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IZA Newsroom

IZA – Institute of Labor Economics

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Wie (nicht-)kognitive Fähigkeiten den Arbeitsmarkterfolg beeinflussen

November 1, 2019 by Mark Fallak

Die Bedeutung von Humankapital – dazu zählen kognitive ebenso wie nicht-kognitive Fähigkeiten – für den Arbeitsmarkterfolg ist inzwischen umfassend erforscht. Relativ wenig ist jedoch darüber bekannt, wie sich politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf die Entwicklung von Fähigkeiten und Präferenzen auswirken. Arbeitsmarktforscher aus aller Welt trafen sich daher zum 3. IZA/HSE-Workshop in St. Petersburg, um Erkenntnisse aus den Umbrüchen in den ehemaligen Planwirtschaften Osteuropas und aus anderen Schwellenländern zu diskutieren.

So nutzten Anna Kochanova (Cardiff University) und Maryam Nagsh Nejad (University of Technology, Sydney & IZA) den Zusammenbruch der Sowjetunion als „natürliches Experiment“ und verglichen die Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale von in der Wendezeit geborenen Kindern aus Armenien, Georgien und der Ukraine mit älteren Landsleuten sowie mit Gleichaltrigen aus anderen Schwellenländern. Dabei zeigte sich, dass Menschen, die nie unter einem kommunistischen Regime gelebt haben, im Schnitt extrovertierter, offener und verträglicher sind – was potenziell deren Arbeitsmarkterfolg fördert und damit auch der Gesamtwirtschaft zugutekommt.

Eine weitere Studie beschäftigte sich mit der traditionellen Bevorzugung von Söhnen, die in vielen Gesellschaftsstrukturen gerade in Entwicklungsländern verankert ist. Inwieweit darunter die kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten von Mädchen leiden, ermittelten Cara Ebert (RWI Essen) und Sebastian Vollmer (Universität Göttingen) mithilfe eines innovativen methodischen Ansatzes am Beispiel von Indien. Die Benachteiligung von Mädchen fällt demnach umso größer aus, je später die Kinder geboren sind und je weniger Söhne die Familie hat.

In seiner Keynote-Rede zum Thema „Digitalisierung und Zukunft der Arbeit“ warnte IZA-Chef Hilmar Schneider vor den aktuell zirkulierenden Untergangsszenarien: Die meisten Studien, die der Digitalisierung ein hohes Jobvernichtungspotenzial attestierten, klammerten die parallel dazu erfolgende Schaffung neuer Arbeitsplätze, Branchen und Geschäftsmodelle völlig aus, so Schneider. Die Digitalisierung biete den Menschen in vielen Bereichen die Chance, repetitive und unangenehme Tätigkeiten den Maschinen zu überlassen und sich auf menschliche Fähigkeiten zu konzentrieren, mit denen Computer oder Roboter nicht konkurrieren können.

Weitere präsentierte Arbeiten sind dem Programm zu entnehmen.

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Aktuelle Forschung liefert Fingerzeige für die Bildungspolitik

October 14, 2019 by Mark Fallak

Bildung gilt als Schlüssel für den Abbau von Ungleichheit, insbesondere mit Blick auf die Herausforderungen der digitalen Transformation für die Arbeitswelt der Zukunft. Deswegen beschäftigen sich Ökonomen zunehmend mit der Frage, wie sich der Bildungserfolg steigern und dabei Chancengleichheit gewährleisten lässt.

Diese Themen bündelt der IZA-Programmbereich „Economics of Education“, der unter der Leitung von Ian Walker and Ingo Isphording in diesem Jahr seinen vierten internationalen Workshop in Bonn ausrichtete. Mehr als zwei Dutzend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten ihre aktuelle Forschung vor und diskutierten die Ergebnisse der Kollegen.

In seinem Keynote-Vortrag ging John N. Friedman auf die Bedeutung der Hochschulbildung für die soziale Mobilität ein und demonstrierte am Beispiel von Steuerdaten das Potenzial von „Big Data“, um detaillierte Erkenntnisse über regionale Unterschiede bei den Bildungs- und Aufstiegschancen der jüngeren Generationen zu gewinnen.

Sándor Sóvágó analysierte die ethnische und soziale Schulsegregation in Amsterdam, die primär auf Unterschiede bei den schulischen Leistungen, aber auch auf unterschiedliche Schulpräferenzen der Schüler und ihrer Eltern zurückzuführen ist. Daher ließe sich durch Quotenregelungen für ethnische Minderheiten zwar die Vielfalt steigern, doch nur auf Kosten der Schüler, denen dann der Zugang zur Schule ihrer Wahl verwehrt würde.

Der von Jan Marcus vorgestellten Untersuchung zufolge bieten selbst moderate Studiengebühren einen hohen Anreiz für Studierende, ihr Lernpensum zu steigern, um das Studium in kürzerer Zeit abzuschließen. Zugleich entscheiden sich jedoch mehr junge Menschen gegen ein Hochschulstudium, wenn dafür Gebühren erhoben werden.

Die vollständige Liste der präsentierten Arbeiten ist dem Workshop-Programm zu entnehmen.

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Online-Stellenbörsen bieten viel Potenzial – für den Arbeitsmarkt und die Forschung

October 8, 2019 by Mark Fallak

Internetdaten für die sozialwissenschaftliche Forschung nutzbar zu machen, zählt zu den Hauptaufgaben des Forschungsdatenzentrums IDSC am IZA. Marktaktivitäten aller Art – vom Austausch von Waren, Dienstleistungen und Informationen bis hin zum Heiratsmarkt – finden inzwischen online statt.

Auch der Arbeitsmarkt wird durch Online-Börsen effizienter, weil sich Angebot und Nachfrage passgenauer zueinander bringen lassen. Zugleich entstehen dadurch endlose Datenströme, die der Wissenschaft helfen können, das Verhalten von Marktteilnehmern besser zu verstehen und Prozesse zu optimieren.

Im Rahmen des zweiten IZA-Workshops zum Thema „Matching Jobs and Workers Online“, der in diesem Jahr vom Kooperationspartner CAIS in Bochum ausgerichtet wurde, stellen internationale Experten einige dieser neuen Erkenntnisse vor.

So liefern Online-Daten aus Stellenbörsen beispielsweise Hinweise auf die veränderten Qualifikationsanforderungen in einzelnen Berufen, wodurch sich erklären lässt, warum die Arbeitslosigkeit auch bei wachsendem Angebot an offenen Stellen nicht notwendigerweise zurückgeht.

Lesen Sie eine ausführlichere Zusammenfassung in englischer Sprache.

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Neue Forschungsteam-Strukturen am IZA

August 19, 2019 by Mark Fallak

Das IZA hat am Bonner Sitz des Instituts eine neue, flexible Teamstruktur geschaffen, mit der die thematische Fokussierung weiter gestärkt wird. Im Rahmen der übergeordneten IZA-Themenschwerpunkte werden künftig sechs Forschungsteams zentrale Aspekte des Wandels in der Arbeitswelt auf nationaler und internationaler Ebene analysieren.

Indem Forscher innerhalb eines Teams eine gemeinsame Forschungsagenda entwickeln, werden Synergien gefördert, die für Spitzenleistungen unerlässlich sind. Dabei profitieren die Teams von der intensiven Kooperation mit den über 1.600 Mitgliedern des globalen IZA-Wissenschaftlernetzwerks.

Ziel ist es, rasch auf sich ändernde Fragestellungen und neue Themen für Forschung und Politikberatung reagieren zu können und hierauf empirisch fundierte Antworten zu liefern. Unter Leitung erfahrener Wissenschaftler stehen dabei Zukunftsfragen wie Digitalisierung und Qualifizierung ebenso im Blickpunkt wie institutionelle Veränderungen der Arbeitsmärkte, strategische Politikaufgaben und der Einfluss menschlichen Verhaltens auf die Wirkung von Arbeitsmarktpolitik.

  • Das Team „Digitale Transformation“ analysiert die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt und untersucht, wie sich Unternehmen und Arbeitnehmer an diese technologischen Veränderungen anpassen.
  • Das Team „Kompetenzentwicklung“ hinterfragt die Qualifikationen und Fähigkeiten, die Arbeitnehmer perspektivisch benötigen, um erfolgreich auf die Veränderung der Arbeitsmärkte zu reagieren.
  • Das Team „Personalisierte Arbeitsmarktpolitik“ ermittelt, wie die Effizienz der Arbeitsmarktpolitik verbessert werden kann, indem die politischen Instrumente besser auf die individuellen Präferenzen, Charakteristika und Bedürfnisse abgestimmt werden.
  • Die Analysen des Teams „Politische Herausforderungen“ konzentrieren sich auf die Anforderungen der sich wandelnden Gegebenheiten auf den Arbeitsmärkten an die Gestaltung des arbeitsmarktpolitischen Rahmens.
  • Das Team „Arbeitsmarktinstitutionen“ erforscht aus international vergleichender Perspektive, wie sich institutionelle Regelungen und Reformen auf Strukturen und Dynamik der Arbeitsmärkte auswirken.
  • Das Team „Strukturelle Politikevaluation“ arbeitet gezielt an der Entwicklung eines dynamischen verhaltensbasierten Simulationsmodells zur ex-ante-Evaluation von Politikszenarien.

Mit seinen neuen Forschungsteams stärkt das IZA sein Profil in der empirischen Arbeitsmarktforschung und unterstreicht seine Rolle als Brückenbauer, dem es darum geht, wissenschaftlich fundierte Erkenntnis für praktisches Handeln in der Arbeitsmarktpolitik zu fördern und zu erschließen.

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IZA-Fachzeitschriften werden jetzt von Sciendo herausgegeben

July 16, 2019 by Mark Fallak

Der Markt wissenschaftlicher Zeitschriften verändert sich rasant hin zu elektronischen Formaten. Als eines der ersten Wirtschaftsforschungsinstitute traf das IZA bereits vor Jahren die strategische Entscheidung, seine eigenen digitalen Fachzeitschriften ausschließlich im „Open Access“-Format zu veröffentlichen und die erscheinenden Artikel weltweit kostenlos zur Nutzung bereitzustellen.

Derzeit verfügt das IZA über drei profilierte Open-Access-Zeitschriften, in denen Fachbeiträge nach strengen Qualitätskriterien und kritischer fachlicher Bewertung (peer review) veröffentlicht werden: IZA Journal of Labor Economics, IZA Journal of Labor Policy und IZA Journal of Development and Migration.

Die Vorteile des Open Access-Prinzips liegen auf der Hand: Traditionelle Print- oder Online-Zeitschriften stoßen hinsichtlich ihre potenziellen Leserkreises und damit auch in Bezug auf die Zitierwahrscheinlichkeit bzw. den Einfluss ihrer Publikationen schnell an Grenzen, da die unterschiedlichen Preismodelle eine Barriere bilden. Anders verhält es sich bei dem vom IZA gewählten Open-Access-Modell: Bei strenger Qualitätskontrolle entrichten hier die Autoren – genauer: die Institutionen oder Drittmittelgeber, für die sie tätig sind – moderate Publikationsgebühren und sichern sich damit den attraktiven Vorteil, ihre Forschungsergebnisse einer praktisch unbegrenzten Leserschaft anzubieten und so eine maximale Reichweite zu erzielen. Auf diese Weise fördert und beschleunigt das Open-Access-Prinzip den Austausch und die Zirkulation neuen Wissens.

Erweiterter Leserkreis, mehr Impact

Dies bestätigt auch ein kürzlich erschienenes Forschungspapier aus dem IZA-Netzwerk: Am Beispiel vorübergehend entfallener Bezahlschranken zugunsten von Open Access wird dessen Potenzial deutlich. Im untersuchten Fall stiegen die Download-Zahlen publizierter Artikel um 60 bis 80 Prozent. Der Befund unterstreicht auch, dass sich der Markt für wissenschaftliche Fachbeiträge über die enge Fachdisziplin hinaus erweitern lässt und damit der Wissenstransfer in die breitere Öffentlichkeit intensiviert werden kann.

Dieses Ziel verfolgt das IZA als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft konsequent. Zusammen mit den IZA Discussion Papers und der IZA World of Labor bilden die IZA Open Access Journals das Flaggschiff der IZA-Publikationen.

Ab sofort werden die IZA Journals von Sciendo, einem Tochterunternehmen des Verlagshauses De Gruyter, publiziert. Damit sind deutliche Vorteile hinsichtlich eines vereinfachten Einreichungsprozesses, der Geschwindigkeit der Artikelpublikation und reduzierter Publikationsgebühren verbunden. Die IZA Journals steigern damit nochmals ihre Attraktivität als wichtiger Publikationsort arbeitsökonomischer Forschungsarbeiten.

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Nachhaltige Migrationspolitik: Ursachen, Kosten und Nutzen von Zuwanderung

May 31, 2019 by Dajan Baischew

Bereits zum 16. Mal trafen sich international renommierte Ökonomen zum IZA Annual Migration Meeting, um neue Forschungserkenntnisse zu Migrationsfragen zu diskutieren. Die diesjährige Veranstaltung fand in Irland statt, einem Land mit besonders intensiver Migrationsgeschichte. Ausrichter war das Geary-Institut am University College Dublin.

In seiner Keynote-Rede zum Thema „Nachhaltige Migration“ wies der Oxford-Professor Sir Paul Collier, einer der bekanntesten Entwicklungsökonomen, auf häufig unterschätzte Kosten von Einwanderung hin. Diese entstünden beispielsweise dadurch, dass Unternehmen zu wenig in die Aus- und Weiterbildung einheimischer Arbeitskräfte investieren. Auch könne die bevorzugte Ansiedlung hochqualifizierter Zuwanderer in Großstädten zur Verdrängung Einheimischer durch steigende Preise führen und die soziale Kluft zwischen Stadt und Land verschärfen.

Ungeachtet der vielfach belegten Vorteile von Migration gelte es diese potenziellen Nachteile nicht aus den Augen zu verlieren, so Collier. Eine nachhaltige Migrationspolitik müsse zum Ziel haben, die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Kosten der Migration für die Herkunfts- und Zielländer zu minimieren.

Wirtschaftliche Implikationen der globalen Flüchtlingsströme 

Ein zentrales Thema des Workshops waren die wirtschaftlichen Auswirkungen der Flüchtlingsströme. Am Beispiel türkischer Regionen mit hohem Anteil syrischer Flüchtlinge konnte Onur Altindag zeigen, dass die lokale Wirtschaft durch Produktivitätssteigerungen und Unternehmensneugründungen stimuliert wurde. 

Panu Poutvaara wies auf Basis neuer Daten zu den Flüchtlingsströmen der Jahre 2015-2016 nach, dass es vor allem die besser qualifizierten Arbeitskräfte sind, die ihre Heimatländer in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa verlassen. 

Kehren Kriegsflüchtlinge in ihre Heimatländer zurück, profitiert die dortige Wirtschaft vom neu gewonnenen Knowhow. Der Studie von Dany Bahar zufolge stiegen Wachstum und Exportleistung in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens insbesondere in Branchen mit einem hohen Anteil an Beschäftigten, die während der Balkankriege nach Deutschland geflohen waren und bei ihrer Rückkehr nützliche Kenntnisse und Fähigkeiten mitbrachten.

Breites Themenspektrum

Weitere Forschungserkenntnisse bezogen sich auf die Arbeitsmarkteffekte hochqualifizierter Zuwanderung, die Rolle der sogenannten Sanctuary Cities in den USA bei der Strafverfolgung, den Einfluss des rechtlichen und institutionellen Rahmens im Zielland auf die Auswanderungsentscheidung, die wirtschaftliche und soziale Integration von Einwanderern der zweiten Generation sowie die Vorteile der Zweisprachigkeit von Lehrern für den Spracherwerb von Einwandererkindern.

Sämtliche vorgestellten Studien finden Sie im Workshop-Programm.

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Kosten und Nutzen von Umweltschutz

May 27, 2019 by Dajan Baischew

Führen schärfere Umweltauflagen zu Jobverlusten? Trägt eine saubere Umwelt zu besserer Gesundheit, Bildung und Arbeitsproduktivität bei? Angesichts einer zunehmend polarisierten gesellschaftlichen Debatte über Umwelt- und Klimapolitik sind belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse mehr denn je gefragt. Dazu will der IZA-Programmbereich „Umwelt, Gesundheit und Arbeitsmarkt“ beitragen, der zum siebten Mal international renommierte Forscher zum jährlichen Workshop nach Bonn einlud.

Luftverschmutzung und Humankapital

In seiner Keynote-Rede veranschaulichte Michael Greenstone die Spätfolgen von Schadstoffbelastung im Kindesalter. Für seine Analyse nutzte er die großen regionalen Unterschiede in der Luftverschmutzung, die sich aus einem räumlich begrenzten Programm der chinesischen Regierung zur kostenlosen Versorgung der Bevölkerung mit Heizkohle ergaben. Betroffene in den stärker belasteten Gebieten erreichten bei ansonsten gleichen Voraussetzungen einen geringeren Bildungsstand, der mit späteren Einkommensnachteilen um bis zu 21 Prozent verbunden war.

Auch in Ländern mit weniger extremer Luftverschmutzung wirken sich Emissionen nachteilig auf den Bildungserfolg aus. Anhand von Daten aus Florida zeigte Claudia Persico in ihrem Vortrag, dass sich die Eröffnung bzw. Schließung von Industrieanlagen mit hohem Schadstoffausstoß auf die Leistungen der Schüler in benachbarten Schulen auswirkt. Schmutzigere Luft führte tendenziell zu schlechteren Prüfungsergebnissen, häufigeren Schulverweisen und einem schwächeren Abschneiden der Schule insgesamt in Leistungsvergleichen.

Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit

Dass Feinstaub die kognitiven Fähigkeiten einschränkt, ist inzwischen vielfach belegt. Juan Palacios präsentierte dazu eine innovative Analyse der Leistung von Schachspielern während eines Turniers. Eine höhere Feinstaubbelastung im Raum führte zu einem deutlichen Anstieg der per Computer gemessenen Wahrscheinlichkeit, einen falschen Zug auszuführen, insbesondere unter Zeitdruck. Auch kam es bei schlechter Luft häufiger zu gravierenden Fehlern.

Vor dem Hintergrund der globalen Erderwärmung sind nicht zuletzt die Erkenntnisse zur menschlichen Leistungsfähigkeit bei steigenden Temperaturen hochrelevant für die politische Diskussion. Die von Joshua Graff-Zivin vorgestellte Forschungsarbeit zeigte, dass chinesische Hochschulbewerber bei höheren Temperaturen schlechter im wichtigsten Auswahltest abschnitten. Aufgrund der niedrigeren Punktzahl sank die Wahrscheinlichkeit, an einer Top-Universität aufgenommen zu werden, mit entsprechenden Konsequenzen für die späteren Karriere- und Verdienstaussichten.

Weitere vorgestellte Studien finden Sie im Workshop-Programm.

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IZA Young Labor Economist Award 2019 geht an Leah Boustan und Philipp Kircher

May 13, 2019 by Mark Fallak

Alle zwei Jahre verleiht das IZA den „Young Labor Economist Award“ an herausragende Forscherinnen und Forscher, deren Promotion weniger als 15 Jahre zurückliegt. Mit dem diesjährigen Preis werden Leah Platt Boustan (Princeton University) für ihre wirtschaftshistorischen Studien zu Migration und Ethnizität sowie Philipp Kircher (University of Edinburgh / European University Institute) für seine Forschung zu Suchverhalten und Job-Matching auf dem Arbeitsmarkt ausgezeichnet.

„Die sehr unterschiedlichen thematischen Schwerpunkte der beiden Preisträger spiegeln die große Bandbreite der arbeitsökonomischen Forschung wider“, so Daniel Hamermesh, Vorsitzender des IZA-Preiskomitees. Dem Auswahlgremium gehören neben Hamermesh sechs weitere international renommierte Ökonominnen und Ökonomen an: Oriana Bandiera (London School of Economics), Richard Blundell (University College London), George Borjas (Harvard University), Pierre Cahuc (Sciences Po, Paris), Chinhui Juhn (University of Houston, Texas) und Shelly Lundberg (University of California, Santa Barbara).

Die Preisverleihung findet im Rahmen des traditionellen IZA-Empfangs während der Jahrestagung der Allied Social Science Associations (ASSA) am 3. Januar 2020 im kalifornischen San Diego statt.

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Schulbau und Geldtransfers für die kognitive Entwicklung von Kindern

May 4, 2019 by Dajan Baischew

Der dritte Jahresworkshop des IZA-Programmbereichs Familie und Beruf fand im April 2019 an der Adolfo Ibáñez Universität in Chile statt. Der Tagungsort bot insbesondere Wissenschaftlern aus Lateinamerika eine ideale Gelegenheit, das IZA näher kennenzulernen und zugleich ihre hochwertigen Forschungsarbeiten einem breiteren Publikum vorzustellen.

Langfristige Vorteile schulischer Bildung in Entwicklungsländern

Zu den vorgestellten Projekten zählte under anderem eine Studie von Richard Akresh zu den langfristigen Auswirkungen eines der größten Schulbauprogramme aller Zeiten, das 1973 in Indonesien stattfand. Durch den Vergleich verschiedener Geburtsjahrgänge und Schulbezirke konnte Akresh belegen, dass die durch das Programm erzielten Bildungsvorteile auch 43 Jahre danach fortbestehen. Männer, die die neu gebauten Schulen besucht hatten, erreichten eher Beschäftigung im formellen Sektor und außerhalb der Landwirtschaft, während Frauen im Schnitt weniger Kinder bekamen, die wiederum ebenfalls von der besseren schulischen Bildung der Mutter profitierten.

Gesundheitsprogramm für Kleinkinder zahlt sich aus

Florencia Lopez Boo analysierte den Effekt von Bargeldtransfers in Honduras. Die Fördermittel kamen zufällig ausgewählten Familien zugute und waren an die Bedingung geknüpft, die Gesundheit bzw. Bildung der Kinder zu fördern. Laut Studie ließ sich durch das „Gesundheitsprogramm“ die kognitive Entwicklung von Kindern unter sechs Jahren deutlich steigern, da die betreffenden Kinder häufiger Vorsorgeuntersuchungen besuchten und bessere Ernährung erhielten. Hingegen blieb das „Bildungsprogramm“ für Familien mit sechs- bis 18-jährigen Kindern weitgehend wirkungslos.

Weitere vorgestellte Studien finden Sie im Workshop-Programm.

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Jeder zweite Beschäftigte in Deutschland würde gerne weniger arbeiten

April 30, 2019 by Mark Fallak

Knapp die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer wünscht sich eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Jeder fünfte könnte sich dagegen auch vorstellen, mehr zu arbeiten. Inwiefern Wunsch und Wirklichkeit beim Thema Arbeitszeit auseinanderklaffen, hängt von den jeweiligen Jobpräferenzen und Tätigkeitsprofilen ab, aber auch von persönlichen Merkmalen und Interessen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung im Rahmen der Studie „Arbeiten in Deutschland“ hervor, die das IZA gemeinsam mit dem Karrierenetzwerk XING durchführt.

Demnach würden rund 39% der 2.364 befragten abhängig Beschäftigten ihre wöchentliche Arbeitszeit trotz entsprechend geringerer Bezahlung um bis zu zehn Stunden reduzieren, weitere 8% der Befragten sogar um mehr als zehn Stunden (siehe Abbildung 1). Bei Männern ist der Wunsch stärker ausgeprägt als bei Frauen, was die geringere Teilzeitquote bei männlichen Arbeitnehmern widerspiegeln dürfte.

Flexibilität vs. Eigenverantwortung

Darüber hinaus sprechen die Ergebnisse der repräsentativen Befragung dafür, dass die Work-Life-Balance bei der jüngeren Generation eine immer wichtigere Rolle spielt: Beschäftigte unter 35 Jahren wünschen sich im Schnitt eine Verkürzung der Arbeitswoche um drei Stunden – doppelt so viel wie ältere Arbeitnehmer über 55 Jahren. Auch mit höherem Bildungsabschluss wächst der Wunsch nach einer geringeren Wochenstundenzahl (siehe Abbildung 2).

Im Durchschnitt würden die Befragten gerne etwa 2,3 Stunden pro Woche weniger arbeiten. Dieser Wert wird durch individuelle Jobpräferenzen und Arbeitsplatzmerkmale beeinflusst (siehe Abbildung 3). Wer gerne mehr Flexibilität im Job und die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten hätte, bevorzugt eine noch deutlichere Verringerung der Arbeitszeit. Dies könnte auf unerfüllte Bedürfnisse nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf hindeuten, für die noch nicht die nötigen betrieblichen Rahmenbedingungen gegeben sind. Bietet der Arbeitgeber bereits Homeoffice-Nutzung, flexible Arbeitszeiten und Selbstbestimmung über Arbeitsabläufe an, reduziert sich der Wunsch nach einer Verringerung der Arbeitszeit.

Streben die Arbeitnehmer nach mehr Eigenverantwortung, wären sie im Durchschnitt bereit, mehr dafür zu arbeiten. Umgekehrt würden Beschäftigte, von denen eine hohe Eigenverantwortung im Job erwartet wird, tendenziell lieber etwas kürzer treten.

Mehr Zeit für Familie und Reisen

Aber auch die Freizeitinteressen scheinen eine wichtige Rolle zu spielen, wenn es um die Arbeitszeitpräferenzen geht. Zusätzlich zur repräsentativen Befragung wurden 2.257 XING-Mitglieder befragt, von denen 648 in ihren Profilen auch Informationen über Interessen und Hobbies angeben.

Eine Verknüpfung der meistgenannten Interessen mit den Angaben zur bevorzugten Wochenstundenzahl legt nahe, dass sich Arbeitnehmer vor allem dann weniger Arbeitsstunden wünschen, wenn sie ihre Freizeit überwiegend für Familie oder Reisen nutzen. Wer sich hingegen vorrangig für Sport oder Politik interessiert, wäre vergleichsweise eher bereit, für einen entsprechenden Zusatzverdienst mehr zu arbeiten (siehe Abbildung 4).

+++

Über die IZA/XING-Studie

Die Studie „Arbeiten in Deutschland“ wurde Anfang 2017 vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) und XING gestartet. Anfang 2019 wurde bereits die dritte Befragungswelle dieser gemeinsamen Initiative abgeschlossen, um vor dem Hintergrund des fortschreitenden Wandels der Arbeitswelt neue Erkenntnisse über die Zukunftsperspektiven der Bevölkerung in Deutschland zu gewinnen. Die IZA/XING-Studie setzt sich aus zwei Befragungsteilen zusammen – einer nationalrepräsentativen Online-Umfrage mit rund 3.000 Teilnehmern sowie einer Online-Befragung von bis zu 6.000 zufällig ausgewählten XING-Mitgliedern.

Bislang sind folgende Ergebnisse erschienen:

  • Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen in beide Richtungen
  • Homeoffice auf dem Vormarsch
  • Neue Arbeitswelt: Arbeitszeitgesetz verliert an Bedeutung
  • Beschäftigte in Deutschland haben keine Angst vor der Digitalisierung
  • Verbreiteter Optimismus in der Rentenfrage
  • Verantwortung, Flexibilität und neue Freiräume im Job werden geschätzt – aber nicht von allen

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