte ein verbessertes Informationsangebot über die eigenen Leistungen Studierenden in einer solchen Situation helfen, fundiertere Entscheidungen über den weiteren Karriereweg zu treffen.

Filed Under: Research Tagged With: higher education, peer effects, rank, social comparisons

Wann sind Menschen bereit zu Mehrarbeit für mehr Geld?

April 29, 2021 by Mark Fallak

In Zeiten, in denen sich viel verdienen lässt, arbeiten Menschen kaum mehr als in anderen Zeiten. Reagieren wir also nur schwach auf Lohnanreize? Das hätte wichtige Konsequenzen für die Wirtschaftspolitik. So wäre es nur sehr begrenzt möglich, Menschen über Steuersenkungen zu Mehrarbeit zu bewegen. Staatliche Konjunkturpakete verliefen weitgehend im Sande, wenn Unternehmen ihre Produktion trotz höherer Nachfrage nicht ankurbeln könnten, weil sie mit erhöhten Löhnen keine wesentliche Steigerung der geleisteten Arbeitsstunden bewirken können.

Gegen diese Sicht sprechen jedoch eine Reihe von Argumenten. Progressive Steuersysteme oder das Streben nach Beförderungen können den gemessenen Zusammenhang zwischen Arbeitsstunden und Bezahlung schwächen, selbst wenn Arbeitnehmende grundsätzlich bereit sind, für mehr Geld auch mehr zu arbeiten. Ein aktuelles IZA-Diskussionspapier von Christian Bredemeier, Jan Gravert und Falko Jüßen weist auf einen weiteren Grund hin: Veränderungen des eigenen Einkommens verändern das Gleichgewicht der Kräfte in der Familie und führen zu neuen Entscheidungen, wieviel die einzelnen Familienmitglieder arbeiten.

Die Studie baut auf einer umfangreichen wissenschaftlichen Literatur auf, die nachgewiesen hat, dass Familien auf einen bestimmten Betrag an Einkommen unterschiedlich reagieren, je nachdem, welches Familienmitglied diesen Betrag verdient hat. Einkommensveränderungen eines Familienmitglieds scheinen sich auf dessen Einfluss in der innerfamiliären Entscheidungsfindung auszuwirken. Ein Karriererückschritt etwa führt tendenziell dazu, dass man in der Familie weniger zu sagen hat. Man kann dann versuchen, seine alte Position im sprichwörtlichen „Familienrat“ wiederherzustellen, etwa indem man (bezahlte) Überstunden macht, auf die man als Single eher verzichten würde.

Konsum gibt Aufschluss über Einfluss in der Familie

Die Forscher entwickeln eine statistische Methode, wie die durch Lohnänderungen bewirkten Änderungen der innerfamiliären Verhandlungspositionen herausgerechnet werden können, wenn man die Bereitschaft von Arbeitnehmenden messen möchte, bei besserer Bezahlung mehr zu arbeiten. Die Methode nutzt Informationen zum Konsumverhalten der jeweiligen Familie, also welche Produkte und Dienstleistungen gekauft werden. Diese Daten lassen Rückschlüsse zu, welches Familienmitglied gerade großen Einfluss auf die Entscheidungen der Familie nimmt.

Der Studie zufolge sind Arbeitnehmer bereit, etwa sieben Prozent mehr zu arbeiten, wenn ihr Verdienst pro Stunde zehn Prozent höher ist. Das entspricht für einen Arbeitnehmer in Vollzeit knapp drei (bezahlten) Überstunden pro Woche. Diese Zahl ist deutlich größer als die Ergebnisse der meisten vorangegangenen Studien, die die Wirkungen von Lohnänderungen auf innerfamiliäre Verhandlungspositionen nicht berücksichtigen.

Diese Wirkung herauszurechnen ist aufschlussreich für die Einschätzung der Effekte von Maßnahmen, die die Verdienstmöglichkeiten verschiedener Familienmitglieder ähnlich verändern und daher keine wesentlichen Wirkungen auf die innerfamiliären Verhandlungspositionen haben. So könnten Beschäftigte durch temporäre Steuersenkungen oder Erhöhungen des allgemeinen Lohnniveaus durchaus zu einer – wenn auch moderaten – Erhöhung der Arbeitszeit bewegt werden, schlussfolgern die Autoren.

Filed Under: Research Tagged With: consumption, intra-family bargaining, labor-supply elasticity, wages, working hours

Glückliche Power-Paare?

April 22, 2021 by Mark Fallak

Die Erfolgsstory um das Biontech-Forscherehepaar Özlem Türeci and Ugur Sahin haben viele Medien mit dem Begriff „Power-Paar“ überschrieben. Neben der „geteilten Leidenschaft“, die einander beflügelt, können gemeinsame Netzwerke berufliche Vorteile bringen und gegenseitige Unterstützung den Karriereerfolg befördern. Aber ist es auch der Lebenszufriedenheit zuträglich, wenn in der Partnerschaft eine klare Trennung von Beruf und Privatleben fehlt?

Um diese Frage zu beantworten, haben Juliane Hennecke und Clemens Hetschko in einem aktuellen IZA-Forschungspapier repräsentative Daten zur Lebenszufriedenheit in Deutschland ausgewertet. Das Forscherteam von der Auckland University of Technology und der University of Leeds verglich Paare, die im selben Beruf und/oder derselben Branche arbeiten, mit anderen Doppelverdiener-Paaren ohne diese Gemeinsamkeiten. Dabei untersuchten sie neben der allgemeinen Lebenszufriedenheit auch, wie glücklich die Paare mit Teilaspekten wie Job, Einkommen, Familienleben und Freizeit sind.

Höhere Zufriedenheit, außer bei Selbstständigen

Die Ergebnisse der umfangreichen Datenanalyse stützen die „Power-Paar-Hypothese“ der Forscher: Paare mit beruflichen Gemeinsamkeiten sind im Schnitt zufriedener. Ausschlaggebend ist dafür offenbar die deutlich höhere Zufriedenheit mit dem erzielten Einkommen, aber auch die Jobzufriedenheit steigt tendenziell, wenn beide Partner im gleichen Bereich arbeiten. Bei Freizeit und Familienleben zeigen sich hingegen keine systematischen Unterschiede gegenüber anderen Paaren.

Am stärksten ausgeprägt ist der positive Effekt bei hochqualifizierten bzw. gutverdienenden Paaren, wo das Potenzial für gegenseitige Karriereförderung besonders groß ist. Dabei finden sich übrigens keine signifikanten Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Beide sind zufriedener, wenn sie Branche und/oder Beruf mit dem Partner teilen. Auffällig allerdings: Selbstständige Paare profitieren insgesamt nicht von gemeinsamer beruflicher Tätigkeit. Nach Einschätzung der Autoren könnte hier eher die Gefahr einer zu engen Verquickung von Arbeit und Privatleben bestehen.

Die Studienergebnisse geben auch einen Fingerzeig für die betriebliche Personalpraxis. Um stark gesuchte Fachkräfte zu gewinnen, bieten immer mehr Unternehmen an, deren Partner bei der Stellensuche zu unterstützen. Mit Blick auf die Zufriedenheit, die sich auch positiv auf die Produktivität auswirkt, ergibt es aus Sicht der Forscher Sinn, sich dabei auf dieselbe Branche zu konzentrieren.

Filed Under: Research Tagged With: assortative matching, career, copreneurs, gender, relationship, well-being, work-life balance, work-linked couples

Weibliche Konkurrenz beflügelt die männliche Produktivität

March 30, 2021 by Mark Fallak

Zahlreiche Studien zeigen, dass Frauen den Wettbewerb eher scheuen als Männer, was sich potenziell negativ auf Gehalts- und Karrierechancen auswirkt. Ein aktuelles IZA-Forschungspapier von Alison Booth und Patrick Nolen belegt diesen Zusammenhang erneut und untersucht darüber hinaus, welchen Unterschied es macht, ob Männer und Frauen untereinander oder gegeneinander konkurrieren.

Das an der Universität Essex durchgeführte Experiment bestand aus mehreren Runden mit insgesamt 444 Versuchspersonen, die am Computer eine Reihe von Aufgaben lösen mussten. In der ersten Runde wurde jede richtige Antwort vergütet, in der zweiten erhielt nur der oder die Beste einer zufällig zusammengestellten Vierergruppe einen Geldgewinn. Für die dritte Runde konnten die Teilnehmenden zwischen dem Stücklohn und dem Wettbewerbsprinzip wählen.

In einer weiteren Runde war eine mögliche Entlohnung an das Erreichen eines vorgegebenen Zielwerts an richtigen Antworten gekoppelt. Auch in der letzten Runde gab es eine Leistungsvorgabe, wobei jedoch explizit mitgeteilt wurde, dass es sich dabei um das zuvor erzielte Ergebnis einer anderen Versuchsperson handelte. Einem Teil der Probanden wurde dabei das Geschlecht der Person genannt, deren Leistung sie erreichen mussten.

Drohende Niederlage gegen eine Frau spornt Männer besonders an

Die Auswertung zeigt, dass sich Männer mehr ins Zeug legten, wenn sie eine personenbezogene statt einer willkürlichen Leistungsvorgabe hatten. Vor allem aber versuchten sie diese Leistung noch deutlich zu übertreffen, wenn sie wussten, dass es sich bei der anderen Person um eine Frau handelte. Frauen hingegen reagierten im Schnitt gar nicht auf die veränderte Wettbewerbssituation und erzielten unabhängig vom Leistungsziel in jeder Runde etwa das gleiche Ergebnis.

Die Forscher schließen daraus, dass Männer nicht nur einen größeren Wettbewerbseifer an den Tag legen, sondern durch die Gefahr einer Frau zu unterliegen besonders angespornt werden. Mit Blick auf die Gesamtproduktivität eines Unternehmens könne es daher von Vorteil sein, wenn sich der Frauenanteil in kompetitiven Arbeitsumgebungen erhöhe.

Filed Under: Research Tagged With: competitive behavior, experiment, gender, psychological pressure, tournament

Fair behandelt und doch diskriminiert?

March 18, 2021 by Mark Fallak

Einstellungstests und Assessment-Center sind inzwischen gängige Praxis bei Neueinstellungen in Unternehmen und Behörden. Dadurch soll eine möglichst objektive Vergleichbarkeit der Qualifikationsprofile gewährleistet und Diskriminierung entgegengewirkt werden. Dennoch kann es bei diesen Verfahren zu systematischer Benachteiligung bestimmter Bewerbergruppen kommen, wenn beispielsweise Wissen abgefragt wird, das für die praktische Berufseignung keine unmittelbare Relevanz hat. Darauf weist ein aktuelles IZA-Forschungspapier von Dominique Meurs und Patrick A. Puhani hin.

Die Forscher von der Universität Paris-Nanterre und der Leibniz-Universität Hannover analysieren den Einstellungsprozess im öffentlichen Dienst Frankreichs (concours), in dem ähnlich wie bei der Bewerbung für EU-Institutionen Prüfungen abgelegt werden müssen. Die Studie vergleicht die Einstellungsprüfungen für höhere regionale Verwaltungsbeamte mit den Evaluierungen und Tests, die nach einem einjährigen Trainee-Programm durchgeführt werden. Das Trainee-Programm ist deutlich praxisnäher als die Einstellungsprüfungen und enthält auch eine Praktikumskomponente.

Frauen mit gleichen Prüfungsleistungen schneiden im Job besser ab

Der Vergleich zeigt, dass Frauen im Trainee-Programm besser abschneiden als Männer, selbst bei gleichen Ergebnissen in der Einstellungsprüfung. Offenbar werden also bei den Prüfungen berufsrelevante positive Eigenschaften von Bewerberinnen übersehen, was zur Bevorzugung von Männern führt. Dies geschieht, obwohl die Tests anonym bewertet und Frauen im persönlichen Einstellungsgespräch tendenziell sogar leicht bevorzugt werden.

Der Analyse zufolge entsteht die Benachteiligung von Frauen durch eine Aufsatzprüfung zu kulturellem Allgemeinwissen (culture générale), die keinen direkten Zusammenhang mit der Leistung im Trainee-Programm aufweist. Nach Einschätzung der Autoren ist eine solche „systemische Diskriminierung“ nicht beabsichtigt und auch nicht sehr ausgeprägt, aber dennoch statistisch signifikant nachweisbar.

Für diese bislang kaum untersuchte Form von Diskriminierung wollen Meurs und Puhani mit ihrer Studie sensibilisieren. Einstellungstests sollten sich auf berufsrelevante Inhalte konzentrieren, die Aufschluss über die zu erwartende Produktivität der Bewerberinnen und Bewerber im betreffenden Tätigkeitsfeld geben. Gerade wenn kulturelle Fragen zum Einstellungskriterium würden, nähre sich sonst der Verdacht, dass Eliten dieses Instrument nutzen könnten, um möglichst „unter sich“ zu bleiben.

Filed Under: Research Tagged With: discrimination, hiring

Mehr Chancengleichheit durch technologischen Fortschritt?

March 8, 2021 by Mark Fallak

Die Hoffnung, dass sich im Zuge technologischer und wirtschaftlicher Entwicklung auch die Situation von Frauen verbessern würde, hat sich in vielen Entwicklungsländern nicht erfüllt. In einem aktuellen IZA-Forschungspapier geht Alina Sorgner auf Ursachensuche und fasst den Stand der Wissenschaft zur Gleichberechtigung im Kontext der Industrialisierung von Entwicklungsländern zusammen. Dabei liefert sie neben einer historischen Perspektive auch neue empirische Befunde aus der jüngeren Vergangenheit und Ausblicke auf künftige Herausforderungen durch aktuelle Trends der Wirtschafts- und Arbeitswelt.

Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass sich die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern sehr stark regional unterscheidet und tief in vorindustriellen Bedingungen verwurzelt ist, so dass sie selbst längere Entwicklungsphasen überdauert. Politikmaßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit müssten daher nach Einschätzung der Autorin viel stärker als bisher regional differenziert und längerfristig ausgerichtet sein.

Zudem hat offenbar die Geschwindigkeit der Industrialisierung großen Einfluss auf die Entwicklung der Geschlechtergerechtigkeit: Je schneller die wirtschaftliche Transformation, desto geringer die Fortschritte beim Abbau von Ungleichheiten. Dieses Ergebnis ist nur teilweise darauf zurückzuführen, dass Länder, die mit hohem Tempo industrialisieren, einen insgesamt geringeren wirtschaftlichen Entwicklungsstand aufweisen. Vielmehr hängt dieser Zusammenhang stark von der regionalen Wirtschaftsstruktur ab. Beispielsweise ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Regionen mit starker Textilindustrie relativ hoch und in Bergbauregionen umso geringer.

Gezielte Bildungsprogramme für Frauen zur Überwindung der digitalen Kluft

Die technologische Aufrüstung arbeitsintensiver Sektoren wie der Textilindustrie führt nun dazu, dass die Chancen für Frauen in diesen Bereichen zunehmend schwinden. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade die Fähigkeiten, die Arbeitskräfte vor Verdrängung durch Maschinen und digitale Technologien auch außerhalb der industriellen Fertigung schützen, bei Frauen in Entwicklungsländern deutlich schwächer ausgeprägt sind als bei Männern. Dazu zählen vor allem IT-Kenntnisse, aber auch analytische und verschiedene nicht-kognitive Fähigkeiten.

Durch gezielte Bildungsoffensiven speziell für Frauen müsse die Politik daher vordringlich die „digitale Kluft“ zwischen den Geschlechtern schließen, fordert die Ökonomin. Darüber hinaus brauche es mehr Maßnahmen zur Karriereförderung, um die Aussichten von Frauen auf Führungspositionen zu verbessern.

Neben der digitalen Transformation der Industrie kommt es in einigen Ländern außerdem bereits zur „vorzeitigen Deindustrialisierung“ auf vergleichsweise geringem Entwicklungsniveau. Dadurch dürfte nicht nur der Frauenanteil in der Fertigung weiter sinken, sondern es könnten weitere soziale Ungleichheiten entstehen, etwa durch die zunehmende „Aushöhlung“ der Mittelschicht. Diese Trends müsse die Politik zur Frauenförderung besonders im Blick haben, um rechtzeitig gegensteuern zu können, so die Studienautorin.

Filed Under: Research Tagged With: Development, gender equality, industrialization, Industry 4.0

Anteil der Beschäftigten im Homeoffice nimmt weiter zu

March 2, 2021 by Mark Fallak

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitssituation für viele Beschäftigte spürbar verändert. Während diese Veränderungen für die erste Phase des Pandemieverlaufs inzwischen recht gut dokumentiert sind, liegen zu aktuellen Entwicklungen kaum belastbare Daten vor. Das IZA hat daher im Februar 2021 für das Bundesarbeitsministerium eine repräsentative Befragung unter abhängig Beschäftigten in Deutschland durchgeführt.

Themenschwerpunkte sind die Verbreitung von Homeoffice, die Wirkung der Ende Januar 2021 in Kraft getretenen Corona-Arbeitsschutzverordnung, das von den Beschäftigten empfundene Ansteckungsrisiko am Arbeitsplatz sowie ihr allgemeines Belastungsempfinden.

Knapp die Hälfte der Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Homeoffice in der aktuellen Pandemielage stark genutzt wird. Mitte Februar arbeitete annähernd jeder zweite abhängig Beschäftigte zumindest stundenweise im Homeoffice. Gut jeder dritte abhängig Beschäftigte arbeitete sogar überwiegend oder ausschließlich im Homeoffice.

22 Prozent der Beschäftigten arbeiteten im Februar mehr im Homeoffice als noch im Januar. Der Anteil der Beschäftigten, die einen wesentlichen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice erledigen, lag demnach im Februar 2021 deutlich höher als zu Beginn der zweiten Lockdown-Phase.

Positive Effekte der Corona-Arbeitsschutzverordnung

Nach Einschätzung des IZA-Forscherteams dürfte die zuletzt weiter gestiegene Homeoffice-Nutzung auch auf die neue Corona-Arbeitsschutzverordnung zurückzuführen sein. In der Befragung äußerte jeder vierte abhängig Beschäftigte den Eindruck, dass diese neue Regelung etwas daran geändert hat, wie stark Homeoffice im eigenen Betrieb genutzt wird.

Viele Beschäftigte mit diesem Eindruck haben wahrgenommen, dass Kolleginnen und Kollegen mit dem Homeoffice jetzt erst angefangen haben oder aber ihren Homeoffice-Anteil an der Arbeitszeit weiter ausgebaut haben.

Diejenigen Befragten, die in ihrem Betrieb keine Veränderungen der Homeoffice-Praxis in Folge der Corona-Arbeitsschutzverordnung wahrgenommen haben, nennen dafür zwei wesentliche Gründe: Entweder war Homeoffice bereits vorher gut möglich, oder die betreffenden Tätigkeiten eignen sich schlecht fürs Homeoffice.

Potenzial für noch mehr Homeoffice begrenzt

Die mangelnde Homeoffice-Eignung bestimmter Tätigkeiten ist der wichtigste Faktor, dass Homeoffice in der aktuellen Pandemielage nicht noch stärker genutzt wird. Dagegen nennt nur etwa jeder fünfte abhängig Beschäftigte eine mangelnde oder schlechte technische Ausstattung als Grund, nicht oder nicht in größerem Umfang im Homeoffice zu arbeiten.

Demnach könnte die Corona-Arbeitsschutzverordnung weitere Veränderungen eher bei den Beschäftigten erzielen, die jetzt schon ihre Arbeit zumindest zum Teil von zu Hause aus erledigen. Von diesen plant jeder vierte, den Arbeitgeber vor dem Hintergrund der Verordnung darum zu bitten, noch mehr Homeoffice machen zu dürfen. Eine große Mehrheit ist jedoch mit dem aktuellen Umfang an Homeoffice zufrieden oder arbeitet bereits jetzt schon so viel wie möglich im Homeoffice.

Von den abhängig Beschäftigten, die derzeit nicht im Homeoffice tätig sind, plant jeder zehnte, den Arbeitgeber mit Verweis auf die Verordnung zu bitten, Homeoffice machen zu können. In ganz wenigen Fällen wird die Zurückhaltung mit der Sorge begründet, dass diese Bitte schlecht beim Arbeitgeber ankommen könne.

Verbesserter Infektionsschutz in den Unternehmen

Neben der stärkeren Nutzung von Homeoffice-Möglichkeiten hat die Corona-Arbeitsschutzverordnung offenbar auch zu einem höheren Infektionsschutz in den Betrieben beigetragen. Aus Sicht der abhängig Beschäftigten haben die Arbeitgeber in Reaktion auf die Vorgaben der Verordnung die einschlägigen Maßnahmen verstärkt.

Ein Drittel gibt an, dass Regelungen und Maßnahmen zur Kontaktreduktion bei der Arbeit im Vergleich zum Dezember 2020 noch einmal verschärft wurden. Jeder vierte abhängig Beschäftigte, der Mitte Februar 2021 vom Arbeitgeber medizinische Schutzmasken gestellt bekam, gibt an, dies sei im Dezember 2020 noch nicht der Fall gewesen. Aktuell erhalten dennoch 12 Prozent der abhängig Beschäftigten von ihrem Arbeitgeber keine medizinischen Schutzmasken. In Kleinbetrieben mit weniger als 10 Beschäftigten ist dieser Anteil mit 22 Prozent deutlich höher.

Hohe Zufriedenheit mit den Maßnahmen der Arbeitgeber

Insgesamt schneiden Arbeitgeber in ihren Bemühungen um einen Infektionsschutz aus Sicht der Beschäftigten gut ab. So machen sich aktuell nur 17 Prozent große oder sehr große Sorgen, dass sie sich bei der Arbeit mit dem Coronavirus infizieren könnten. Nur einer von zehn Beschäftigten hält die von ihrem Arbeitgeber ergriffenen Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung alles in allem für nicht weitreichend genug. Dagegen halten 82 Prozent der Beschäftigten die Infektionsschutzmaßnahmen ihres Arbeitgebers für gerade richtig.

Auch bei den Arbeitsmitteln zeigen die Unternehmen sich in vielen Fällen kooperativ. Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten (85 Prozent) erhält Computer, Laptops oder Tablets zur Verfügung gestellt, bei Smartphones und Handys sind es 44 Prozent. Büromöbel wie etwa Schreibtische oder Bürostühle bekommt allerdings nur jeder Zehnte. Auffällig allerdings: Weibliche Beschäftigte im Homeoffice bekommen im Schnitt seltener Arbeitsmittel gestellt als ihre männlichen Kollegen.

Viele Beschäftigte fühlen sich stark belastet

Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich auch beim Empfinden von Belastung, Anstrengung und Stress. 42 Prozent der Befragten fühlen sich momentan stark oder sehr stark belastet, wobei dieses Befinden bei Frauen mit 48 Prozent deutlich stärker ausgeprägt ist als bei Männern (36 Prozent).

Der zunehmende Stresspegel drückt auch auf die Lebenszufriedenheit. Auf einer Skala von 0 (ganz und gar unzufrieden) bis 10 (ganz und gar zufrieden) ergab die Befragung einen Durchschnittswert von 6,7. Eine Befragung auf Basis von SOEP-Daten hatte zu Beginn der Pandemie im April 2020 noch einen Wert von 7,4 für die in Deutschland lebende Bevölkerung ermittelt.

Filed Under: IZA News, Research

Hilfsprogramme für Einkommensschwache fördern Einhaltung der Corona-Regeln

February 1, 2021 by Mark Fallak

Bis ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung bereitsteht, bleibt die Reduzierung sozialer Kontakte wohl die wirksamste Strategie gegen die weitere Ausbreitung der Pandemie. Die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen erfordert neben Gemeinschaftssinn und staatlicher Kontrolle auch die Möglichkeit, Grundbedürfnisse von zu Hause aus zu decken. Wer nicht im Homeoffice arbeiten oder sich keine Essenslieferungen leisten kann, mag Ausgangsbeschränkungen („stay-at-home orders“) daher als besonders unfair erachten, was die Akzeptanz der Maßnahmen gefährdet.

Ein aktuelles IZA-Forschungspapier von Claudio Deiana, Andrea Geraci, Gianluca Mazzarella und Fabio Sabatini deutet darauf hin, dass sich gezielte staatliche Hilfen für die ärmere Bevölkerung positiv auf die Bereitschaft zur Einhaltung der Kontaktbeschränkungen auswirken. Die Studie nutzt Erkenntnisse aus dem ersten harten Lockdown in Italien, dem damaligen europäischen Epizentrum der Pandemie.

Lebensmittelgutscheine für wirtschaftlich Benachteiligte

Ende März 2020 leitete die italienische Regierung Sofortmaßnahmen ein, um einkommensschwachen Menschen Lebensmittelmarken zur Verfügung zu stellen. Die Autoren analysieren anhand von Mobilitätsdaten, wie sich das Programm auf die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen auswirkte. Um einen kausalen Effekt des Hilfsprogramms zu belegen, nutzten die Forscher regionale Unterschiede im Leistungsumfang, der sich nach dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen auf Gemeindeebene richtete.

Die Berechnungen (Details siehe englische Textfassung) zeigen, dass die Mobilität umso stärker zurückging, je mehr Mittel die jeweilige Gemeinde aus dem staatlichen Hilfspaket zugewiesen bekam. Da der Effekt nicht allein auf die Gruppe der Begünstigten beschränkt war, vermuten die Forscher, dass die wahrgenommene Fairness der Maßnahmen den „Gesellschaftsvertrag“ zwischen Bürgern und Regierung gestärkt hat, so dass die breite Bevölkerung eher bereit war, sich an die staatlichen Vorgaben zum Social Distancing zu halten.

Nach Einschätzung der Studienautoren können gezielte Hilfen für Bedürftige somit nicht nur die akute wirtschaftliche Not lindern, sondern zugleich eine wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.

Filed Under: Research Tagged With: compliance, COVID-19, fairness, food relief, Italy, social distancing

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