• Skip to primary navigation
  • Skip to content
  • Skip to primary sidebar

IZA Newsroom

IZA – Institute of Labor Economics

  • Home
  • Archiv
  • Presselounge
  • DE
  • EN

Verantwortung, Flexibilität und neue Freiräume im Job werden geschätzt – aber nicht von allen

March 30, 2017 by admin

Passt das Job-Profil nicht zum Naturell eines Arbeitnehmers, leidet die Arbeitszufriedenheit. Der Unterschied in der Zufriedenheit gegenüber einem Job, bei dem Verantwortung, Autonomie, Arbeitszeit- und Homeoffice-Regelungen den individuellen Präferenzen entsprechen, ist etwa vergleichbar mit dem Unterschied in der Lebenszufriedenheit zwischen Erwerbstätigen und Arbeitslosen. Das ist ein erstes Ergebnis der Studie „Arbeiten in Deutschland“, die das IZA und die XING AG jetzt in Berlin vorgestellt haben.

Zu den Folgen der Digitalisierung, die mit ihren verschiedenen Facetten den Wandel der Arbeitswelt vorantreibt, zählen die zunehmende Verlagerung unternehmerischer Risiken auf Arbeitnehmer und ein wachsender Qualifikationsdruck. Dadurch entstehen sowohl Chancen durch mehr Entscheidungs-spielräume als auch Gefahren durch Überforderung. Wie sieht die arbeitende Bevölkerung in Deutschland vor diesem Hintergrund ihre Zukunft? Dazu haben IZA und XING unter dem Titel „Arbeiten in Deutschland“ eine breit angelegte Studie mit mehr als 8.000 befragten Personen auf den Weg gebracht.

Flexibles Arbeiten inzwischen weit verbreitet

Erste Ergebnisse zeigen ein hohes Maß an individuellen Freiräumen bei den abhängig Beschäftigten. Unter den befragten Arbeitnehmern haben 21% keine festen Arbeitszeiten, 32% können zumindest teilweise mobil oder im Homeoffice arbeiten, 72% tragen nach eigener Einschätzung ein hohes Maß an Verantwortung, und 60% können den Ablauf ihrer Arbeit grundsätzlich selbst bestimmen. Wer mehr zeitliche und räumliche Flexibilität, Verantwortung und Autonomie hat, ist im Durchschnitt auch zufriedener mit dem Job.

Die moderne Arbeitswelt kommt also den Wünschen vieler Menschen entgegen. Dennoch bleibt ein nicht zu vernachlässigender Anteil von Beschäftigten, die feste Strukturen und Vorgaben in ihrem Job bevorzugen und sich von „weicheren“ Vorgaben eher herausgefordert oder sogar überfordert fühlen. Mehr Freiräume entsprechen also nicht dem Naturell aller Menschen, was sich auf die Arbeitszufriedenheit auswirkt.

Das Beispiel der Verantwortungsdelegation verdeutlicht diesen Zusammenhang: 57% der abhängig Beschäftigten tragen viel Verantwortung und fühlen sich damit wohl. 19% tragen wenig Verantwortung und sind damit ebenfalls zufrieden bzw. finden sich damit ab, da ihr Job in dieser Hinsicht keine Veränderung erlaubt. Für diese beiden Gruppen entspricht also das ihnen übertragene Ausmaß an Verantwortung – ob viel oder wenig – dem jeweiligen Naturell.

Mehr Freiheit im Job macht nicht immer glücklich

Allerdings sind 15% der Beschäftigten mit ihrer hohen Verantwortung unzufrieden, während 9% nach eigener Einschätzung wenig Verantwortung tragen und gerne mehr hätten. Bei jedem vierten Beschäftigten passt also das tatsächliche nicht zum gewünschten Maß an Verantwortung.

Ähnlich verhält es sich mit Arbeitszeitflexibilität und Autonomie, wo bei 23% bzw. 25% der Beschäftigten das vorhandene Ausmaß nicht den individuellen Präferenzen entspricht. Die Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten oder Homeoffice kommen sogar zu 55% nicht den Wünschen der Arbeitnehmer nach.

In diesen Fällen liegt also ein „Mismatch“ zwischen Job-Profil und individuellen Präferenzen vor, der sich in einer deutlich geringeren Arbeitszufriedenheit ausdrückt: Auf einer 5-Punkte-Zufriedenheitsskala macht es im Durchschnitt einen ganzen Punkt aus, ob jemand gerne oder ungerne flexibel arbeitet. Diese Diskrepanz entspricht etwa dem in anderen Studien gemessenen Unterschied in der Lebenszufriedenheit zwischen Erwerbstätigen und Arbeitslosen – nach Einschätzung der Forscher ein „alarmierendes Ergebnis“.

Bedürfnisse der Arbeitnehmer stärker berücksichtigen

Die allgemeine Arbeitszufriedenheit hängt also nicht allein von den Eigenschaften eines Jobs ab, sondern auch davon, wie sehr diese Eigenschaften den Präferenzen des jeweiligen Arbeitnehmers entsprechen. Beschäftigte mit engen Vorgaben und wenig Verantwortung können grundsätzlich genauso zufrieden mit ihrer Arbeit sein wie Arbeitnehmer mit viel Flexibilität und viel Verantwortung.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse sollten Arbeitgeber daher einerseits Bewerber noch sorgfältiger auswählen und verstärkt darauf achten, dass das Stellenprofil auch in Aspekten wie Flexibilität, Verantwortung und Autonomie den individuellen Präferenzen entspricht. Andererseits könnten Coaching- und Mentoring-Angebote einem „Mismatch“ entgegenwirken, wenn etwa einem Arbeitnehmer mehr Verantwortung oder Autonomie übertragen werden soll.

IZA-Chef Hilmar Schneider: „Der Trend zu mehr Verantwortung, Flexibilität und Autonomie ist nicht pauschal als positiv oder negativ zu bewerten. Unsere Ergebnisse zeigen: In der Arbeitswelt der Zukunft mit immer vielfältigeren Erwerbsformen und Tätigkeitsprofilen wird es noch mehr als bislang darauf ankommen, dass die Ausgestaltung des Jobs zu den individuellen Wünschen und Bedürfnissen passt.“

Filed Under: IZA News, Research

IZA und IAB stellen innovativen Datensatz für die Evaluation von Arbeitsmarktpolitik bereit

February 24, 2017 by admin

Um die Wirkung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen bewerten zu können, braucht die Wissenschaft geeignete Daten. Administrative Daten liefern detailgenaue Informationen zum Erwerbsverlauf, während Befragungsdaten die subjektiven Erfahrungen und Reaktionen der Betroffenen abbilden. Ein Gemeinschaftsprojekt des IZA mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kombiniert nun die Stärken beider Datenquellen in einem einzigartigen Datensatz zu über 15.000 Personen. Der „IZA/IAB Linked Evaluation Dataset 1993-2010“ (LED) ermöglicht beispielsweise eine umfassendere Erforschung des Suchverhaltens von Arbeitslosen.

Auf Basis einer Zufallsstichprobe aus den vom IAB erfassten „Integrierten Erwerbsbiografien“ wurden rund 17.400 Personen, die sich zwischen Juni 2007 und Mai 2008 arbeitslos gemeldet hatten, ermittelt und im Auftrag des IZA telefonisch befragt. Mit Einwilligung der Befragten konnten die Daten von insgesamt 15.173 Personen mit den am IAB vorliegenden Informationen zum tagesgenauen Erwerbsverlauf verknüpft werden. Der auf diese Weise entstandene Datensatz ist anonymisiert und lässt keinerlei Rückschlüsse auf einzelne Personen zu.

Die IAB-Daten umfassen personenbezogene Angaben zu Beschäftigungsverhältnissen aus den Meldungen zur Sozialversicherung sowie Informationen zu Leistungsbezug und Teilnahme an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik aus den operativen Geschäftsprozessen der Bundesagentur für Arbeit.

Die Befragungsdaten des IZA erstrecken sich über einen Zeitraum von drei Jahren ab Eintritt in die Arbeitslosigkeit und beinhalten detaillierte Informationen zu den Personen und ihren Arbeitsmarktaktivitäten. Die Daten decken auch zahlreiche Merkmale ab, die in anderen Datensätzen typischerweise nicht erfasst sind, aber das Suchverhalten und den Arbeitsmarkterfolg beeinflussen können.

Der LED eröffnet somit neue Perspektiven für die empirische Arbeitsmarktforschung: Einerseits eignen sich die Daten für die Evaluation einzelner Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik wie Trainingsmaßnahmen oder Lohnkostenzuschüsse. Andererseits ermöglicht die Kombination aus umfangreichen Personenmerkmalen und Längsschnittinformationen auch empirische Analysen zu vielen Aspekten des Übergangs von Arbeitslosigkeit in Beschäftigung. Die Stichprobe ist allerdings nicht repräsentativ für Arbeitslose insgesamt, sondern konzentriert sich auf Eintritte in Arbeitslosigkeit aus einer vorangegangenen Beschäftigung.

Weitere Informationen zum anonymisierten Datensatz und den Zugangsmöglichkeiten für interessierte Forscher:

  • Forschungsdatenzentrum (FDZ) am IAB
  • Forschungsdatenzentrum (IDSC) am IZA

Kontakt: idsc@iza.org

Filed Under: IZA News Tagged With: active labor market policy, attitudes, behavior, dataset, evaluation, IAB, job search, personality, unemployment

IZA Prize in Labor Economics an Claudia Goldin überreicht

January 7, 2017 by admin

H. Schneider, C. Goldin, D. Hamermesh

Im Rahmen der Jahrestagung des Ökonomenverbands AEA wurde am 6. Januar 2017 in Chicago der IZA Prize in Labor Economics an Claudia Goldin verliehen. Die Wirtschaftsprofessorin an der Harvard University erhielt die mit 60.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Lebenswerk zur Rolle der Frau in der Geschichte von Wirtschaft, Bildung und Arbeitsmarkt.

Nach der Begrüßung durch IZA-Chef Hilmar Schneider und einführenden Worten von IZA-Netzwerkkoordinator Daniel Hamermesh würdigten drei Laudatoren, darunter Shelly Lundberg als Vertreterin des IZA-Preiskomitees, die herausragende Karriere der Preisträgerin, die im Jahr 1990 als erste Frau eine Lebenszeitprofessur an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Harvard University erreichte.

Weitere Informationen über den akademischen Werdegang der Preisträgerin, ihre „Detektivarbeit“ als Wirtschaftshistorikerin und Arbeitsökonomin sowie ihre Forschungserkenntnisse zur geschlechtsspezifischen Ungleichheit finden Sie hier:

  • Claudia Goldin (Interview in Econ Focus, 2014)
  • „Reassessing the Gender Wage Gap“ (Interview in Harvard Magazine, May 2016)
  • „The True Story of the Gender Pay Gap“ (Freakonomics, 2016)
  • „Goldin Demystifies Gender Economics“ (The Harvard Crimson, 2007)
  • „Exploring the Present Through the Past“ (Interview in World Economics, 2007)
  • „The Economist as Detective“ [doc file] (autobiographischer Kurzessay, 1998)
  • Harvard-Homepage Goldin | IZA-Homepage Goldin

[mehr über den IZA-Preis]

Filed Under: IZA News Tagged With: economic history, gender gap, IZA Prize, labor economics

IZA-Fellow neuer Vorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration

September 9, 2016 by admin

Thomas Bauer

Thomas K. Bauer, langjähriger IZA-Mitarbeiter und Fellow, wurde am 7. September zum Vorsitzenden des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) gewählt. Bauer zählt zu den profiliertesten deutschen Migrationsexperten. Er koordinierte zwischen 1998 und 2003 die Forschungsaktivitäten des IZA zu Mobilität und Zuwanderung, bevor er an das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung wechselte.

Bauer war in seiner Zeit am IZA unter anderem Mitverfasser eines umfassenden Gutachtens im Auftrag der damaligen Unabhängigen Kommission Zuwanderung der Bundesregierung und Co-Autor von Fachbüchern des IZA zum Thema.

IZA-Chef Hilmar Schneider gratulierte Bauer zu seiner Wahl: „Ich bin sicher, dass die wichtige Arbeit des Sachverständigenrats unter der Leitung von Thomas Bauer nochmals an Profil und gesellschaftlicher Relevanz gewinnen wird.“

Lesen Sie mehr beim SVR.

Filed Under: IZA News

Rekordverdächtig: Über 10.000 IZA Discussion Papers online

June 27, 2016 by admin

Seit 1998 sind die IZA Discussion Papers das Flaggschiff des IZA. Hier stellen die mehr als 1.400 Mitglieder des weltweiten IZA-Netzwerks ihre neuesten Forschungsarbeiten zur Diskussion, schon bevor sie in Fachzeitschriften eingereicht und publiziert werden. Auf diese Weise beschleunigen die online kostenlos verfügbaren IZA Discussion Papers die fachliche Debatte um die Zukunft der Arbeit und erzielen eine enorme weltweite Reichweite. Kaum eine andere vergleichbare Schriftenreihe kann eine solche Resonanz vorweisen. Das thematische Spektrum spiegelt dabei alle Facetten der Arbeitsökonomie wieder.

Im soeben erschienenen IZA-Diskussionspapier Nr. 10000 liefern Nobelpreisträger James J. Heckman und Rasmus Landersø einen aufschlussreichen Vergleich zur sozialen Mobilität in Dänemark und den USA:

  • The Scandinavian Fantasy: The Sources of Intergenerational Mobility in Denmark and the U.S.

Ein effizienter Publikationsprozess sorgt dafür, dass inzwischen rein rechnerisch alle zehn Stunden ein neues IZA-Diskussionspapier erscheint. Auch die Zahl von mehr als 33 Millionen Downloads von Volltexten seit Beginn unserer Datenerfassung im Jahr 2002 spricht für sich – das erfolgreichste IZA Discussion Paper wurde 215.000 Mal abgerufen.

IZA-Chef Hilmar Schneider und Netzwerk-Koordinator Dan Hamermesh betonen den hohen Wert, den das IZA dem kontinuierlichen Ausbau der Schriftenreihe beimisst:

„The IZA discussion paper series has had an enormous impact on establishing IZA’s reputation as a top-level research institution in labor economics – and it will continue to play a key role. Providing an efficient platform for researchers to disseminate their work at an early stage, the IZA discussion papers stimulate constructive feedback from peers. They serve as an invaluable device of scientific quality control, and I dare say this series has its own merits in shaping labor economics as an important sub-discipline within economics.“
— Hilmar Schneider (CEO of IZA)

hamermesh„The first IZA Discussion Paper appeared in April 1998. While not there yet, the IZA Discussion Paper series is now much nearer to being, “… as the stars of the heaven, and as the sand which is upon the seashore….” [Genesis 22:17] And like the stars of the heaven, the Discussion Papers have illuminated very wide areas. They are central to the lives of professional economists, experts on labor and increasingly journalists and policy makers, and are a testimony to the usefulness of the IZA Network of scholars and experts.“
— Daniel S. Hamermesh (Chief Coordinator of the IZA Network)

+++

Wenn auch Sie Email-Benachrichtigungen über neu erschienene IZA Discussion Papers erhalten wollen, registrieren Sie sich bitte hier.

Filed Under: IZA News, Research Tagged With: labor economics, publications, research

IZA-Preis 2016 geht an die Harvard-Ökonomin Claudia Goldin

May 15, 2016 by admin

Der diesjährige IZA Prize in Labor Economics geht an Claudia Goldin. Die Wirtschaftsprofessorin an der Harvard University erhält die mit 60.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Lebenswerk zur Rolle der Frau in der Geschichte von Wirtschaft, Bildung und Arbeitsmarkt. Die Entscheidung traf das sechsköpfige IZA-Preiskomitee aus international führenden Ökonomen, darunter fünf ehemalige Preisträger. Die offizielle Preisverleihung findet im Rahmen der Jahrestagung des Ökonomenverbands AEA am 6. Januar 2017 in Chicago statt.

Weitere Informationen über den akademischen Werdegang der Preisträgerin, ihre „Detektivarbeit“ als Wirtschaftshistorikerin und Arbeitsökonomin sowie ihre Forschungserkenntnisse zur geschlechtsspezifischen Ungleichheit finden Sie hier:

  • Claudia Goldin (Interview in Econ Focus, 2014)
  • „Reassessing the Gender Wage Gap“ (Interview in Harvard Magazine, May 2016)
  • „The True Story of the Gender Pay Gap“ (Freakonomics, 2016)
  • „Goldin Demystifies Gender Economics“ (The Harvard Crimson, 2007)
  • „Exploring the Present Through the Past“ (Interview in World Economics, 2007)
  • „The Economist as Detective“ [doc file] (autobiographischer Kurzessay, 1998)
  • Harvard-Homepage Goldin | IZA-Homepage Goldin

[mehr über den IZA-Preis]

Filed Under: IZA News Tagged With: economic history, education, gender wage gap, Harvard, IZA Prize, labor market, women

Daniel Hamermesh über seine Rolle als neuer Editor-in-Chief von IZA World of Labor

March 1, 2016 by admin

Heute übernehme ich die Funktion des Editor-in-Chief von IZA World of Labor (WoL). Diese Aufgabe ist für mich eine große Ehre und Ansporn zugleich. Ich habe mich über 50 Jahre der Erforschung von Arbeitsmärkten gewidmet – ein halbes Jahrhundert, in dem die Disziplin der Arbeitsökonomie zunehmend an Bedeutung gewonnen und einen immensen Wissensschatz angehäuft hat.

Dieses Wissen zu strukturieren und auf verständliche Weise frei zugänglich zu machen, ist das Ziel von IZA World of Labor. Die Verknüpfung mit politischen Fragestellungen erhöht den Nutzwert der Informationen für die praktische Anwendung im Politikbetrieb und – mindestens ebenso wichtig – sie mehrt das Hintergrundwissen der Bürger, die letztlich der Politik die Richtung vorgeben.

Jeder WoL-Artikel fasst zunächst im so genannten „elevator pitch“ die Thematik zusammen, stellt Pro und Kontra gegenüber und vermittelt die Kernbotschaft des Autors. Durch dieses einzigartige Format erfasst der Leser bereits auf der ersten Seite die wesentlichen Aspekte des Themas, die Essenz der wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie den sinnvollsten Ansatz, sich der Fragestellung zu nähern.

Wen aber meine ich überhaupt mit „Leser“? Die WoL-Artikel sind bewusst so verfasst, dass sie auch ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund zu verstehen sind und lediglich englische Sprachkenntnisse sowie eine gewisse Grundbildung voraussetzen. Damit heben sie sich von den meist deutlich technischer gehaltenen Beiträgen in den wissenschaftlichen Fachzeitschriften ab. Unsere wichtigsten Zielgruppen sind:

  1. Politische Entscheidungsträger und ihre Mitarbeiter sollten WoL zu jedem Arbeitsmarktthema auf der politischen Agenda konsultieren, um schnell und einfach an die wesentlichen Informationen und Empfehlungen zu gelangen, die zum Verständnis und idealerweise zur Lösung des Problems beitragen.
  2. Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und ihre Mitglieder müssen oft kurzfristig und rasch auf Politikvorschläge reagieren. WoL hilft ihnen dabei, weil sie hier ohne große Recherche eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung des Themas finden.
  3. Journalisten verbringen viel Zeit damit, „Experten“ als Gesprächspartner zu finden – oder sie greifen auf bewährte Ansprechpartner zurück, die jedoch nicht notwendigerweise zu den führenden Forschern auf dem betreffenden Gebiet zählen. WoL reduziert diesen Suchaufwand, denn die Artikel vermitteln nicht nur eine wissenschaftliche Einschätzung, sondern auch den Kontakt zu den Autoren, die ausgewiesene Experten für die spezifische Fragestellung sind.
  4. Interessierte Bürger und Wähler, die Arbeitsmarktpolitik verstehen und bei wichtigen Themen kompetent mitreden wollen, gelangen über die modernen Kommunikationskanäle immer leichter an Informationen. WoL bietet ihnen den Service, diese Informationen zu strukturieren und in verständlicher Form zugänglich zu machen.

Als neuer Editor-in-Chief möchte ich das thematische Spektrum von WoL noch verfeinern und bestehende Lücken schließen, indem weitere renommierte Autoren angefragt werden, Artikel zu ausgewählten Fragestellungen einzureichen. Wichtig ist mir vor allem, dass die vier genannten Zielgruppen die Bedeutung und den praktischen Nutzwert von IZA World of Labor erkennen.

— Daniel S. Hamermesh
(Editor-in-Chief, IZA World of Labor; Professor, Royal Holloway University of London)

Filed Under: IZA News, Opinion, Videos Tagged With: evidence-based policy advice, IZA World of Labor

Wie polarisiert ist der deutsche Arbeitsmarkt? Neue Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung

September 28, 2015 by admin

IZA-Experten unter Leitung von Werner Eichhorst haben im Auftrag der Bertelsmann Stiftung eine empirische Analyse zur möglichen Polarisierung des deutschen Arbeitsmarktes vorgenommen. Die heute veröffentlichte Studie untersucht die Entwicklung der Erwerbstätigkeit, des Arbeitsvolumens, der Löhne und der Nutzung atypischer Beschäftigungsformen nach Berufsgruppen in Deutschland seit Mitte der 1990er Jahre. Dabei kann zwar eine wachsende Lohnspreizung zwischen den besser und den schlechter entlohnten Berufsgruppen beobachtet werden, aber keine klare Polarisierung der Beschäftigung in Köpfen oder in Stunden zwischen den Berufsgruppen.

Im Zeitverlauf sind einige hoch entlohnte Berufe in Bezug auf die Erwerbstätigkeit deutlich gewachsen wie auch Tätigkeiten mit vergleichsweise geringer Entlohnung, doch ein massiver Einbruch der Arbeitsnachfrage, d.h. der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens, lässt sich im Bereich der Berufe mit mittlerer Entlohnung nicht feststellen. Während es durchaus bemerkenswerte Beschäftigungsgewinne vor allem bei gering entlohnten Berufsgruppen (insbesondere einfache und mittelqualifizierte Berufe des Dienstleistungssektors) und im oberen Bereich (z.B. Berufe im Gesundheitswesen, Ingenieure, Lehrer und Wissenschaftler, Unternehmensleiter und -berater) gegeben hat, halten sich die Verluste im Mittelfeld, etwa bei Metall-Facharbeitern und Handwerkern, bisher in Grenzen. Die atypische Beschäftigung, verstanden als befristete Beschäftigung, Minijob, Zeitarbeit und Selbstständigkeit, hat in Deutschland vor allem bei bestimmten hochqualifizierten Berufsgruppen, aber auch bei eher gering entlohnten Arbeitsplätzen an Terrain gewonnen, weniger im mittleren Segment.

Entwicklung der Erwerbstätigkeit, 1996-2011 (Quelle: Mikrozensus, eigene Berechnungen; Berufsgruppen nach ISCO-88 sortiert nach Medianlöhnen 1995 aus SIAB. Berte)

Auch im internationalen Vergleich ist das Bild keineswegs so einheitlich wie erwartet. Die durchgeführten Analysen weisen auf eine relativ stabile Beschäftigung im mittleren Entlohnungsbereich und damit eine insgesamt begrenzte Polarisierung der Erwerbstätigkeit in Deutschland hin. Allerdings hat die atypische Beschäftigung in einigen Berufsgruppen Anteilsgewinne zu verzeichnen.

Die Studie untersucht auch die Veränderungen der Tätigkeitsprofile im Zuge des technischen Fortschritts. Deutlich wird, dass interaktive Tätigkeiten am deutschen Arbeitsmarkt stark an Bedeutung gewonnen haben. Die Entwicklung von Löhnen, Beschäftigung und Bildungsnachfrage zeigt sich jedoch sehr heterogen.

Werner Eichhorst, Direktor Arbeitsmarktpolitik Europa am IZA und Projektleiter der Studie:

„Die These einer von technologischem Wandel und Globalisierung getriebenen Polarisierung der Arbeitsmärkte lässt sich nach unseren Analysen für Deutschland kaum halten. Im Zeitvergleich, aber auch im Vergleich mit anderen europäischen Staaten, zeigt sich vielmehr eine recht robuste Mitte des Arbeitsmarktes in Deutschland. Auffällig ist allerdings die stärkere Verbreitung atypischer Beschäftigungsformen in einzelnen Berufsgruppen, insbesondere die gewachsene Rolle der geringfügigen Beschäftigung und der Zeitarbeit in bestimmten, meist geringer entlohnten Teilbereichen des Dienstleistungssektors. Ebenso auffällig ist die Zunahme befristeter Beschäftigung auch in höheren Entlohnungsbereichen. Dies lässt sich vor allem auf die Deregulierung des Arbeitsmarktes in den frühen 2000er Jahren zurückführen.“

Filed Under: IZA News, Research

Zukunft der Gewerkschaften: Neue IZA-Studie und Veranstaltung mit DGB-Chef Reiner Hoffmann

August 21, 2015 by admin

Die Arbeitswelt verändert sich aufgrund des rasanten technischen Fortschritts immer schneller. Digitalisierung und „Industrie 4.0“ werden dafür sorgen, dass die Flexibilisierung von Arbeitszeiten, Arbeitsorten und Arbeitsformen einen weiteren Schub bekommt. Intelligente Maschinen und Roboter sind in der Produktion auf dem Vormarsch. Das schafft neue Spielräume für die Verbindung von Arbeit und Freizeit, sorgt aber auch für neue Gestaltungsnotwendigkeiten. Insbesondere die Gewerkschaften sehen sich vor großen Herausforderungen hinsichtlich der Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen in einer variantenreichen Arbeitswelt.

Ein neuer IZA-Standpunkt von Werner Eichhorst, Holger Hinte, Alexander Spermann und Klaus F. Zimmermann benennt sechs zentrale Gestaltungsfelder, auf die die Gewerkschaften künftig ihren Fokus richten sollten. Neben der kreativen Regulierung von Arbeitszeiten sollte dabei die Modernisierung von Weiterbildungsangeboten im Zentrum stehen. Die Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass die Rolle der Gewerkschaften als Korrektiv in der digitalen Arbeitswelt nicht geringer werden wird.

[Read more…] about Zukunft der Gewerkschaften: Neue IZA-Studie und Veranstaltung mit DGB-Chef Reiner Hoffmann

Filed Under: IZA News, Research

Gesteuerte Zuwanderung nach Deutschland: IZA-Experten legen umfassendes Konzept unter Einbindung eines Punktesystems vor

March 5, 2015 by admin

Die deutsche Zuwanderungsdiskussion ist in Bewegung; das Problembewußtsein steigt in vielen Parteien. Benötigt eine angemessene Reaktion auf den zunehmenden Mangel an Fachkräften Verbesserungen im Zuwanderungsrecht wie die Einführung eines aktiven Auswahlverfahrens für Zuwanderer aus nichteuropäischen Staaten? CDU-Generalsekretär Peter Tauber hatte die Debatte ausgelöst und erhielt am Montag der Woche Unterstützung durch ein Zehn-Punkte-Papier der einflußreichen CDU 2017-Gruppe aus Unionspolitikern um CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn. Am Dienstag legte der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann nach einer Informationsreise nach Kanada ein siebenseitiges Positionspapier seiner Fraktion vor, das erhebliche Neuregelungen einschließlich eines Punktesystems vorsieht. Seit Wochen werben auch die Grünen für einen Gesetzentwurf, der nachfrage- mit angebotsorientierter Zuwanderung kombinieren will. Andererseits verweisen Gegner über die Parteien hinweg darauf, dass Deutschland bereits über sehr großzügige Zuwanderungsangebote verfüge. Sind weitere Reformen bis hin zur Einführung eines Punktesystems tatsächlich notwendig?

[Read more…] about Gesteuerte Zuwanderung nach Deutschland: IZA-Experten legen umfassendes Konzept unter Einbindung eines Punktesystems vor

Filed Under: IZA News, Research

  • Vorige Seite
  • Page 1
  • …
  • Page 6
  • Page 7
  • Page 8

Primary Sidebar

© 2013–2026 Deutsche Post STIFTUNGImpressum | DatenschutzerklärungIZA