• Skip to primary navigation
  • Skip to content
  • Skip to primary sidebar

IZA Newsroom

IZA – Institute of Labor Economics

  • Home
  • Archiv
  • Presselounge
  • DE
  • EN

briq/IZA-Workshop zu „Behavioral Economics of Education“

April 15, 2019 by Dajan Baischew

Lassen sich aktuelle Forschungserkenntnisse aus der Verhaltensökonomie heranziehen, um Bildungsentscheidungen und schulische Leistungen zu verbessern? Welche bildungspolitischen Interventionen nützen Lehrern, Schülern und Eltern? Diese Fragen diskutierten 26 internationale Experten im Rahmen des diesjährigen briq/IZA-Workshops in Bonn.

Peformance-Feedback für Lehrer

Beispielsweise stellte Maria Cotofan in „Repeated Praise – Evidence from a Field Experiment“ fest, dass sich die Schülerleistungen spürbar verbessern, wenn Lehrer regelmäßiges Feedback zu ihrer Unterrichtsqualität erhalten. Wiederholtes positives Feedback spornt Lehrer offenbar an, ihre Schüler besser auf zentrale Prüfungen vorzubereiten.

Mentorenprogramm für Grundschulkinder

Gerade in Deutschland hängt der Bildungserfolg noch immer stark vom Elternhaus ab. Die von Armin Falk präsentierte Studie „(In)Equality of Opportunity, Mentoring, and Critical Educational Decisions“ belegt, dass sich die Chancengleichheit durch ein einjähriges Mentorenprogramm zur Stärkung der Persönlichkeit von Grundschulkindern effektiv steigern ließ: Sozial benachteiligte Kinder schafften nach der Programmteilnahme häufiger den Übergang aufs Gymnasium.

Weibliche Vorbilder in Mathe

Wie wichtig weibliche Vorbilder für das Schließen der Geschlechterlücke im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich sein können, zeigt die von Alex Eble vorgestellte Forschung zu “Stereotypes, role models, and the formation of beliefs”. Chinesische Schülerinnen mit schwachen Leistungen in Mathematik verbesserten sich deutlich, wenn sie von einer Frau unterrichtet wurden. Hauptgründe dafür waren jedoch nicht etwa eine Bevorzugung durch die Lehrerin oder ein anderer Unterrichtsstil, sondern vielmehr ein gestiegenes Selbstbewusstsein und eine höhere Motivation der Mädchen.

Filed Under: IZA News, Research Tagged With: behavioral economics, education, inequality, students, teacher

Trauer um IZA-Fellow Alan Krueger

March 19, 2019 by Mark Fallak

Der ehemalige Wirtschaftsberater von US-Präsident Obama, Alan B. Krueger, ist am Wochenende überraschend im Alter von nur 58 Jahren verstorben. Der prominente Wirtschaftsprofessor an der Princeton University gehörte dem IZA-Forschungsnetzwerk seit 2001 an und erhielt 2006 gemeinsam mit David Card als bislang jüngster Preisträger den IZA Prize in Labor Economics für herausragende empirische Arbeiten zu hochrelevanten wirtschaftspolitischen Fragestellungen, insbesondere in den Bereichen Bildung und soziale Gerechtigkeit.

In Deutschland war Krueger vor allem bekannt für seine wegweisende Studie zu den Beschäftigungseffekten von Mindestlöhnen. Gemeinsam mit Card hatte er nachgewiesen, dass Mindestlohnerhöhungen nicht notwendigerweise zu einem Rückgang der Arbeitsnachfrage führen. Seine vielfältigen, hochkarätigen Forschungs- und Beratungsaktivitäten hatten stets zum Ziel, das Leben der Menschen zu verbessern. So kritisierte er in seinem letzten IZA-Forschungspapier die daraufhin eingestellte Praxis von Franchise-Unternehmen in den USA, Arbeitnehmer durch interne Absprachen am Wechsel in besser bezahlte Jobs zu hindern.

Der Musikliebhaber und leidenschaftliche Bruce-Springsteen-Fan arbeitete zuletzt an seinem in Kürze erscheinenden Buch Rockonomics, das ökonomische Zusammenhänge am Beispiel der US-Musikindustrie einem breiteren Publikum näherbringt. Mit Alan Krueger verliert das IZA-Netzwerk einen brillanten Ökonomen, der von Politikern, Kollegen und Studierenden für seine innovativen Ideen und scharfen Analysen, aber auch für seine menschliche Art außerordentlich geschätzt wurde.

Lesen Sie auch den ausführlichen Nachruf der Princeton University.

Filed Under: IZA News

Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen in beide Richtungen

March 7, 2019 by Mark Fallak

Die Digitalisierung schafft einerseits neue Möglichkeiten, Arbeitszeiten flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Andererseits lösen sich dadurch die Grenzen von Arbeit und Freizeit immer weiter auf. Die Ergebnisse der IZA/XING-Studie zeigen: Nur noch bei jedem fünften Beschäftigten (20,6%) sind diese Lebensbereiche klar voneinander getrennt.

Knapp zwei Drittel (63,7%) der 1.859 befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 25 und 54 Jahren gaben an, in ihrer Freizeit Tätigkeiten nachzugehen, die eher ihrer regulären Arbeitszeit zuzurechnen sind. Dazu zählen beispielsweise das Beantworten dienstlicher E-Mails oder die Beschäftigung mit Fachliteratur. Vier von zehn Arbeitnehmern (40,8%) verbringen damit mehr als zwei Stunden pro Woche.

Umgekehrt gaben ebenfalls zwei Drittel (66,4%) der Befragten an, sich während ihrer Arbeitszeit teilweise mit nichtdienstlichen Aktivitäten wie Online-Einkäufen oder privaten E-Mails zu beschäftigen. Bei mehr als jedem dritten Beschäftigten (36,4%) entfallen mehr als zwei Stunden der wöchentlichen Arbeitszeit auf private Kommunikation per Computer oder Smartphone.

Insgesamt halten sich bei knapp der Hälfte der Befragten (44,6%) berufliche Tätigkeiten in der Freizeit und private Aktivitäten im Job etwa die Waage. Während etwa jeder vierte Arbeitnehmer (23,4%) mehr Arbeit in die Freizeit verlagert als umgekehrt, nehmen bei knapp einem Drittel der Beschäftigten (32,0%) die privaten Erledigungen am Arbeitsplatz mehr Raum ein als berufliche Dinge während der Freizeit.

Die Ergebnisse der IZA/XING-Studie offenbaren auch Unterschiede nach Geschlecht und Lebensalter. So neigen männliche Arbeitnehmer vergleichsweise häufiger dazu, Arbeit nach Dienstschluss zu erledigen als weibliche Beschäftigte (66,6% gegenüber 60,3%). Auch private Aktivitäten am Arbeitsplätz sind bei Männern etwas weiter verbreitet (69,3% gegenüber 63,3%). Jüngere Arbeitnehmer unter 35 Jahren verbringen mit 8,2 Stunden knapp doppelt so viel Freizeit mit Beruflichem wie ältere Beschäftigte ab 45 Jahren (4,4 Stunden) und mehr als doppelt so viel Arbeitszeit mit Privatem (6,4 gegenüber 3,0 Stunden pro Woche).

IZA-Chef Hilmar Schneider, der die neuen Ergebnisse im Rahmen der XING-Veranstaltung „New Work Experience“ in Hamburg vorstellte, sieht durch die Vermischung von Arbeit und Freizeit auch die Definition und Erfassung von Überstunden erschwert. „In der digitalen Arbeitswelt geht der Trend zur Vertrauensarbeitszeit, aber auch zur Pauschalvergütung von Überstunden“, sagt Schneider. Unternehmen und Beschäftigte seien gefragt, mit der neu gewonnenen Flexibilität verantwortungsvoll umzugehen und bedarfsgerechte Lösungen zu finden, von denen beide Seiten profitieren.

Über die IZA/XING-Studie

Die Studie „Arbeiten in Deutschland“ wurde Anfang 2017 vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) und XING gestartet. Anfang 2019 wurde bereits die dritte Befragungswelle dieser gemeinsamen Initiative abgeschlossen, um vor dem Hintergrund des fortschreitenden Wandels der Arbeitswelt neue Erkenntnisse über die Zukunftsperspektiven der Bevölkerung in Deutschland zu gewinnen. Die IZA/XING-Studie setzt sich aus zwei Befragungsteilen zusammen – einer nationalrepräsentativen Online-Umfrage mit rund 3.000 Teilnehmern sowie einer Online-Befragung von bis zu 6.000 zufällig ausgewählten XING-Mitgliedern.

Bislang sind folgende Ergebnisse erschienen:

  • Verantwortung, Flexibilität und neue Freiräume im Job werden geschätzt – aber nicht von allen
  • Verbreiteter Optimismus in der Rentenfrage
  • Beschäftigte in Deutschland haben keine Angst vor der Digitalisierung
  • Neue Arbeitswelt: Arbeitszeitgesetz verliert an Bedeutung
  • Homeoffice auf dem Vormarsch

Filed Under: IZA News Tagged With: home office, leisure, overtime, work, working hours

Plattformökonomie auf dem Vormarsch?

December 18, 2018 by Mark Fallak

Zwischen der medial und politisch vermittelten Relevanz der Themenkomplexe „Plattformwirtschaft“ bzw. „Crowdwork“ und ihrer tatsächlichen empirischen Dimension besteht eine beachtliche Diskrepanz. Online akquirierte Arbeitsaufträge werden nur von einem Bruchteil aller Erwerbstätigen durchgeführt (aktuellen Studien zufolge ca. ein bis vier Prozent), vorwiegend in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen.

Der hohe Anteil Jüngerer verdeutlicht, dass Crowdworking in Onlineprojekten und Plattformarbeit (bei lokalen Dienstleistungen) bislang vor allem auch als Arbeitsform im Übergangsprozess zwischen Bildungsabschluss und Arbeitsmarkteinstieg zu betrachten ist. Geringfügige Beschäftigung, Zeitarbeit, Solo-Selbstständigkeit (offline) und andere Beschäftigungsformen stagnieren derzeit zwar, spielen auf dem deutschen Arbeitsmarkt aber eine markant größere Rolle als jede Form von Crowdworking oder Plattformarbeit.

Ein aktueller IZA Research Report beleuchtet als Teil eines mehrere Staaten umfassenden Analyseprojekts im Auftrag der Europäischen Kommission die aktuellen Ausprägungen der Plattformökonomie in Deutschland und ihre Rezeption auf der Ebene von Gesetzgebung, Politik, Gewerkschaften, Plattformbetreibern und Plattformbeschäftigten. Im Rahmen des Projekts wurden umfangreiche Interviews mit ausgewählten Stakeholdern geführt. Ihre Ausführungen vermitteln ein recht plastisches Bild des gegenwärtigen, noch sehr unreifen Status quo der Plattformökonomie in Deutschland.

Zwischen Ausbeutung und individueller Freiheit

Derzeit überwiegt vielfach eine eher kritische Wahrnehmung der Plattformarbeit unter dem Aspekt von prekärer Beschäftigung, (Selbst-)Ausbeutung, Lohndumping und mangelnder sozialer Absicherung. Eine zumindest perspektivisch positivere Einschätzung erscheint aber ebenso legitim: Die fortschreitende Digitalisierung wird in der Tendenz die Entkoppelung von Arbeitsort und Arbeitsinhalt weiter vorantreiben und damit auch neue Bedürfnisse nach virtuellen Arbeitsformen schaffen.

Ein zunehmender Fachkräftemangel könnte zudem dafür sorgen, dass sich die unternehmerische Nachfrage nach plattformbasierten Zugriffen auf qualifizierte Crowdworker verstärkt. Auch unter dem Aspekt der wichtiger werdenden Work-Life-Balance könnten Plattformökonomien an Attraktivität gewinnen, sofern sie individuelle Arbeitszeiten und -orte ermöglichen. Vorerst bleibt die weitere Entwicklung in diesem Arbeitsmarktsegment jedoch in hohem Maße spekulativ.

Bereitschaft zum Sozialdialog

Trotz einer generellen Tendenz der Plattformbetreiber, strengere Regulierungen zu vermeiden, besteht mittlerweile eine gewisse Bereitschaft einiger Plattformen und ihrer Verbände, sich an einem Sozialdialog zu beteiligen und auf eine Diskussion über Standards einzulassen. Auf Ebene der Plattformbeschäftigten sind zugleich erste Schritte hin zu einer kollektiven Interessensartikulation und Organisation erkennbar.

Die Natur der Plattformwirtschaft macht es allerdings eher unwahrscheinlich, dass sie künftig stark von traditionellen Form des Sozialdialogs und der Tarifpartnerschaft geprägt sein wird. Im Bereich hochwertiger Plattform-Dienstleistungen zeichnet sich indes bereits ab, dass die Plattformbetreiber durch Selbstverpflichtungen und spezifische Angebote in einen Wettbewerb um knapper werdende Fachkräfte treten werden.

Regulierung mit Augenmaß

Für die Politik stellt sich die Herausforderung, ein im Entstehen befindliches Arbeitsmarktsegment nicht durch Überregulierung in seiner Entwicklung zu behindern, zugleich aber die Entwicklung durch behutsame Steuerung in auch sozialpolitisch effiziente Bahnen zu lenken. Dabei sollte es vor allem um die Durchsetzung von Mindeststandards, um Fragen der Besteuerung, vor allem aber um innovative Wege gehen, die Beschäftigten in die Sozialversicherungen einzubeziehen.

Nicht zuletzt wird es aber auch darum gehen müssen, die Arbeitsgesetzgebung, die bisher fast ausschließlich die „normale“ Beschäftigung regelt, auf die Plattformwirtschaft auszuweiten, um arbeitsrechtlich mit den Entwicklungen Schritt zu halten und den Status dieses Segments aufzuwerten, aber auch zu vermeiden, dass gerade im Bereich einfacher Tätigkeiten in einer „Grauzone“ zwischen Selbstständigkeit und abhängiger Beschäftigung eine Umgehung von etablierten Standards praktiziert wird.

Eine Kurzfassung des Reports ist in deutscher Sprache erschienen.

Filed Under: IZA News, Research Tagged With: crowdwork, digitalization, gig, platform economy, social dialogue

Arbeitsmärkte zehn Jahre nach der Finanzkrise

November 5, 2018 by Dajan Baischew

Die globale Finanzkrise hat die aufstrebenden Volkswirtschaften auf sehr unterschiedliche Weise getroffen. Während einige Transformations- und Schwellenländer in eine tiefe Rezession rutschten, mit gravierenden Folgen für Arbeitsmärkte, Humankapital und Wachstum, blieben andere aufgrund ihrer Wirtschaftsstruktur und geeigneter Politikmaßnahmen von langfristigen Negativeffekten verschont.

Ein vom IZA gemeinsam mit der Higher School of Economics in Moskau ausgerichteter Workshop zog eine Bilanz der Arbeitsmarkttrends und Anpassungsprozesse in Russland, China sowie ausgewählten Volkswirtschaften Mittel- und Osteuropas ein Jahrzehnt nach der Krise.

Bildung und Einkommensungleichheit

Am Beispiel Sloweniens identifizierte die von Peter F. Orazem vorgestellte Studie die „Gewinner und Verlierer“ des 25 Jahre währenden Übergangs zur Marktwirtschaft. Insgesamt ist der durch Bildungsabschlüsse und Arbeitserfahrung erzielbare Lohnvorteil in dieser Zeit deutlich angestiegen. Zuletzt hat jedoch der wachsende Anteil von Hochschulabsolventen die Bildungsrendite geschmälert, was einen dämpfenden Effekt auf die Lohnungleichheit hat.

Handelsliberalisierung und Arbeitsmarktflexibilität

In China war die Mobilität von Arbeitskräften lange durch die staatliche Wohnsitzkontrolle („Hukou“) eingeschränkt. Eine teilweise Lockerung dieses Systems versetzte Unternehmen in den betreffenden Regionen in die Lage, flexibler auf Veränderungen ihres Arbeitskräftebedarfs zu reagieren, die sich insbesondere aus der Handelsliberalisierung ergaben, so der Befund des von Feicheng Wang mitverfassten Forschungspapiers.

Mindestlohneffekte

Bislang existieren kaum empirische Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Mindestlöhnen in Transformationsländern. Anna Lukyanova zeigt mit ihrer Analyse der Mindestlohnerhöhungen in Russland zwischen 2005 und 2015, dass sich die Ungleichheit am unteren Ende der Lohnskala insbesondere dort verringert hat, wo der reale Wert des Mindestlohns vergleichsweise stark gestiegen ist. Davon profitierten vor allem Frauen.

Filed Under: IZA News, Research Tagged With: emerging markets, financial crisis, Great Recession, human capital, labor market, post-transition economies

Unternehmen und potenzielle Mitarbeiter effizient online vernetzen

September 28, 2018 by Mark Fallak

Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien machen die Märkte effizienter, indem sie Angebot und Nachfrage passgenauer zusammenführen – das gilt auch für die Arbeitsmärkte. Durch die Vielzahl von Online-Transaktionen entstehen zugleich riesige Datenmengen. Internetdaten dieser Art für die Wissenschaft, inbesondere die Arbeitsmarktforschung, sinnvoll nutzbar zu machen, ist ein Kernanliegen des IZA-Forschungsdatenzentrums IDSC.

Ein von Nikos Askitas gemeinsam mit Peter Kuhn organisierter Workshop brachte daher Ökonomen und Informatiker aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Studien zu Online-Jobbörsen zu präsentieren und Perspektiven für künftige Forschung zu disktutieren.

Jobbörsen als Versuchsobjekt

Online-Plattformen eignen sich aus Sicht der Wissenschaft hervorragend für sogenannte „randomisierte kontrollierte Studien“, mit denen sich Maßnahmeneffekte besonders zuverlässig messen lassen, weil bestimmte Maßnahmen an einem zufällig ausgewählten Teilnehmerkreis getestet werden können. Michèle Belot und Robert Mahlstedt nutzten diesen Umstand, um anhand der Jobbörsen der Arbeitsagenturen in Großbritannien (UK Universal Jobmatch) bzw. Dänemark (Jobnet) die Effekte verschiedener Interventionen zu analysieren. Dabei handelte es sich um eine Erweiterung der Suchmaske durch beratende Elemente bzw. um die Bereitstellung von Informationen zu neuen Leistungen für Arbeitslose.

Signalwirkung von Stellenbeschreibungen

Aus Stellenanzeigen gehen in der Regel die geforderten formalen Qualifikationen eindeutig hervor. Nicht immer deutlich wird jedoch, welchen Maßstab die Unternehmen an die Bewerberqualität ansetzen. John Horton ermittelte mit Daten der Jobbörse oDesk (inzwischen Teil von upwork), inwieweit sich die Suchdauer verkürzt und die Qualität der Neueinstellungen verbessert, wenn Unternehmen in den Stellenbeschreibungen das gewünschte Qualifikationsniveau (vom Berufseinsteiger bis zum erfahrenen Experten) klarer umreißen.

Unternehmenskultur und Performance

Stefan Pasch analysierte anhand von rund 550.000 Mitarbeiterbewertungen auf der Plattform glassdoor.com die Unternehmenskultur der jeweiligen Arbeitgeber. So fand er heraus, dass Firmen wirtschaftlich schlechter abschneiden, wenn ihre Kultur stark vom Branchenstandard abweicht. Zudem zeigt seine Auswertung, dass eine „suboptimale“ Unternehmenskultur primär durch den Vorstandschef geprägt ist, während regionale Kulturunterschiede eine geringe Rolle spielen.

Die Brücke zur Praxis schlugen die Präsentationen der am Workshop teilnehmenden Unternehmensvertreter, darunter Bledi Taska (Burning Glass Technologies), Kristin Keveloh (LinkedIn) und Martha Gimbel (Indeed Hiring Lab).

Der nächste Workshop zum Thema wird vom 21.-22. September 2019 in Kooperation mit dem Center for Advanced Internet Studies in Bochum stattfinden. Die meisten der in Bonn vorgestellten Forschungspapiere stehen zum Download zur Verfügung.

Filed Under: IZA News, Research Tagged With: Internet, job search, matching, online job boards

20 Jahre IZA – Jubiläumsevent in Berlin

June 25, 2018 by admin

Seit seiner Gründung 1998 in Bonn erforscht das IZA, wie Beschäftigung und soziale Teilhabe nachhaltig gesichert werden können. Gefördert von der Deutsche Post Stiftung leisten wir Grundlagenforschung, wissenschaftlich fundierte Politikberatung und aktiven Wissenstransfer. Dabei sind wir der Unparteilichkeit und der guten wissenschaftlichen Praxis verpflichtet.

Das IZA sieht seine Rolle als Brückenbauer für die Arbeitsmarktforschung. Wir spannen den Bogen von der Wissenschaft in die Gesellschaft und transportieren relevante Erkenntnisse über die Arbeitswelt in Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft. Wir sind der Motor für ein globales Netzwerk von exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die mit uns an einem ökonomisch fundierten Verständnis der Funktionsweise von Arbeitsmärkten und Arbeitsmarktpolitik arbeiten. Wir unterstützen den besten wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Weg an die akademische Spitze und leisten so unseren Beitrag zur Etablierung der Arbeitsmarktforschung an den Hochschulen.

Unser Jubiläumsevent vom 27.-29. Juni 2018 in Berlin trägt diesen verschiedenen Facetten unserer Arbeit Rechnung: Die IZA World Labor Conference bietet ein Forum für den fachlichen Diskurs innerhalb der internationalen Wissenschaft. Der IZA Prize in Labor Economics ehrt herausragende Forscherpersönlichkeiten. Und mit der Vortragsveranstaltung zum Thema „Ungleichheit und Arbeitsmärkte“ wollen wir einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Versachlichung einer kontrovers geführten gesellschaftlichen Debatte leisten.

[Programm]

Filed Under: IZA News Tagged With: 20 Years of IZA, anniversary event, IZA Prize, IZA World Labor Conference

Yale-Ökonom Joseph Altonji erhält den IZA-Preis 2018

May 17, 2018 by admin

Der diesjährige „IZA Prize in Labor Economics“ geht an den US-amerikanischen Ökonomen Joseph Altonji. Der 64-jährige Wirtschaftsprofessor an der Yale University im US-Bundesstaat Connecticut erhält die mit 60.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine herausragenden wissenschaftlichen Beiträge unter anderem zur Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Die Preisverleihung findet im Rahmen der World Labor Conference anlässlich des 20-jährigen IZA-Jubiläums am 28. Juni 2018 in Berlin statt.

Das IZA-Preiskomitee würdigt das breite Spektrum von Joseph Altonjis Forschungsarbeiten, die sich konstruktiv mit etablierten ökonomischen Theorien und Modellen auseinandersetzen. Insbesondere hat Altonji wertvolle Beiträge zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Methoden geleistet, um die rigorose empirische Überprüfung theoretischer Annahmen und Vorhersagen zu ermöglichen. Auf diese Weise hat er maßgeblich zum besseren Verständnis von Arbeitsmärkten und individuellen wirtschaftlichen Entscheidungen beigetragen.

Beispielhaft hierfür sind seine Arbeiten zur „statistischen Diskriminierung“. Dieses Phänomen wurde bereits in den 1970er Jahren theoretisch beschrieben, jedoch von Altonji erstmals empirisch nachgewiesen. Demnach ist Diskriminierung, etwa aufgrund von Geschlecht oder ethnischer Herkunft, nicht notwendigerweise den persönlichen Präferenzen oder Vorurteilen der Arbeitgeber geschuldet. Unternehmen zahlen unterschiedliche Einstiegslöhne auch, weil sie die tatsächliche Produktivität eines Bewerbers zum Einstellungszeitpunkt nicht kennen und sich daher an der durchschnittlichen Produktivität anderer Mitglieder der gleichen sozio-demografischen Gruppe orientieren.

In einer Reihe wissenschaftlicher Beiträge weist Altonji nach, dass es auf diese Weise zu ungerechtfertigten Lohnunterschieden kommt. Erst mit wachsender Betriebszugehörigkeit und dem damit verbundenen „Lerneffekt“ der Arbeitgeber nähert sich die Entlohnung der tatsächlichen individuellen Leistungsfähigkeit an. Diese neuen Einsichten haben die Forderung nach wirksameren Maßnahmen gegen Ungleichbehandlung auf dem Arbeitsmarkt befeuert, zumal sie offenlegen, dass selbst unvoreingenommene Arbeitgeber mitunter aus einem für sie wirtschaftlich „rationalen“ Kalkül heraus diskriminieren.

Neben seinen Arbeiten zur Diskriminierung hat Altonji weitere Einflussfaktoren auf die Lohnungleichheit untersucht, darunter die Bedeutung von Bildungsabschlüssen. So zeigt er am Beispiel der USA, dass stark gestiegene Bildungsrenditen den Lohnabstand zwischen Beschäftigten mit und ohne Hochschulabschluss weiter vergrößert haben. Zugleich wächst aber auch innerhalb der Gruppe der Hochschulabsolventen die Lohnungleichheit, da sich die Verdienstaussichten je nach Studienfach und Spezialisierung innerhalb des Fachbereichs immer stärker unterscheiden.

Für die Bildungspolitik ergibt sich daraus ein Dilemma: Einerseits birgt der Versuch, möglichst viele Studierende für die lukrativen MINT-Fächer zu gewinnen, das Risiko hoher Abbrecherquoten. Fördert man andererseits die Studienwahl nach persönlichen Begabungen und Neigungen, besteht die Gefahr, Akademiker am Arbeitsmarkt vorbei zu qualifizieren. Altonjis Forschung liefert keine abschließende Antwort, verfeinert jedoch die Methodik, um den tatsächlichen „Wert“ eines bestimmten Bildungsabschlusses besser ermitteln zu können.

Die vollständige Preisbegründung ist in englischer Sprache abrufbar.

Über den IZA-Preis

Die außerordentliche Bedeutung arbeitsökonomischer Fragestellungen für die Bewältigung der Anpassungsprozesse auf den internationalen Arbeitsmärkten hat das Institut zur Zukunft der Arbeit dazu veranlasst, mit Unterstützung der Deutsche Post-Stiftung den „IZA Prize in Labor Economics“ ins Leben zu rufen. Dieser Preis wurde zunächst jährlich und seit 2016 alle zwei Jahre im Wechsel mit dem „IZA Young Labor Economist Award“ in Anerkennung besonderer wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet der Arbeitsökonomie verliehen und soll einen Anreiz zu weiteren Forschungsarbeiten liefern, die sich den drängenden Fragen der Arbeitsmarktpolitik widmen.

Zu den bisherigen IZA-Preisträgern zählt neben den späteren Nobelpreisträgern Dale Mortensen und Christopher Pissarides auch Altonjis Doktorvater, der Princeton-Ökonom Orley Ashenfelter. Zuletzt ging der IZA-Preis 2016 an die Harvard-Professorin Claudia Goldin, die mit zwei weiteren Frauen im siebenköpfigen IZA-Preiskomitee vertreten ist. Die Entscheidung des Preiskomitees erfolgt auf Basis von Nominierungen aus dem Kreis der rund 1.500 IZA Research Fellows und Affiliates.

[weitere Informationen und Liste bisheriger Preisträger]

Filed Under: IZA News Tagged With: discrimination, family economics, IZA Prize, labor supply

Thomas Dohmen wird Forschungsdirektor am IZA

August 31, 2017 by admin

Thomas Dohmen

Die wissenschaftliche Leitungsebene des IZA wird ab dem 1. September 2017 durch Prof. Dr. Thomas Dohmen verstärkt. Dohmen behält seine Professur an der Universität Bonn, ist jedoch partiell für sein Engagement am IZA freigestellt, um sich neben der strategischen Beratung des Instituts stärker seiner eigenen Forschung widmen zu können. Prof. Dr. Holger Bonin koordiniert weiterhin, ebenfalls in der Funktion eines Forschungsdirektors, die arbeitsmarktpolitische Forschung und Beratung durch das IZA, dessen Gesamtleitung Prof. Dr. Hilmar Schneider obliegt.

Professor Dohmen ist ein durch zahlreiche hochrangige Publikationen international ausgewiesener Wissenschaftler auf dem Gebiet der ökonomischen Verhaltensforschung und der Organisationsökonomie. Bereits von 2003 bis 2007 forschte er am IZA, bevor er für fünf Jahre die Leitung des Research Centre for Education and the Labour Market (ROA) an der Universität Maastricht übernahm. Seit Januar 2013 ist er Professor für Angewandte Mikroökonomik an der Universität Bonn.

„Mit Thomas Dohmen gewinnen wir eine Persönlichkeit, die dem IZA schon seit vielen Jahren in verschiedenen Funktionen eng verbunden ist. Vor diesem Hintergrund und aus seiner Erfahrung als Institutsleiter in Maastricht heraus ist er wie kaum ein Zweiter mit den besonderen Herausforderungen eines Forschungsinstituts vertraut, das sich zum Ziel gesetzt hat, praktische Relevanz seiner Forschung und akademische Exzellenz in Einklang zu bringen“, erklärt IZA-Chef Schneider.

„Ein Forscher seines Kalibers ist auch deshalb für unser Institut von enormer Bedeutung, weil er unseren zahlreichen Nachwuchswissenschaftlern für eine erfolgreiche Entwicklung ihrer Karriere als kompetenter Ratgeber zur Seite stehen kann. Denn der individuelle Erfolg unserer Wissenschaftler ist uns mindestens ebenso wichtig wie die Erreichung unserer institutionellen Ziele“, so Schneider weiter.

Die Verpflichtung Dohmens markiert den Einstieg in eine engere Verzahnung der Forschungsaktivitäten des IZA und der Universität Bonn. „Beide Seiten haben viel zu bieten, und durch die Kooperation kommen diese Vorteile zukünftig noch stärker zur Geltung“, betont Prof. Dr. Jürgen von Hagen, Prodekan der Staatswissenschaftlichen Fakultät und Sprecher der Wirtschaftswissenschaftler der Universität Bonn.

Filed Under: IZA News Tagged With: IZA, research, University of Bonn

GLM|LIC: Kooperation mit DFID wird fortgesetzt, neue Homepage online

July 17, 2017 by admin

Bereits seit 2011 koordiniert das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Auftrag des britischen Ministeriums für Internationale Entwicklung (DFID – Department for International Development), das Programm „Growth and Labour Markets in Low Income Countries“ (GLM|LIC programme). Ziel des Programms ist die Förderung von Forschungsprojekten, die wichtige Erkenntnisse und Politikempfehlungen zu den Arbeitsmärkten in Niedriglohnländern liefern. Innerhalb von fünf thematisch fokussierten Schwerpunkten haben bislang 31 Projekte eine substanzielle finanzielle Förderung von GLM|LIC erhalten und mehr als 150 Veröffentlichungen vorgelegt.

Der neue Internetauftritt von GLM|LIC bietet neben einem besonders leichten Zugang zu den Programminhalten, Publikationen und Veranstaltungen auch zahlreiche neue Funktionen, mit denen sich Projekte und Forschungsresultate intuitiv erschließen lassen. Unter anderem bietet eine interaktive Weltkarte die Möglichkeit, Inhalte länderspezifisch zu filtern und sich einen raschen Überblick zu den vorliegenden GLM|LIC-Aktivitäten zu verschaffen.

Parallel zum Start der neuen Homepage wurde die Kooperation zwischen DFID und IZA bis zum Jahr 2020 verlängert. Ein aktueller Call for Proposals gibt Forschungsteams ab 1. August 2017 die Gelegenheit, sich um eine Förderung im Rahmen von GLM|LIC zu bewerben.

Filed Under: IZA News, Research

  • Vorige Seite
  • Page 1
  • …
  • Page 5
  • Page 6
  • Page 7
  • Page 8
  • Nächste Seite

Primary Sidebar

© 2013–2026 Deutsche Post STIFTUNGImpressum | DatenschutzerklärungIZA