• Skip to primary navigation
  • Skip to content
  • Skip to primary sidebar

IZA Newsroom

IZA – Institute of Labor Economics

  • Home
  • Archiv
  • Presselounge
  • DE
  • EN

Wirtschaftliche Sorgen fördern körperliche Schmerzen

September 24, 2021 by Mark Fallak

Laut einer 2012 veröffentlichten Erhebung leidet rund ein Fünftel der Bevölkerung reicher Staaten unter chronischen Schmerzen. Obwohl die negativen gesundheitlichen Folgen mit hohen wirtschaftlichen Kosten verbunden sind, ist der Zusammenhang zwischen der Wirtschaftslage und dem Ausmaß an körperlichen Schmerzen in der Gesellschaft bislang kaum untersucht. Diese Forschungslücke füllt nun ein IZA-Forschungspapier von Andrew Oswald und Lucía Macchiat auf Basis von Daten zu etwa 1,3 Millionen Erwachsenen aus 146 Ländern.

Ökonomischen Standardmodellen zufolge sollten physische Schmerzen eher zunehmen, wenn die Wirtschaft boomt und die Menschen länger arbeiten. Doch die Studie ermittelt das genaue Gegenteil: Chronische Schmerzen sind während Rezessionen und hoher Arbeitslosigkeit in der Bevölkerung stärker verbreitet. Nach den Berechnungen der Autoren bedeutet ein Anstieg der Arbeitslosenquote um drei Prozentpunkte, dass der Anteil der Menschen mit chronischen Schmerzen um knapp einen Prozentpunkt zunimmt.

Die Arbeitslosigkeit selbst kann den Anstieg jedoch nicht erklären, da primär die arbeitende Bevölkerung betroffen ist. Die Forscher vermuten, dass die schlechtere Wirtschaftslage zu mehr mentalem Stress führt, der sich gerade bei Menschen mit psychischen Leiden auch in körperlichen Schmerzen äußern kann. Laut Studie leiden vor allem Frauen darunter. Mögliche Erklärungen beinhalten neben einer Zunahme an häuslicher Gewalt auch die im Durchschnitt schwächere Position von Frauen am Arbeitsplatz.

Filed Under: Research Tagged With: boom, health, pain, recession, unemployment, well-being

Sind Wahlen Pandemie-Treiber?

September 17, 2021 by Mark Fallak

Die Corona-Pandemie zwingt Regierungen weltweit zu einer schwierigen Abwägung zwischen dem Schutz von Grundrechten und der öffentlichen Gesundheit. Dieser Zwiespalt zeigt sich auch bei der Durchführung demokratischer Wahlen. Denn einerseits zählt das Wahlrecht zu den wichtigsten politischen Grundrechten. Andererseits können die Menschenansammlungen beim Urnengang selbst, aber auch bei Wahlkampfveranstaltungen und Wahlparties, die Infektionen und damit verbundene Todesfälle weiter in die Höhe treiben.

Da reine Briefwahlen oder Online-Abstimmungen bislang an rechtlichen und praktischen Hürden scheitern, haben allein in den ersten 18 Monaten der Corona-Pandemie rund 80 Länder ihre nationalen oder regionalen Wahlen verschoben. Solche Maßnahmen sind oft umstritten, auch weil es an belastbaren Daten als plausible Entscheidungsgrundlage fehlt.

Volksabstimmung in Italien als Quasi-Experiment

Diese Lücke wollen Marco Mello und Giuseppe Moscelli mit einem aktuellen IZA-Forschungspapier füllen, in dem sie die Auswirkungen der Wahlbeteiligung auf die Ausbreitung des Coronavirus untersuchen. Die Studie nutzt eine Besonderheit der landesweiten Volksabstimmung in Italien im September 2020: Da die Abstimmung in Teilen des Landes mit Regionalwahlen kombiniert war, gab es ungewöhnlich große regionale Unterschiede bei der Wahlbeteiligung, anhand der die Forscher den Einfluss auf das Infektionsgeschehen berechnen konnten.

Der Analyse zufolge kam es für jeden zusätzlichen Prozentpunkt an Wahlbeteiligung zu einem Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz um 1,1 Prozent. Eine hohe Wahlbeteiligung kann das Infektionsgeschehen also stark befeuern, gerade wenn die Wahlen während einer Hochphase der Pandemie abgehalten werden.

Vermeidung von Neuwahlen rettete Menschenleben

Auf Basis dieses Befunds schätzen die Autoren außerdem die Gesundheitskosten, die angefallen wären, wenn es in Italien nach der Regierungskrise Anfang 2021 zu Neuwahlen inmitten der dritten Corona-Welle gekommen wäre. Demnach rettete die Einigung auf eine Regierung der nationalen Einheit etwa 23.000 Menschen das Leben und sparte Krankenhauskosten in Höhe von rund 362 Millionen Euro.

Natürlich lassen sich die Zahlen nicht unmittelbar auf andere Länder oder künftige Wahlen übertragen. Doch in weiten Teilen der Welt bleibt angesichts geringer Impfquoten die Frage nach einer möglichen Verschiebung von Wahlen auch mit Blick auf die nächste Pandemie-Welle akut. Die Studienautoren plädieren dafür, vor einer solchen Entscheidung eine fundierte Kosten-Nutzen-Analyse vorzulegen und dabei die zu erwartende Wahlbeteiligung einzubeziehen.

Filed Under: Research Tagged With: COVID-19, elections, mass gatherings, public health, voting

Schlechte Luft am Wahltag schadet den Regierungsparteien

September 13, 2021 by Mark Fallak

Lange Zeit wurden die negativen Folgen von Luftverschmutzung für die menschliche Gesundheit unterschätzt. Erst in den letzten Jahren sind sie verstärkt ins kollektive Bewusstsein gerückt, etwa durch die Einführung von Umweltzonen in deutschen Städten oder auch im Zusammenhang mit der Zahl der Todesfälle durch Covid-19. Verschmutzte Luft schadet jedoch nicht nur der Gesundheit, sondern hat auch erhebliche psychologische, wirtschaftliche und soziale Folgen, wie verschiedene IZA-Studien beispielsweise zu Bildungserfolg oder Kriminalitätsraten zeigen.

So kann ein hoher Grad an Luftverschmutzung die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen und negative Emotionen wie Angst oder Wut hervorrufen. Neueste Erkenntnisse deuten außerdem darauf hin, dass diese psychologischen Auswirkungen wiederum die Entscheidungsfindung beeinflussen. Einer Untersuchung dieses Zusammenhangs widmen sich Luna Bellani, Stefano Ceolotto, Benjamin Elsner und Nico Pestel in einem aktuellen IZA-Forschungspapier.

Das Autorenteam analysiert die Auswirkungen der Luftverschmutzung am Wahltag auf die Stimmabgabe bei Parlamentswahlen. Da hier viele Menschen zeitgleich an verschiedenen Orten vor der gleichen Entscheidung stehen und dabei einem unterschiedlichen Grad an Luftverschmutzung ausgesetzt sind, eignet sich ein solches Szenario besonders gut für eine wissenschaftliche Analyse.

Opposition profitiert von schlechter Luft

Die Forscher verknüpfen Daten auf Landkreisebene von 64 Bundes- und Landtagswahlen im Zeitraum zwischen 2000 und 2018 mit tagesgenauen Messungen der lokalen Luftverschmutzung und Wetterverhältnisse. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Stimmenanteil der Parteien, die zum Zeitpunkt der jeweiligen Wahl die amtierende Regierungskoalition bilden. Die Stimmabgabe für die regierenden Parteien kann als Ausdruck der Unterstützung für den Status quo angesehen werden und stellt zudem gegenüber einem Votum für die Opposition die risikoärmere Wahloption dar.

Die Auswertung zeigt, dass hohe Luftverschmutzung die Chancen für einen Regierungswechsel erhöht: Bereits ein Anstieg der Feinstaubkonzentration (PM10) um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, wie er in deutschen Städten nicht unüblich ist, reduziert den Stimmenanteil der Regierungsparteien um zwei Prozentpunkte, während die Opposition um 2,8 Prozentpunkte zulegt. Die Größenordnung dieses Effekts ist durchaus beachtlich, wenn man bedenkt, dass eine amtierende Regierung typischerweise um die fünf Prozentpunkte verliert.

Zwei repräsentative, deutschlandweite Umfragen zeigen einen ähnlichen Effekt. Das Politbarometer registriert bei der „Sonntagsfrage“ an Tagen mit hoher Luftverschmutzung weniger potenzielle Stimmen für die Bundesregierung und eine höhere Bereitschaft, die Opposition zu wählen. Auch die Zustimmungswerte für die Regierungspolitik sinken, wobei die Zustimmung für die Opposition unverändert bleibt. Die gleiche Tendenz lässt sich in Befragungsdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) beobachten.

Einfluss auf die Emotionen als plausible Erklärung

Die SOEP-Daten deuten außerdem darauf hin, dass eine plausible Erklärung für das veränderte Wahlverhalten in der Beeinflussung menschlicher Emotionen durch schlechte Luftqualität zu suchen ist. An Tagen mit erhöhter Luftverschmutzung geben die Befragten eher an, sich besorgt, wütend, traurig oder unglücklich zu fühlen. Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass die Luftverschmutzung die Wahrnehmung der aktuellen Wirtschaftslage oder der eigenen wirtschaftlichen Situation beeinflusst.

Die Forscher schließen daraus, dass es sich beim veränderten Wahlverhalten nicht etwa um eine bewusste Abstrafung der Regierungsparteien für zu wenig Umweltschutz handelt. Ohnehin ist bei den in Deutschland gemessenen Feinstaubwerten eine erhöhte Konzentration kaum wahrnehmbar, denn mögliche Symptome wie Husten oder Atemwegsreizungen könnten auch andere Ursachen haben. Ausschlaggebend dürfte daher vielmehr der unbewusste Effekt der Luftqualität auf den allgemeinen Gemütszustand sein, der sich wiederum auf die Fähigkeit zur Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung auswirkt.

Filed Under: Research Tagged With: air pollution, behavior, elections, emotions, environment, voting

Beschäftigte profitieren von Digitalisierung

September 7, 2021 by Mark Fallak

Künstliche Intelligenz, 3D-Druck, Augmented Reality – diese Schlagworte schüren in der Arbeitswelt häufig Ängste vor massiven Beschäftigungsverlusten. Anders als bei Robotern, die primär schwere körperliche Arbeit verdrängen, könnte die neueste Generation der digitalen Technologien zunehmend auch hochqualifzierte Jobs gefährden, so die Befürchtung. Allerdings gibt es dafür bislang kaum empirische Belege, auch weil es an aussagekräftigen Daten auf Betriebsebene mangelt.

Diese Lücke füllt nun eine aktuelle Studie, die IZA-Forscher Terry Gregory gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen von der Universität Utrecht und dem IAB erstellt hat. Die Autoren verknüpfen erstmals repräsentative Erhebungen zu betrieblichen Investitionen in neue Technologien mit Sozialversicherungsdaten der Beschäftigten.

Die detaillierten Daten für die Jahre 2011 bis 2016 erlauben eine Unterscheidung zwischen digitalen Technologien der sogenannten dritten industriellen Revolution, etwa computergestützte Assistenzsysteme, und den noch stärker vernetzten, zunehmend autonomen Technologien der Industrie 4.0, darunter die oben genannten Beispiele.

Zwar investierte im Untersuchungszeitraum erst etwa jeder fünfte Betrieb in Deutschland in die neueste Generation digitaler Technologien, doch die rasante Zunahme dieser Investitonen lässt darauf schließen, dass weitere Unternehmen und Branchen in naher Zukunft folgen werden.

Stabilere Beschäftigung, höhere Löhne

Was bedeutet dieser Trend für die Beschäftigten? Die Analyse der individuellen Erwerbsbiografien zeigt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Einführung digitaler Technologien in ihrem Betrieb unterm Strich profitieren: Im Vergleich zu Beschäftigten in Unternehmen ohne entsprechende Investitionen weisen sie nicht nur eine höhere Beschäftigungsstabilität auf, sondern kommen auch in den Genuss höherer Löhne und somit insgesamt gestiegener Arbeitseinkommen.

Allerdings unterscheiden sich diese positiven Effekte je nach Art der eingeführten Technologien. Während sich im Bereich der Industrie 3.0 besonders stabile Jobaussichten zeigen, ist die Einführung die 4.0-Technologien mit deutlich höherem Lohnzuwachs verbunden, ohne dass es hier zu einem nennenswerten Plus bei der individuellen Beschäftigungsstabilität kommt.

Nach Einschätzung der Autoren könnte dies einerseits auf einen ausgeprägten Fachkräftemangel im Bereich der modernsten Technologien hindeuten. Andererseits sei denkbar, dass sich die Technologien der Industrie 4.0 noch in einem frühen Stadium befinden, in dem sie keinen deutlichen Produktivitäts- und Wachstumsschub auslösen.

Bessere digitale Jobs im Dienstleistungsbereich?

Am deutlichsten profitieren Beschäftigte in Betrieben, die in erster Linie Dienstleistungen erbringen. Dieser Befund deckt sich mit früheren Erkenntnissen zu den Arbeitsmarkteffekten von Industrierobotern, die menschliche Arbeitskraft eher ersetzen können, während digitale Technik bei Dienstleistungen eher unterstützend eingesetzt wird.

Den Autoren zufolge dürfte das beschäftigungsfördernde Potenzial neuer Technologien nicht zuletzt deshalb oft unterschätzt werden, weil sich viele der bisherigen Untersuchungen auf das produzierende Gewerbe konzentrieren.

IT-Fähigkeiten sind gefragt, Uni-Abschluss nicht unbedingt

Natürlich profitieren auch innerhalb der Betriebe nicht alle Beschäftigtengruppen gleichermaßen von der Digitalisierung. Zu den größten Gewinnern zählen – wenig überraschend – IT-Fachleute mit nicht-routinemäßigen, analytischen Aufgaben. Bemerkenswert allerdings: Trotz komplexerer Qualifikationsanforderungen ist keine erhöhte Nachfrage nach Akademikern zu beobachten.

Vielmehr werden die von der Digitalisierung besonders begünstigten Berufe, etwa in der Unternehmensorganisation oder der Produktionssteuerung, zum Großteil von Fachkräften mit Berufsausbildung ausgeübt. Die Forscher sehen darin ein Indiz für die hohe Qualität der dualen Ausbildung in Deutschland. Denkbar sei aber auch, dass es schlicht an Hochschulabsolventen mit relevanten Abschlüssen mangele.

Filed Under: Research Tagged With: artificial intelligence, employment stability, Industry 4.0, technological change, wages

Fusionen und Übernahmen verändern die Personalstruktur von Unternehmen

August 27, 2021 by Mark Fallak

Bei großen Firmenübernahmen oder Zusammenschlüssen beherrscht oft der damit einhergehende Stellenabbau die Schlagzeilen. Aus Unternehmenssicht stehen wiederum die erhofften Synergien und Wachstumschancen im Vordergrund. In einem aktuellen IZA-Forschungspapier untersuchen Britta Gehrke, Ernst Maug, Stefan Obernberger und Christoph Schneider, welche Veränderungen der personellen Strukturen sich hinter den blanken Zahlen verbergen. Dazu vergleichen sie über 1.000 fusionierte Unternehmen in Deutschland mit ähnlichen Unternehmen ohne Fusionshistorie.

Im Schnitt gehen in Zielunternehmen von Übernahmen 55,4 Prozent der Arbeitsplätze verloren, insbesondere durch komplette Schließungen. Zwar kommt es in den Käuferunternehmen zu Neueinstellungen, doch unterm Strich ergibt sich ein Stellenminus von mehr als sieben Prozent. Zwei Fünftel der betroffenen Beschäftigten werden arbeitslos oder nehmen einen geringer bezahlten Job an.

Die Nettozahlen verschleiern jedoch die hohe Fluktuation in Zuge der Neustrukturierung zusammengeschlossener Unternehmen. Zwei Jahre nach der Übernahme haben fusionierte Firmen 13,4 Prozent mehr Beschäftigte verloren als vergleichbare Unternehmen ohne Fusionserfahrung. Etwa die Hälfte dieser Abgänge wird durch Neueinstellungen ersetzt, die jedoch vor allem in den Käuferunternehmen stattfinden, während Entlassungen überwiegend Zielunternehmen treffen.

Die Studie zeigt, dass ausscheidende Beschäftigte durch ähnlich qualifizierte Neuzugänge ersetzt werden, die im Schnitt über einen etwas höheren Bildungsabschluss verfügen, jedoch rund vier Jahre jünger sind als ihre Vorgänger und etwa elf Prozent weniger verdienen. Unternehmen sparen also Lohnkosten, indem sie bei den Neueinstellungen auf weniger erfahrenes Personal setzen. Daraus ergibt sich eine tendenziell hierarchischere Management-Struktur.

Auch der unternehmensinterne Arbeitsmarkt wächst in Form von 3,5 Prozent mehr Personalwechseln zwischen einzelnen Betriebsstätten, überwiegend in Richtung des Käuferunternehmens, aber zum Teil auch innerhalb der Betriebe. Dennoch machen interne Jobwechsel nur ein Viertel der Gesamtfluktuation aus und finden vor allem in hierarchischeren Unternehmen statt.

Insgesamt ergänzen sich die fusionierten Unternehmen vor allem dadurch, dass die Zielunternehmen zusätzliche Wachstumschancen bieten und die Käuferunternehmen das organisatorische Knowhow einbringen. Die Kostenersparnis durch Fusionen resultiert also nicht nur aus einem reinen Stellenabbau, sondern auch aus der effizienteren Verteilung personeller Ressourcen im Unternehmen sowie einer Verjüngung der Belegschaft, die oft mit stärker hierarchisch aufgebauten Management-Strukturen einhergeht.

Filed Under: Research

Unfallrisiko am Arbeitsplatz steigt bei hohen Temperaturen

August 20, 2021 by Mark Fallak

Viele Regionen der Welt kämpfen in diesem Jahr mit Rekordhitze, die zu verheerenden Waldbränden und zahlreichen hitzebedingten Todesfällen geführt hat. Ein aktuelles IZA-Forschungspapier von Jisung Park, Nora Pankratz und Patrick Behrer weist auf eine zusätzliche, bislang unterschätzte Gesundheitsgefahr hin: Bei hohen Außentemperaturen kommt es vermehrt zu Arbeitsunfällen.

Auf Basis tagesgenauer Wetterdaten für den US-Staat Kalifornien und Statistiken der staatlichen Arbeits- und Unfallversicherung für die Jahre 2001 bis 2018 ermitteln die Forscher, dass sich das Verletzungsrisiko am Arbeitsplatz bei Außentemperaturen über 32 Grad Celsius um neun Prozent erhöht. Überschreitet das Thermometer die 37-Grad-Marke, steigt die Unfallquote sogar um 15 Prozent.

Auch Tätigkeiten in Innenräumen betroffen

Betroffen sind nicht nur Berufe, die überwiegend im Freien ausgeübt werden, sondern auch Tätigkeiten etwa in Lagerhäusern, industriellen Produktionsstätten und Großhandelsbetrieben. So erhöht sich bei starker Hitze die Wahrscheinlichkeit, von einem Gerüst zu fallen, eine Maschine falsch zu bedienen oder von einem Fahrzeug angefahren zu werden. Die Autoren führen diesen Befund darauf zurück, dass hohe Temperaturen kognitive Fähigkeiten wie Konzentration und Urteilsvermögen beeinträchtigen und zu einem lascheren Umgang mit anstrengenden Sicherheitsmaßnahmen verleiten können.

Da dieser Zusammenhang in der Versicherungsstatistik nicht erfasst wird, wird die Zahl der hitzebedingten Arbeitsunfälle laut Studie massiv unterschätzt. Statt der offiziell dokumentierten 850 Fälle pro Jahr dürfte sich die tatsächliche Zahl nach den Berechnungen der Forscher auf über 20.000 belaufen. Die dadurch verursachten sozialen Kosten könnten allein in Kalifornien mit weit über 500 Millionen Dollar jährlich zu Buche schlagen.

Einkommensschwache sind die Leidtragenden

Hinzu kommt, dass Geringverdienende besonders stark vom erhöhten Unfallrisiko betroffen sind, da sie im Job häufiger dem Wetter ungeschützt ausgesetzt sind, gefährlichere Arbeiten verrichten und in den heißesten Regionen des US-Bundesstaates überrepräsentiert sind. So ist das Unfallrisiko am Arbeitsplatz für Beschäftigte im unteren Fünftel der Einkommensverteilung fünfmal höher als für die oberen 20 Prozent. Da die Unfallversicherung nur einen Teil der Einkommensverluste abdeckt, könnte sich die Ungleichheit durch das erhöhte Unfallrisiko also noch verschärfen.

Allerdings liefert die Studie auch eine gute Nachricht: Trotz vermehrter Hitzewellen infolge des Klimawandels sind die hitzebedingten Arbeitsunfälle seit etwa 2005 tendenziell rückläufig. Verschärfte Arbeitsschutzauflagen im Rahmen des damals eingeführten „California Heat Illness Prevention Standard“ dürften dazu beigetragen haben. Aus Sicht der Forscher besteht jedoch noch enormes Verbesserungspotenzial, gerade für Tätigkeiten in Innenräumen, die von der Verordnung nicht abgedeckt sind. Neben mehr Möglichkeiten zur Abkühlung und Erfrischung könnten auch innovative Produktionsmethoden und andere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen wie großzügigere Pausenregelungen helfen.

Filed Under: Research Tagged With: climate change, heat, inequality, workplace safety

Softdrink-Steuer reduziert Zuckerkonsum in Großbritannien

August 5, 2021 by Mark Fallak

Übergewicht und Fettleibigkeit gelten schon seit den 1990er Jahren als Zivilisationskrankheit mit epidemischen Ausmaßen. In der Corona-Krise hat sich das Problem noch zusätzlich verschärft. In manchen Ländern hat die Politik darauf reagiert, indem sie zuckerhaltige Getränke durch Steuererhöhungen verteuert. Solche staatlichen Eingriffe sind aus verschiedenen Gründen umstritten, auch weil sie einkommensschwache Gruppen überproportional stark belasten.

Aber werden die höheren Steuern überhaupt auf die Verbraucher abgewälzt? Und reduziert sich dadurch der Konsum? Wie reagieren die Hersteller? Diesen Fragen gehen Alex Dickson, Markus Gehrsitz und Jonathan Kemp in einem aktuellen IZA-Forschungspapier am Beispiel Großbritanniens nach.

Gesalzene Steuer auf gezuckerte Getränke

Die britische Regierung hatte im März 2016 angekündigt, zum April 2018 die sogenannte Soft Drinks Industry Levy zu erheben, einen Aufschlag von 0,24 Pfund (ca. 28 Cent) pro Liter zuckerhaltiger Limonade. Die Hersteller konnten die Steuer vermeiden, indem sie den Zuckergehalt ihrer Getränke auf weniger als 5g/100ml senkten. So hoffte die Regierung neben der Nachfrageseite auch die Angebotsseite zu einer gesünderen Produktpalette zu bewegen.

Um die Effekte bewerten zu können, analysierten die Forscher detaillierte Daten zu den landesweiten Getränkeverkäufen im Zeitraum von Juli 2014 bis Januar 2020, aus denen neben den Preisen und Absatzmengen auch Veränderungen der Inhaltsstoffe und Nährwertangaben der verschiedenen Softdrinks hervorgehen.

Hersteller ändern Rezepturen in Erwartung der Steuer

So zeigt die Studie, dass die Steuer schon vor ihrem Inkrafttreten zu einem massiven Rückgang des Zuckerkonsums führte. Offenbar nutzten viele Hersteller die zweijährige Übergangsfrist, um den Zuckergehalt in ihren Softdrinks unter den steuerrelevanten Schwellenwert zu bringen, indem sie vermehrt auf Süßstoffe setzten. Dadurch sank die Zucker-Kalorienaufnahme der Briten um fünf Milliarden Kalorien pro Woche, ohne dass der Absatz der entsprechenden Softdrinks spürbar zurückging.

Einige große Marken behielten ihre zuckerreichen Rezepturen allerdings bei, vor allem bei Energydrinks und Colas. Als die Steuererhöhung wirksam wurde, erhöhten sie die Preise, sogar über den Steueraufschlag hinaus. In der Folge brach der Absatz um 18 Prozent ein, vor allem bei den großen Gebinden für den Heimverzehr, und es kam vermehrt zum Umstieg auf zuckerreduzierte oder zuckerfreie Getränke. Die Preiserhöhung verringerte so die wöchentliche Zuckeraufnahme aus Softdrinks um eine weitere Milliarde Kalorien.

Diese Daten entkräften somit das in Deutschland oft vorgebrachte Argument, Softdrink-Steuern hätten kaum Effekte. Zwar gab es schon vor der Maßnahme einen gesellschaftlichen Trend zu mehr Light-Getränken, der jedoch nach Einschätzung der Autoren durch die Steuer stark beschleunigt wurde – in Zahlen ausgedrückt: um 6500 Kalorien pro Kopf und Jahr. Die Reaktion der Hersteller hatte daran einen viermal größeren Anteil als die Verhaltensänderung der Verbraucher. Inwieweit sich der verringerte Konsum gezuckerter Softdrinks auf den Trend zur Fettleibigkeit ausgewirkt hat, lässt sich allerdings anhand der Studie nicht beantworten.

Filed Under: Research Tagged With: calories, health, nutrition, obesity, sugar, tax, UK

Soziale Normen beeinflussen die individuelle Bereitschaft zum Klimaschutz

July 27, 2021 by Mark Fallak

Viele Menschen tun wenig für den Klimaschutz, weil sie die Bereitschaft anderer unterschätzen, ebenfalls ihren Beitrag zu leisten. Das ist das zentrale Ergebnis eines aktuellen IZA-Forschungspapiers von Peter Andre, Teodora Boneva, Felix Chopra, Armin Falk. Anhand eines umfangreichen Befragungsexperiments belegt das Forscherteam für die USA, dass Informationen über die tatsächlichen gesellschaftlichen Normen und Verhaltensweisen die Spendenbereitschaft für Klimamaßnahmen erhöhen. Darüber hinaus zeigt die Studie, inwieweit ökonomische Präferenzen und moralische Werte für die individuellen Einstellungen zum Klimaschutz maßgeblich sind.

Rund 8.000 repräsentativ ausgewählte Erwachsene in den USA hatten in dem Experiment die Möglichkeit, 450 Dollar zu gewinnen. Vorab mussten sie angeben, wie viel davon sie an eine Klimaschutz-Organisation spenden würden. Mit dem Gesamtbetrag ließe sich der jährliche CO2-Ausstoß eines durchschnittlichen US-Amerikaners kompensieren. Anhand der genannten Beträge konnten die Forscher messen, inwieweit die Menschen bereit waren, auf eigene Kosten den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. Im Schnitt gaben die Befragten an, die Hälfte des Geldgewinns für den Klimaschutz zu spenden.

Die Teilnehmenden wurden außerdem gefragt, wie hoch sie den Anteil ihrer Landsleute einschätzen, die laut Umfragen selber aktiv etwas für den Klimaschutz tun bzw. die Bekämpfung des Klimawandels für wichtig halten. Dabei zeigte sich, dass der tatsächliche Anteil der Klimaschutz-Aktiven (62 Prozent) und der Klimaschutz-Befürworter (79 Prozent) deutlich unterschätzt wird. Werden die Teilnehmenden vor ihrer Entscheidung über diese Zahlen informiert, fällt die Spendenbereitschaft um fünf bis sechs Prozent höher aus. Besonders groß ist der Effekt bei Menschen, die den Klimawandel leugnen oder ihm zumindest skeptisch gegenüberstehen.

Frauen beteiligen sich stärker am Klimaschutz

Im Durchschnitt spenden Frauen 17 Dollar mehr für den Klimaschutz als Männer. Demokraten geben 45 Dollar mehr als Republikaner. Mit höherem Haushaltseinkommen steigt die Spendenbereitschaft, mit höherem Bildungsabschluss geht sie allerdings bei Republikanern sogar zurück. Die Analyse der Persönlichkeitsmerkmale zeigt, dass sich vor allem Geduld und Prosozialität positiv auf die Bereitschaft zum Klimaschutz auswirken. Auch sind Teilnehmende, deren moralische Werte universell für alle Menschen gelten, zu größeren Spenden bereit als solche, die sich eher ihrer eigenen Gruppe verpflichtet fühlen.

„Klimaschutz ist eine Frage der Kooperation. Menschen neigen aber dazu, nur bedingt kooperativ zu sein: Wenn du mitmachst, mache ich auch mit. Deswegen ist es gerade im Kampf gegen den Klimawandel wichtig, Fehleinschätzungen zur Kooperationsbereitschaft anderer aufzudecken und zu korrigieren“, erklärt Armin Falk. Um Verhaltensänderungen und Akzeptanz für klimapolitische Maßnahmen zu erreichen, sei es entscheidend, dass Klimaschutz als gesellschaftliche Norm wahrgenommen werde. Breit angelegte Informationskampagnen könnten hier eine selbstverstärkende Wirkung entfalten, so die Studienautoren.

Filed Under: Research Tagged With: beliefs, climate change, economic preferences, moral values, social norms

Was der Klimawandel für die globalen Arbeitsmärkte bedeutet

July 23, 2021 by Mark Fallak

Der Klimawandel führt dazu, dass extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Wirbelstürme immer häufiger auftreten. Neben Schäden für die Umwelt und die menschliche Gesundheit stellt die globale Erwärmung die Funktionsfähigkeit von Arbeitsmärkten vor große Herausforderungen. Der erste IZA-Workshop „Klimawandel und Arbeitsmärkte“, organisiert von Andrew Oswald, Olivier Deschenes und Nico Pestel, bot ein Forum zur Vorstellung aktueller Forschung auf diesem Gebiet.

In seiner Begrüßung unterstrich Oswald, der die IZA-Initiativen zur Klimaforschung koordiniert, die Dringlichkeit des Problems mit Verweis auf die zu dem Zeitpunkt herrschenden Extremtemperaturen in Teilen Nordamerikas. Zudem beklagte er, dass Forschung zu den wirtschaftlichen Folgen der Klimakrise in der internationalen Wirtschaftswissenschaft bislang ein Schattendasein führe, wie sich an der geringen Anzahl an einschlägigen Artikeln in den führenden ökonomischen Fachzeitschriften zeige.

Klima und Ökonomie im Wandel

Den Auftakt des Workshops machte Lord Nicholas Stern von der London School of Economics mit einem Impulsvortrag zum Thema „Changing Climate, Changing Economics“. Laut Stern lasse sich die globale Durchschnittstemperatur nur stabilisieren, wenn die Netto-Emissionen von Treibhausgasen bis Mitte des 21. Jahrhunderts auf Null zurückgefahren werde. Bereits eine globale Erwärmung um zwei Grad Celsius berge große Risiken für die Menschheit. Ab drei Grad mehr würden ganze Regionen der Erde unbewohnbar.

Vor allem bei der Energieversorgung seien jetzt massive Investitionen erforderlich, um eine solche Klimakatastrophe zu verhindern. Die Wirtschaftswissenschaft und -politik solle sich dabei nicht nur auf Fragen der CO2-Bepreisung konzentrieren, sondern auch auf den notwendigen systemischen Wandel in diversen Bereichen, in denen der Markt an seine Grenzen stoße, so Stern.

Regenfälle wirken sich auf Beschäftigung in der Landwirtschaft aus

Unmittelbare Arbeitsmarkteffekte von Wetteranomalien waren Gegenstand des Beitrags von Camilo Bohorquez-Penuela. Anhand der lokalen Niederschlagsmengen im ländlichen Kolumbien zeigt die Studie, dass Wasser und menschliche Arbeitskraft in der landwirtschaftlichen Produktion substitutiv eingesetzt werden: In Zeiten mit überdurchschnittlichem Niederschlag geht die reguläre Beschäftigung zurück, auch über den Agrarsektor hinaus, während sie in Dürreperioden zunimmt.

Dürreperioden beeinflussen Migrationsentscheidungen

Neben den direkten Beschäftigungseffekten wirkt sich der Klimawandel auch auf die Standortentscheidung von Unternehmen und Arbeitskräften aus. Die von Fernanda Martínez Flores vorgestellte Studie zeigt, dass Dürreperioden in Westafrika entgegen der verbreiteten Einschätzung nicht zu mehr, sondern eher zu weniger Migration in Richtung Europa führt. Dass dieser Effekt vor allem während der Anbausaison und in der Mitte der Einkommensverteilung zu beobachten ist, deutet darauf hin, dass dürrebedingte Einkommensausfälle für den Migrationsrückgang maßgeblich sind.

Anpassung an den Klimawandel kommt manche Branchen teuer zu stehen

Die zunehmende Volatilität von Niederschlägen ist mit hohen wirtschaftlichen Anpassungskosten verbunden, die Jeffrey G. Shrader für das US-Baugewerbe, eine ebenso wirtschaftlich bedeutende wie klimaanfällige Branche, abschätzt. Je mehr Regen vorhergesagt wird und je länger der Prognosezeitraum, desto stärker geht die Beschäftigung im Baugewerbe zurück, da sich die Unternehmen bei der Personalplanung an den Niederschlagsprognosen orientieren. Bei hohen Anpassungskosten sinkt diese Flexibilität, was wiederum größere Einbußen in Schlechtwetterperioden zur Folge hat. Viele Unternehmen wären daher bereit, für präzisere und langfristigere Wettervorhersagen zu zahlen.

Weitere vorgesteltle Studien sind über die Workshop-Homepage abrufbar.

Filed Under: IZA News, Research Tagged With: climate change

Schnelltests haben Coronavirus effektiv eingedämmt

July 9, 2021 by Mark Fallak

Laut einem aktuellen IZA-Forschungspapier von Janos Gabler, Tobias Raabe, Klara Röhrl und Hans-Martin von Gaudecker waren Corona-Schnelltests das effektivste Mittel im Kampf gegen die zweite und dritte Pandemiewelle in Deutschland.

Mit einem neuartigen Simulationsmodell, in dessen Mittelpunkt die physischen Kontakte zwischen Menschen stehen, untersuchte das Forscherteam die Wirkung verschiedener Maßnahmen wie Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, Impfen sowie PCR- und Schnelltests auf die Infektionszahlen.

Demnach hatte der Einsatz von Corona-Schnelltests einen ähnlich positiven Einfluss wie die steigenden Temperaturen in Verbindung mit dem vermehrten Aufenthalt im Freien. Allein im Mai ließen sich rund 40 Prozent des Rückgangs der Fallzahlen auf die Schnelltests zurückführen, nur 16 Prozent auf die stark angestiegene Impfquote.

Die Autoren halten konsequente Testungen als wirksames und kostengünstiges Mittel daher auch bei geringen Infektionszahlen weiterhin für sinnvoll, solange viele Menschen noch kein Impfangebot erhalten haben.

Weitere Forschung aus dem IZA-Netzwerk

Schon einige frühere IZA-Forschungspapiere hatten sich dem Thema mit unterschiedlichen Methoden und Daten aus verschiedenen Ländern gewidmet:

  • Eine Studie aus der Slowakei zieht ein positives Fazit der dort durchgeführten Massentests in der gesamten Bevölkerung, weist jedoch darauf hin, dass eine solche Strategie nur erfolgversprechend sei, wenn regelmäßig nachgetestet werde: In Bezirken, wo nach einigen Wochen erneut getestet wurde, sanken die Fallzahlen anschließend um rund 30 Prozent und der R-Wert um 0,3.
  • Eine Auswertung des „Tübinger Modells“ zeigt, dass die dortige Öffnungsstrategie in Verbindung mit konsequenten Testungen keinen nennenswerten Anstieg der Inzidenzzahlen verursacht hat. Insbesondere seien mit jedem zweiten Test unerkannte Infektionen aufgedeckt worden, die andernfalls zur Weiterverbreitung des Virus beigetragen hätten.
  • Eine Studie aus Südtirol kommt zu dem Schluss, dass der einfache Zugang zu Testzentren entscheidend ist, um Menschen dazu zu bewegen, sich freiwillig testen zu lassen. Die Autoren hatten außerdem verschiedene demografische Faktoren untersucht, die Unterschiede in den Testquoten der einzelnen Gemeinden erklären könnten. Während Alter, Einkommen und Religiosität im Durchschnitt positiv mit hoher Testbereitschaft korrelieren, zeigt sich kein Zusammenhang mit Bildungsstand oder Zuwanderungsstatus.

Filed Under: Research Tagged With: antigen testing, COVID-19, rapid tests, seasonality, vaccination

  • Vorige Seite
  • Page 1
  • …
  • Page 12
  • Page 13
  • Page 14
  • Page 15
  • Page 16
  • …
  • Page 49
  • Nächste Seite

Primary Sidebar

© 2013–2026 Deutsche Post STIFTUNGImpressum | DatenschutzerklärungIZA