Längere Bezugsdauer von Arbeitslosengeld verringert Anstrengungen bei der Jobsuche

Die Arbeitslosenversicherung als eine der Säulen des deutschen Sozialstaats hat eine Gratwanderung zu bewältigen: Einerseits soll eine ausreichend hohe Lohnersatzleistung die wirtschaftlichen Folgen des Arbeitsplatzverlustes abfedern und eine effektive Jobsuche ermöglichen. Andererseits können zu großzügige Leistungen dazu verleiten, die Jobsuche hinauszuzögern oder nur halbherzig zu betreiben.

Empirisch wurde bereits vielfach nachgewiesen, dass eine Ausweitung der Höhe oder Bezugsdauer der Arbeitslosenunterstützung bei den Anspruchsberechtigten im Durchschnitt zu längerer Arbeitslosigkeit führt. Dazu werden meist zwei mögliche Erklärungen genannt: Die Arbeitslosen schrauben ihre Suchanstrengungen zurück, oder sie erhöhen ihren Anspruchslohn, also das Lohnniveau, unterhalb dessen ein Jobangebot nicht angenommen wird.

Neuregelung für ältere Arbeitslose

Ob und in welchem Maße diese Faktoren auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Rolle spielen, untersucht Andreas Lichter in einem aktuellen IZA Discussion Paper. Der IZA-Forscher nutzt dazu ein „natürliches Experiment“: Im Jahr 2007 hatte die Bundesregierung die im Rahmen der Hartz-Reformen reduzierte Bezugsdauer teilweise wieder zurückgedreht und für ältere Arbeitslose (50-54 Jahre) um zwölf Wochen auf 15 Monate verlängert.

Mit Daten des IZA Evaluation Dataset Survey konnte Lichter das Suchverhalten und die Wiederbeschäftigungsquote von Arbeitslosen analysieren, die sich kurz vor bzw. nach Inkrafttreten der Reform (Juni 2007 bis Mai 2008) arbeitslos meldeten. Durch den Vergleich mit Arbeitslosen knapp unter 50 Jahren, die nicht in den Genuss der neuen Regelung kamen, konnte er sicherstellen, dass die Effekte tatsächlich auf die Reform zurückzuführen waren.

Weniger Bewerbungen verschickt

Die Analyse zeigt, dass Arbeitsuchende, die Aussicht auf eine längere Bezugsdauer hatten, ihre Anstrengungen signifikant verringerten und im Durchschnitt 1,8 Bewerbungen weniger pro Woche verschickten. In Regionen mit geringer Arbeitslosigkeit, also mit tendenziell besseren Aussichten auf eine Wiederbeschäftigung, fiel der Rückgang der Bemühungen besonders stark aus. An den Anspruchslöhnen änderte sich hingegen nichts.

Durch die verringerten Suchanstrengungen sanken auch die Erfolgsaussichten: Ein Rückgang der Bewerbungen um 10% reduzierte die kurzfristige Wiederbeschäftigungswahrscheinlichkeit um 1,3%.

Download der englischsprachigen Studie (IZA DP No. 10264):

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Mit den richtigen Anreizen schulische Leistungen steigern und Ungleichheit abbauen

library-1400313_640Individueller Erfolg in Schule, Studium und Arbeitsmarkt hängt noch immer stark vom Bildungshintergrund und dem Einkommen der Eltern ab. Das Bildungssystem spielt daher eine zentrale Rolle für die Förderung von Chancengleichheit und sozialer Mobilität. Zwei aktuelle IZA Discussion Papers untersuchen, durch welche Art von Lernanreizen benachteiligte Schüler gezielt motiviert werden könnten, um soziale Ungleichheit bei den schulischen Leistungen zu verringern.

Monetäre und nicht-monetäre Anreize für Schüler

Mangelnde Motivation ist einer der möglichen Gründe für schlechte Noten benachteiligter Schüler. IZA Research Fellow Simon Burgess (Universität Bristol) hat daher gemeinsam mit Robert Metcalfe (Universität Chicago) und Sally Sadoff (UC San Diego) getestet, inwieweit sich die Motivation von Schülern durch finanzielle Anreize steigern lässt. Dabei wurden die Schüler nicht für gute Noten belohnt, wie es in anderen Experimenten mit mäßigem Erfolg versucht worden war, sondern für ihre Anstrengungen in vier für den Lernerfolg relevanten Bereichen: Anwesenheit, Hausaufgaben, Verhalten und Mitarbeit im Unterricht.

Die Forscher erhoben Daten von rund 10.000 Schülern der Abschlussklasse an 63 englischen Schulen in sozial schwachen Einzugsgebieten. Nach dem Zufallsprinzip wurden die Schulen in zwei Gruppen geteilt. Nur in der einen Gruppe wurden den Schülern Geldbeträge von bis zu 80 Pfund pro Quartal oder nicht-monetäre Anreize wie Ausflüge oder Fußballtickets in Aussicht gestellt, wenn ihnen gute Leistungen in den vier beurteilten Bereichen bescheinigt wurden.

Die Ergebnisse zeigen, dass sozial benachteiligte Schüler durch finanzielle Anreize ihre Leistung deutlich steigerten. Der Abstand zur Klassenspitze verringerte sich, und die Erfolgsquote bei der Abschlussprüfung erhöhte sich um rund zehn Prozentpunkte. Die nicht-monetären Anreize verursachten weniger Kosten, erzielten aber auch eine geringere Wirkung. Bei Schülern mit ohnehin hoher Motivation ließ sich kein Effekt feststellen, was laut den Autoren der Studie dafür spricht, Anreize gezielt auf Problemgruppen zu fokussieren.

Selbstgesteckte Lernziele für Studenten

In der zweiten Studie wählten die IZA-Fellows Damon Clark (UC Irvine), David Gill und Victoria Prowse (beide Purdue University) gemeinsam mit Mark Rush (University of Florida) einen subtileren Ansatz, um Studenten zu motivieren. Für ihr randomisiertes Experiment teilten sie 4.000 Studierende in zwei Gruppen auf. Die Teilnehmer der Versuchsgruppe sollten sich selber Ziele setzen, und zwar entweder Leistungsziele (z.B. Noten) oder Aufgabenziele (z.B. die Anzahl erledigter Übungsaufgaben), an die sie regelmäßig erinnert wurden.

Erkenntnisse der verhaltensökonomischen Forschung legen nahe, dass eigenständig gesetzte Ziele auch ohne finanzielle Anreize zu mehr Selbstdisziplin führen. Das Experiment zeigte jedoch, dass nur die Aufgabenziele eindeutig positive Effekte brachten: Die angestrebten Aufgaben wurden größtenteils erfüllt, was sich wiederum positiv auf die allgemeine Leistung in den Kursen auswirkte. Die Leistungsziele führten dagegen nicht verbreitet zu besseren Noten.

Beide Studien machen deutlich, wie evidenzbasierte Forschung dazu beitragen kann, durch geeignete bildungspolitische Instrumente die soziale Mobilität zu fördern. Monetäre Anreize können zwar wirken, erfordern jedoch einen hohen finanziellen Aufwand bei ungleich verteilten Effekten. Das Setzen von Zielen ist eine kostengünstige Alternative, aber auch hier hängt der Erfolg von der genauen Ausgestaltung ab.

Download der englischsprachigen Studien:

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Beruflicher Wiedereinstieg nach der Babypause: Wenig Netto vom Brutto

family-1784371_960_720Lohnt sich eine Rückkehr in den Beruf finanziell, oder wird das zusätzlich erzielte Familieneinkommen durch die erhöhte Steuer- und Abgabenlast plus Kinderbetreuungskosten wieder aufgefressen? Diese Frage stellen sich viele Eltern nach der Babypause. Berechnungen des IZA für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zeigen, dass es tatsächlich in vielen Fällen finanziell kaum attraktiv ist, wenn beide Partner arbeiten.

Denn das deutsche Modell des Ehegattensplittings begünstigt den traditionellen Alleinverdiener-Haushalt. Je größer die Differenz zwischen den Arbeitseinkommen beider Ehepartner, desto größer der Steuervorteil. Hinzu kommt, dass bei der Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit die beitragsfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung entfällt und meist kostenpflichtige Kinderbetreuung organisiert werden muss.

Alleinverdienst lukrativer

Die Modellrechnungen zeigen: Verdient der Mann beispielsweise 100.000 Euro jährlich und die Frau nähme eine Teilzeitstelle für 20.000 Euro brutto an, so bekäme die Familie bei zwei zu betreuenden Kindern nur etwa ein Viertel davon als zusätzliches Netto. Ein modernes Arbeitsmodell, bei dem beide Partner in Teilzeit für jeweils 40.000 Euro arbeiten, um gleichermaßen an der Kindererziehung mitzuwirken, wird sogar mit Nettoeinbußen aufgrund höherer Sozialabgaben „bestraft“: Bei zwei Kindern bleiben gegenüber einem Alleinverdienst von 80.000 Euro rund 6.870 Euro weniger übrig. Für unverheiratete Paare mit einem Kind lohnt sich hingegen eine solche Aufteilung.

„Die größten Hürden für eine gemeinsame Berufstätigkeit beider Partner liegen im Ehegattensplitting, den zusätzlichen Freibeträgen, aber auch in der beitragsfreien Mitversicherung der Krankenkasse“, resümiert IZA-Experte Holger Bonin. Um den Kontakt zum Arbeitsmarkt nicht zu verlieren, arbeiten viele Mütter trotzdem. Beliebt sind dabei Minijobs, die steuer- und abgabenbefreit sind, allerdings wegen meist fehlender Aufstiegschancen zur Geringfügigkeitsfalle werden können.

Lesen Sie den Artikel zum Ehegattensplitting auf FAZ.NET:

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Nehmen Maschinen uns die Jobs weg?

Im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung werden immer mehr Arbeitsvorgänge von Computern und Robotern erledigt. Wird menschliche Arbeit dadurch auf Dauer überflüssig? Solche düsteren Visionen waren ein Schwerpunkt der ARD-Themenwoche “Zukunft der Arbeit”, in deren Rahmen IZA-Chef Hilmar Schneider unter anderem bei der Deutschen Welle zu Gast war. Im Wirtschaftsmagazin „Made in Germany“ erklärte er, was von Schreckensszenarien zu halten sei, die jede zweite Stelle durch Automatisierung bedroht sehen.

schneider-dwSchon seit Ende des 18. Jahrhunderts mit Beginn der industriellen Revolution wird die Automatisierung als Jobkiller dargestellt. Zu Unrecht, erklärt Schneider: „Ob das nun die Dampfmaschine ist, ob das die Elektrifizierung ist, immer hat technischer Fortschritt dazu geführt, dass wir Arbeit leichter machen können, dass wir mehr machen können.“ Die Arbeit sei nie weniger geworden, sondern anders, so der IZA-Chef.

schneider-dw-enZudem müsse man in Netto- und nicht in Bruttozahlen rechnen, sonst entstehe ein schiefes Bild: „Die Geschichte zeigt, es ist immer etwas weggefallen und es ist immer etwas dazugekommen. Es ist nur leider ganz schwierig vorherzusehen, was das ist, das auf uns zukommt.“ Klar sei jedoch, dass es immer Bereiche geben werde, in denen der Mensch der Maschine überlegen sei: „Wir müssen uns überlegen: Was können wir als Menschen besonders gut? Was können Computer nicht, und was werden sie wahrscheinlich auch in hundert Jahren noch nicht können?“ Dazu zählten vor allem menschliche Eigenschaften wie Kreativität und soziale Intelligenz. Wo dies eine Rolle spiele, ergäben sich schon jetzt neue Chancen.

Sehen Sie die vollständige Sendung:

IZA-Experte Werner Eichhorst bekräftigte diese Einschätzung gegenüber dem SWR: „Historisch gesehen hat es trotz aller Innovationswellen und Technologieschübe nie eine massive Erhöhung der Arbeitslosigkeit aufgrund von technischen Entwicklungen gegeben. Und ich glaube auch nicht, dass wir das für die nächsten Jahre und Jahrzehnte befürchten müssen.“

Mehr in der Multimediageschichte: Zukunft der Arbeit – was ist unsere Arbeit wert?

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Frauenquote in Führungsetagen: Mehr Chancen als Risiken?

Die Karriere von qualifizierten Frauen endet häufig an der „gläsernen Decke“. Diese steht metaphorisch für die Hindernisse, vor denen Frauen in ihrem beruflichen Umfeld stehen, sobald sie versuchen, in höhere Management-Etagen aufzusteigen. Vorurteile, Stereotypen und männlich dominierte Unternehmensstrukturen bewirken, dass bei der Besetzung von Vorstandsposten auch qualifizierte Frauen oft außen vor bleiben.

Um dieser Diskriminierung entgegenzuwirken, gilt in Deutschland seit 2016 für die Aufsichtsräte großer börsennotierter Unternehmen eine Frauenquote von 30 Prozent. Für Vorstandsposten wurde bislang keine verbindliche Quote festgelegt. Kritiker befürchten, dass zu wenige Frauen für diese spezifischen Führungsaufgaben qualifziert seien und die nötige Berufserfahrung in solchen Positionen mitbrächten. Eine starre Frauenquote könne somit das durchschnittliche Qualifikations- und Erfahrungsniveau der Vorstände herabsetzen und damit potenziell auch die Performance der Unternehmen in Mitleidenschaft ziehen.

Männerquote in der Elternzeit statt Frauenquote im Vorstand

Ein 2014 erschienener Artikel in IZA World of Labor, der die bis dahin vorliegenden Erkenntnisse der internationalen Wissenschaft auswertete, ließ diese Bedenken nicht ungerechtfertigt erscheinen. Unter Effizienzgesichtspunkten sprächen die empirischen Erkenntnisse jedenfalls nicht für eine Frauenquote. Sinnvoller sei es, so das Fazit der dänischen Ökonomin und Aufsichtsrätin Nina Smith (Universität Aarhus & IZA), auf anderen Ebenen wie der Familienpolitik – etwa durch eine Männerquote in der Elternzeit – darauf hinzuwirken, dass Frauen die gleichen Karrierechancen wie Männer erhielten.

Zu einer deutlich positiveren Einschätzung von Frauenquoten auf Führungsebene gelangt nun eine aktuelle Studie aus Italien. Sie attestiert der dort im Jahr 2011 eingeführten Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte durchweg positive Effekte. Ein Forscherinnenteam um Chiara Pronzato (Universität Turin & IZA) analysierte dazu die Veränderungen in den italienischen Vorstandsetagen sowie die Gewinn- und Aktienkursentwicklung vor und nach Inkrafttreten der Quote (2007-2014).

Der Studie zufolge kam es in Italien seit Einführung der Quote, deren Nichteinhaltung hart sanktioniert wird, zu einem deutlichen Zuwachs des Anteils von Frauen in Vorstandspositionen. Dabei wurde nicht nur die gesetzliche Vorgabe von einem Drittel in der Regel deutlich übertroffen, sondern es stiegen gleichzeitig auch mehr Frauen an die oberste Unternehmensspitze auf.

Besser qualifizierte Männer und Frauen an der Spitze

Die Frauenquote habe in Italien außerdem zu einem insgesamt verbesserten Auswahlprozess für Führungskräfte beigetragen, erklären die Wissenschaftlerinnen. Vorstandsposten würden seither im Schnitt durch jüngeres und besser ausgebildetes – männliches wie weibliches – Personal besetzt.

Im gleichen Zeitraum konnte die Studie im Übrigen keinen signifikanten Einfluss der Frauenquote auf Gewinn oder Verlust der Unternehmen ermitteln. Wohl aber nahmen Aktienkursschwankungen nach Einführung der Quote ab – die Autorinnen führen diesen Effekt auf die stärker ausgeprägte Risikoaversion von Frauen zurück. Damit widersprechen sie am Beispiel Italiens der These eines Negativeffekts von Frauenquoten auf den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen.

Eine Bestätigung dieser Forschungsergebnisse durch Langzeitanalysen steht zwar noch aus. Doch die bisherigen Erkenntnisse könnten auch die Diskussion um eine Frauenquote in deutschen Vorständen neu entfachen.

Lesen Sie die Studie (in englischer Sprache):

Bildquelle: gemphoto via Shutterstock
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Qualifizierte Job-Bewerberinnen mit türkischem Namen und Kopftuch benachteiligt

Tanonyme-bewerbungrotz aller Integrationsbemühungen werden türkischstämmige Frauen, insbesondere wenn sie ein Kopftuch tragen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt nach wie vor diskriminiert. Wie ein aktuelles IZA Discussion Paper zeigt, müssen kopftuchtragende Musliminnen für eine Einladung zum Bewerbungsgespräch – bei identischer Qualifikation – mehr als viermal so viele Bewerbungen verschicken. Bei höherqualifizierten Stellen steigt der Grad der Diskriminierung gegenüber Bewerberinnen ohne Migrationshintergrund noch weiter an.

Die Probleme von Migrantinnen auf dem Arbeitsmarkt werden oft einer geringeren Qualifikation zugeschrieben. Doch selbst hier aufgewachsene Bewerberinnen mit besten Deutschkenntnissen und „deutscher“ Bildungs- und Ausbildungsbiografie sind mit erheblichen Benachteiligungen konfrontiert – wenn sie einen türkisch klingenden Namen haben und noch dazu ein Bewerbungsfoto mit Kopftuch vorlegen. Zu diesem Ergebnis kommt ein umfangreicher Feldversuch der Ökonomin Doris Weichselbaumer (Universität Linz). Sie verschickte rund ein Jahr lang fast 1.500 fiktive Bewerbungen an Unternehmen in Deutschland und analysierte die Rückmeldungen der Personalabteilungen.

Geringere Chancen trotz identischer Qualifikation

Die Ergebnisse weisen eindeutig auf die – bewusste oder unbewusste – Diskriminierung von Bewerberinnen mit Kopftuch und Migrationshintergrund hin: Während auf Bewerbungen mit einem typisch deutschen Namen (Sandra Bauer) in 18,8 Prozent der Fälle eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch folgte, erhielten von den identischen Bewerbungen mit einem türkischen Namen (Meryem Öztürk) nur 13,5 Prozent eine positive Rückmeldung. Wenn die fiktive türkischstämmige Bewerberin zusätzlich noch ein Kopftuch auf dem Bewerbungsfoto trug, sank die Rate für eine positive Antwort auf 4,2 Prozent. Erst nach 4,5-mal so vielen Bewerbungen kommt bei ihr ein Bewerbungsgespräch zustande.

Die Größe oder internationale Ausrichtung der angeschriebenen Firmen machte bei den Ergebnissen des Feldversuchs keinen Unterschied. Ob in der Ausschreibung Wert auf gutes Deutsch oder Erfahrung mit Kunden- oder Mitarbeiterkontakt gelegt wurde, wirkte sich ebenfalls nicht auf die Resultate aus.

Je höher die Position, desto größer die Benachteiligung

Unterschiede zeigten sich hingegen bei der Art der ausgeschriebenen Stellen. So nahm die Diskriminierung mit steigendem Qualifikationsniveau noch weiter zu: Für eine Stelle in der Bilanzbuchhaltung musste die kopftuchtragende Meryem Öztürk 7,6-mal mehr Bewerbungen verschicken als Sandra Bauer, während bei der Bewerbung um eine Stelle als Sekretärin die Ungleichbehandlung bei einem Faktor von 3,5 lag. Offenbar werden Musliminnen ungeachtet ihrer Qualifikation für Positionen mit höherem beruflichen Status in Deutschland immer noch vergleichsweise selten in Betracht gezogen.

dp10117-fig1Bei der Erstellung der fiktiven Bewerbungsfotos wählte die Linzer Forscherin eine moderne Art der Kopftuchbindung, mit der das Gesicht der Kandidatin gut sichtbar und der Hals nur teilweise bedeckt war. Dies sollte signalisieren, dass die Bewerberin ihre Religion nicht streng interpretiert. Weichselbaumer geht davon aus, dass die Ergebnisse bei einem konservativer getragenen Kopftuch noch eindeutiger ausgefallen wären.

„Im Westen wird das Augenmerk stets auf die Situation von Frauen in muslimischen Kulturen gerichtet, selten jedoch beschäftigen wir uns mit der Diskriminierung von Musliminnen durch die westliche Gesellschaft“, kritisiert Weichselbaumer. Angesichts der aktuellen Migrationsströme sei es politisch unerlässlich, die enormen Schwierigkeiten abzubauen, denen muslimische Kandidatinnen ausgesetzt sind, wenn sie sich im deutschen Arbeitsmarkt integrieren wollen.

Download der englischsprachigen Studie (IZA DP No. 10217):

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Scheuen Frauen wirklich das Risiko und den Wettbewerb?

cardsFrauen sind auf der Führungsetage seltener vertreten und verdienen weniger als Männer, weil sie allgemein das Risiko scheuen, leistungsabhängige Entlohnung tendenziell ablehnen, weniger offensiv in Gehaltsverhandlungen gehen und sich im Wettbewerb mit Männern eher zurücknehmen. Diesen klassischen ökonomischen Erklärungsansatz entlarven fünf aktuelle IZA-Publikationen – zumindest teilweise – als Mythos.

Die sprichwörtliche weibliche Risikoscheu werde überbewertet, resümiert Antonio Filippin, der in einem Artikel für IZA World of Labor die Ergebnisse diverser experimenteller Studien auswertet. Ob sich überhaupt Geschlechterunterschiede in der Risikobereitschaft nachweisen ließen, hänge stark von der gewählten Untersuchungsmethode ab. Jedenfalls seien sie als allgemeingültige Erklärung für den geringen Frauenanteil in leitenden Positionen ungeeignet, so der Mailänder Ökonom.

Mehr Geld? Pustekuchen!

Auch das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern lässt sich laut einer aktuellen Studie von Benjamin Artz, Amanda H. Goodall und Andrew J. Oswald nicht damit erklären, dass Frauen mit der Forderung nach Gehaltserhöhung zurückhaltender sind, etwa weil sie ihr gutes Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen nicht belasten wollen.

Anhand repräsentativer australischer Umfragedaten konnte das britisch-amerikanische Forscherteam zeigen: In vergleichbaren beruflichen Positionen mit gleicher Stundenzahl bemühten sich Frauen im Erhebungszeitraum (2013-2014) ebenso häufig um eine Gehaltserhöhung wie Männer. Doch die Erfolgswahrscheinlichkeit war bei den männlichen Beschäftigten um 25 Prozent höher.

Über die Studie Do Women Ask? (IZA DP No. 10183) haben internationale Medien wie New York Times und BBC berichtet.

Voll auf Risiko

Ganz von der Hand zu weisen sind Unterschiede im Risikoverhalten dennoch nicht: Eine Auswertung von Leistungsdaten aus den Playoffs der US-Basketballligen NBA (Männer) und WNBA (Frauen) zeigt, dass die männlichen Spieler kurz vor Spielschluss ihre Risikofreude steigerten, wenn eine besonders riskante Strategie noch zum Erfolg führen konnte. Im Gegensatz dazu ging die Risikobereitschaft der weiblichen Basketball-Profis in der gleichen Situation sogar zurück. Je weniger Zeit noch auf der Uhr, desto größer die Lücke zwischen den Geschlechtern.

Mit erhöhtem Einsatz

Wenn die Geschlechter jedoch nicht untereinander, sondern gegeneinander konkurrieren, kann das Bild schon wieder anders aussehen. Eine Analyse von 4.279 Ausgaben der US-Quizshow Jeopardy! ergab, dass die Risikobereitschaft von Frauen zunahm, wenn sie gegen Männer antraten. Das galt sowohl für die Antwortwahrscheinlichkeit als auch für die Höhe des Einsatzes – obwohl Frauen gerade beim Spielen um Geld als risikoscheu gelten. Die Risikobereitschaft sei also offenbar nicht angeboren, sondern abhängig vom sozialen Kontext, folgern die Autoren.

Laufend überholt

Bleibt ein drittes Szenario: Frauen treten mit Männern im gleichen Wettbewerb an, konkurrieren aber nicht direkt miteinander – wie zum Beispiel beim New York Marathon. Die Forschungsfrage einer gestern erschienenen Studie lautet daher: Wie reagieren Frauen, wenn sie von Männern überholt werden? Tatsächlich ergaben die Laufdaten, dass weniger leistungsstarke Athletinnen ihre Schrittfrequenz leicht reduzierten, sobald der erste Mann an ihnen vorbeigezogen war. Insgesamt zeigte sich jedoch, dass sich die Läuferinnen von schnelleren Männern weder beflügeln noch demoralisieren ließen.

Lesen Sie mehr:
Im Online-Kompendium IZA World of Labor finden Sie eine Vielzahl weiterer Artikel zum Themenkomplex “Gender Gap” und Frauen auf dem Arbeitsmarkt.

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IZA-Fellow neuer Vorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration

bauer

Thomas Bauer

Thomas K. Bauer, langjähriger IZA-Mitarbeiter und Fellow, wurde am 7. September zum Vorsitzenden des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) gewählt. Bauer zählt zu den profiliertesten deutschen Migrationsexperten. Er koordinierte zwischen 1998 und 2003 die Forschungsaktivitäten des IZA zu Mobilität und Zuwanderung, bevor er an das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung wechselte.

Bauer war in seiner Zeit am IZA unter anderem Mitverfasser eines umfassenden Gutachtens im Auftrag der damaligen Unabhängigen Kommission Zuwanderung der Bundesregierung und Co-Autor von Fachbüchern des IZA zum Thema.

IZA-Chef Hilmar Schneider gratulierte Bauer zu seiner Wahl: „Ich bin sicher, dass die wichtige Arbeit des Sachverständigenrats unter der Leitung von Thomas Bauer nochmals an Profil und gesellschaftlicher Relevanz gewinnen wird.“

Lesen Sie mehr beim SVR.

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Unterschiedliche Formen der Kinderbetreuung und ihre Tücken

Bei der Organisation der Kinderbetreuung sind Eltern allzu oft mit Problemen konfrontiert, die auch ihre Arbeitsmarktaktivitäten negativ beeinflussen. Wer keinen Platz in einer Kindertagesstätte ergattert, zieht häufig die eigene Verwandtschaft heran – oder bleibt selbst zu Hause. Welche Form der Betreuung für das Kind am besten ist, bleibt auch in der Wissenschaft umstritten. Ein aktuelles IZA Discussion Paper liefert dazu neue Erkenntnisse, während zwei weitere internationale Studien die Auswirkungen auf die Lebenszufriedenheit der betreuenden (Groß-)Eltern beleuchten.

Hemmt oder fördert Kita-Betreuung die kognitive Entwicklung?

Die Nachfrage nach professioneller frühkindlicher Betreuung ist in allen OECD-Staaten während der letzten Jahre stetig gestiegen, primär aufgrund der immer stärkeren Erwerbstätigkeit von Müttern.

Margherita Fort, Andrea Ichino und Giulio Zanella von der Universität Bologna untersuchen in ihrem aktuellen IZA Discussion Paper, welchen Einfluss die frühkindliche Betreuung von Kindern unter drei Jahren auf deren spätere kognitive Fähigkeiten hat. Dazu führten sie IQ-Tests bei Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren durch und kombinierten die Resultate mit Daten der städtischen Kindertagesstätten in Bologna.

Das Ergebnis: Mit jedem zusätzlichen Monat, den Kinder in der Kita verbrachten, reduzierte sich der bei den Kindern später gemessene IQ-Wert um durchschnittlich 0,5%, wobei der negative Effekt bei Mädchen, insbesondere aus wohlhabenderen Elternhäusern, noch stärker ausfällt.

Das italienische Forscherteam verweist zur Erklärung darauf, dass die Kinder in der Kita meist weniger Gelegenheit zur unmittelbaren Interaktion mit Erwachsenen haben, die als wichtiger Stimulus der frühkindlichen kognitiven Entwicklung gilt. Mädchen profitieren davon aufgrund ihrer allgemein rascheren geistigen Entwicklung im Kindesalter stärker als Jungen.

Unwillige Großeltern büßen an Lebenszufriedenheit ein

Viele Familien setzen – freiwillig oder unfreiwillig – auf die Großeltern als verlässliche und nicht zuletzt kostengünstige Möglichkeit der Kinderbetreuung. Die steigende Lebenserwartung und Gesundheit im Alter macht dies auch perspektivisch immer plausibler. Für die Großeltern gehen damit aber häufig erhebliche Belastungen einher, die ihr Wohlbefinden trüben können.

Darauf weisen Giorgio Brunello und Lorenzo Rocco von der Universität Padua in einem aktuellen IZA Discussion Paper hin. Sie werteten die SHARE-Studie aus, die europaweite Umfragedaten von über 25.000 Personen im Alter von über 50 Jahren enthält. Demnach führen bereits zehn zusätzliche Stunden Kinderbetreuung pro Monat zu einer um rund vier Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken. Dabei zeigten sich Großväter fast doppelt so anfällig wie Großmütter.

Eine hohe Wahrscheinlichkeit depressive Symptome zu entwickeln zeigten Großeltern mit hohen „Opportunitätskosten“, also mit einer geringen Bereitschaft ihre Zeit für die Kinderbetreuung zu „opfern“. Dies war insbesondere bei Großvätern aus Italien, Spanien und Polen der Fall, die sich aufgrund ihres traditionellen Rollenverständnisses oft nicht für die Kinderbetreuung zuständig fühlen.

“Intensive Mutterschaft” für gebildete Mütter weniger erfüllend

Statt die Kinder den Großeltern oder einer Kita zu überlassen, kümmern sich viele Mütter lieber selbst ganztägig um ihre Kinder. Dem unter anderem in den USA verbreiteten Prinzip des „intensive mothering“ zufolge ist die intensive Betreuung durch die Mutter besonders förderlich für die Entwicklung der Kinder.

Während die tatsächlichen Vor- und Nachteile für Kinder in der Wissenschaft nach wie vor kontrovers diskutiert werden, sind die Auswirkungen auf die Mütter selbst bislang kaum erforscht. J. Ignacio Gimenez-Nadal (Universidad Zaragoza) und Almudena Sevilla (Queen Mary University London & IZA) liefern hierzu in ihrem aktuellen IZA Discussion Paper neue Erkenntnisse. Ihre Analyse von Umfragedaten aus den USA ergibt, dass das subjektive Erleben des „intensive mothering“ je nach Bildungsniveau der Mütter stark variiert.

So stellen sich Gefühle von Glück und Erfüllung bei gebildeteren Müttern seltener ein, während sie häufiger über Stress klagen als Mütter mit geringerer beruflicher Qualifikation. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass gebildete Mütter zeitintensivere Formen der Kinderbetreuung wählen, um in ihrer subjektiven Wahrnehmung ein Optimum an Erziehung zu gewährleisten.

Qualität der Betreuung wichtiger als die Form

Welche Form der Kinderbetreuung Eltern wählen, bleibt eine persönliche Entscheidung, die von individuellen, aber auch von vorgefundenen strukturellen Faktoren abhängt. Staatlicherseits kann mit einem besseren Betreuungsschlüssel die kognitive Entwicklung der Kinder gefördert werden. Umgekehrt birgt eine ungünstige Betreuungssituation in den Kitas die Gefahr einer nicht adäquaten Förderung.

Die häusliche Kinderbetreuung muss sich des Risikos bewusst sein, dass die eigene Lebenszufriedenheit je nach Konstellation nicht nur positiv beeinflusst wird und sowohl auf die Qualität der Betreuung als auch die eigene Gesundheit negativ ausstrahlen kann. Wer seine Kinder privat betreut, sollte darüber das eigene Wohlbefinden nicht vernachlässigen – oft leichter gesagt als getan.

Lesen Sie die vollständigen Studien (in englischer Sprache):

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Soziales Umfeld beeinflusst Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen

Die Beschäftigungslücke zwischen Männern und Frauen ist in den meisten Ländern noch nicht geschlossen. Zwar befinden sich die Frauen in vielen hochentwickelten Volkswirtschaften auf der Überholspur, was ihr Bildungsniveau angeht, aber mangelnde Kinderbetreuungs- und Teilzeitangebote hemmen nach wie vor die Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen.

Zudem sorgen soziale und kulturelle Einflüsse dafür, dass selbst hochqualifizierte Frauen oft dem Arbeitsmarkt gar nicht oder nur stark eingeschränkt zur Verfügung stehen. Zuletzt hat sich der Aufholprozess bei der weiblichen Erwerbsbeteiligung sogar wieder verlangsamt.

Vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen, die in den meisten Industrienationen zu einer Schrumpfung der Erwerbsbevölkerung führen werden, sind Strategien zur weiteren Aktivierung von Frauen von großer Bedeutung. Ihr Erfolg wird dabei in doppelter Hinsicht von institutionellen Gegebenheiten wie flexiblen Arbeitszeiten oder ausgebauter Kinderbetreuung abhängen.

Neben der unmittelbaren Wirkung auf das Erwerbsverhalten beeinflussen institutionelle Reformen indirekt auch das jeweilige soziale Umfeld, indem dort der Anteil der berufstätigen Frauen zu- oder abnimmt. Wie stark dieses Umfeld auf die Erwerbsentscheidungen von Frauen einwirkt, verdeutlichen zwei kürzlich erschienene IZA Discussion Papers.

Vorbilder im Bekanntenkreis

Die Studie von Nuno Mota (Fannie Mae), Eleonora Patacchini (Cornell University & IZA) und Stuart S. Rosenthal (Syracuse University) zieht umfangreiche Daten aus den USA heran, die Rückschlüsse auf den ökonomischen Effekt von Vorbildern und Informationsflüssen innerhalb der privaten Netzwerke von Frauen zulassen. Demnach passen sich insbesondere Mütter relativ stark an das Erwerbsverhalten von Frauen aus dem direkten Umfeld an, die Kinder im gleichen Alter haben.

Jede zusätzliche erwerbstätige Mutter im sozialen Umfeld erhöht rein rechnerisch die Wahrscheinlichkeit um 4,5 Prozentpunkte, dass eine bislang nicht berufstätige Mutter auf dem Arbeitsmarkt aktiv wird. Der gegenteilige Effekt ist offenbar sogar doppelt so groß: Je fehlendem Vorbild in Form einer erwerbstätigen Bekannten oder Freundin verringert sich die Wahrscheinlichkeit selbst einen Job anzunehmen um 9 Prozentpunkte.

Bei Männern sind diese Effekte viel schwächer ausgeprägt. Mit anderen Worten: Eine nachhaltige Politik zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann dafür sorgen, dass über den Umweg des sozialen Umfelds eine nochmals verstärkte Arbeitsmarktaktivierung von Frauen gelingt.

Einfluss von Verwandten

Zu ähnlichen Resultaten gelangen auch Cheti Nicoletti und Emma Tominey (beide Universität New York) und Kjell G. Salvanes (NHH Bergen & IZA) in ihrem aktuellen IZA Discussion Paper. Während berufstätige Nachbarinnen der Studie zufolge einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die Erwerbsentscheidung von Frauen haben, orientieren sich viele Mütter an Vorbildern in der Verwandtschaft.

So weisen die Autoren für norwegische Mütter nach, dass in den ersten sechs Jahren nach der Geburt des Kindes mit jeder Stunde, die andere Mütter aus dem erweiterten familiären Umfeld pro Woche mehr arbeiten, auch die eigene Arbeitszeit um eine halbe Stunde zunimmt.

Diese Effekte lassen sich auch nach der Geburt des zweiten Kindes noch beobachten und unterstreichen damit den Einfluss sozialer und kultureller Normen auf das Erwerbsverhalten von Frauen. Mütter mit Universitätsabschluss lassen sich den Analysen der Autoren zufolge weniger stark von ihrem Umfeld beeinflussen, während der Effekt bei weniger gebildeten Frauen besonders stark ausgeprägt zu sein scheint.

Beide Studien zeigen, welche Synergieeffekte einzelne Maßnahmen zur Förderung der Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen entfalten können. Politikmaßnahmen wie etwa ein weiterer Ausbau flexibler Kinderbetreuungsangebote werden sich aufgrund des “sozialen Multiplikators” mit doppeltem Effekt auf das Erwerbsverhalten der Mütter auswirken.

Die Studien zum Download:

Lesen Sie im englischsprachigen IZA Newsroom außerdem, wie sich das soziale Umfeld auf Konsumentscheidungen und den Auszug aus dem Elternhaus auswirkt.

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